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| Logo des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg |
Vor einigen Wochen habe ich für den Hamburger Wahlbeobachter-Blog die Webseiten der Hamburger Parteien getestet – mit negativem Ergebnis. Wie aber schneiden die Seiten der Bundesparteien im Wahljahr 2013 ab? Sind deren Inhalte für blinde Menschen wie mich oder für sehbehinderte Nutzer zugänglich? Insbesondere für diese Gruppe ist das Internet eine wichtige Informationsquelle. Mithilfe von Screenreader, Sprachausgabe und Braillezeile ist das Surfen ohne Probleme möglich. Aber auch die Webseiten müssen einige Voraussetzungen mitbringen.
Der Test
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
www.cdu.de![]() |
| Screenshot der Webseite der CDU |
Fazit: Mangelhaft
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
www.spd.de
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| Screenshot der Webseite der SPD |
Fazit: Gut
Freie Demokratische Partei (FDP)
www.fdp.de
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| Screenshot der Webseite der FDP |
Fazit: Befriedigend
DIE LINKE
www.die-linke.de/
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| Screenshot der Webseite der Partei Die LINKE |
Die Website der Linken bewegt sich im Mittelfeld der getesteten Angebote.
Alle Inhalte verfügen über Überschriften. Allerdings fehlen Landmarks vollständig. Auch gibt es keine strukturierenden Überschriften, zum Beispiel für die Navigation, diese würden mir das Ansteuern erleichtern. Mit wenigen
Kurztastenbefehlen könnte ich direkt zur Navigation gelangen. Da die struktur- ierenden Überschriften fehlen, muss ich mir zeitaufwändig die Seite vorlesen lassen, bis ich den Bereich finde, den ich suche. Grafiken verfügen fast alle über Alternativtexte. Auch die Anpassbarkeit für sehbehinderte User ist prinzipiell gewährleistet.
Fazit: Ausreichend
Bündnis 90/Die Grünen
www.gruene.de
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| Screenshot Webseite von Bündnis 90/Die Grünen |
Fazit: Ausreichend
Piratenpartei Deutschland (PIRATEN)
www.piratenpartei.de
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| Screenshot der Webseite der Piratenpartei |
Fazit: Gut
Zusammenfassung/Fazit:
Die Startseiten
von Piratenpartei, SPD und FDP fallen in Sachen Barrierefreiheit positiv auf.
Hier wird deutlich, dass beim Erstellen der Seite wichtige Kriterien
berücksichtigt wurden. Linke und Grüne müssten noch mehr tun, um ihre Seiten
auch blinden und sehbehinderten Nutzern zugänglich zu machen. Bei der CDU sind
so gut wie keine Bemühungen hinsichtlich der Barrierefreiheit erkennbar.
Das Ergebnis ist enttäuschend. Das Thema Barrierefreiheit ist immer noch nicht selbstverständlich. Während Behörden und staatliche Einrichtungen schon lange verpflichtet sind, ihre Webangebote zugänglich zu gestalten - siehe BITV 2.0 -, sind Parteien es nicht. Aufgrund ihrer exponierten Rolle in der politischen Willensbildung, sollten sie sich endlich des Themas annehmen. Schon aus Eigennutz: In Deutschland leben ca. 1,2 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen, 12% der Bevölkerung haben eine anerkannte Behinderung und unsere Gesellschaft wird immer älter. Bisher schließen die Webangebote der Parteien diesen Teil der Wählerschaft zu großen Teilen aus.
Hinweis:
Dieser Test
vermittelt lediglich einen ersten Eindruck. Es wurden dabei nur die Startseiten
berücksichtigt. Außerdem wurden nur einige wenige Aspekte rund um Barrierefreiheit
überprüft. Umfangreiche Tests bietet zum Beispiel die
BIK-Beratungsstelle des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg an. Hier können sich
Interessierte auch zum Thema beraten lassen.
Der Autor
Der Autor
Heiko Kunert (36)
ist Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg und ist selbst blind.
Er bloggt auf blindpr.com und im Inklusionsblog der Aktion Mensch.
Er bloggt auf blindpr.com und im Inklusionsblog der Aktion Mensch.
Anmerkung Hamburger Wahlbeobachter
Auch dieser Blog ist noch nicht zu 100% barrierfrei gestaltet. Dies hat zum großen Teil mit der verwendeten Blogsoftware von blogger.com zu tun. Der Gastbeitrag ist aber Anlaß den Blog zukünftig noch stärker barrierefrei zu gestalten. Für die wertvollen Anmerkungen und Hinweise danke ich Heiko Kunert.
Paralell zur Veröffentlichung im Blog wurden die Testergebnisse auch in der Süddeutschen Zeitung vom 26.April 2013 veröffentlicht.













