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Samstag, 21. September 2013

Endspurt im Onlinewahlkampf: Wie Social Media sind die Spitzenkandidaten auf den letzten Metern?

Fast täglich gibt es jetzt die "letzte" Wahlumfrage vor dem Sonntag. Schenkt man den Demoskopen und Ihren Umfragen Vertrauen wird der Ausgang der Wahl nochmal knapp. In diesem Zusammenhang stellen sich Medien und Öffentlichkeit verstärkt die Frage: Wie wahlentscheidend ist das Netz? 

High-Tech Verband
Logo BITKOM e.V.
Hierzu gab es in den vergangenen Monaten eine Reihe von Umfragen, Studien und Expertenmeinungen, die so unterschiedlich waren, dass eine Aussage über die Relevanz des Onlinewahlkampfes für den Wahlausgang schwierig ist.
    
Mit Hilfe von Social Media lassen sich auf jeden Fall Trends in der Wählergunst ablesen, auch wenn Twitter nicht die Bundestagswahl voraussagen kann wie der Bamberger Politikwissenschaftler Andreas Jungherr richtig analysiert hat.

Im Auftrag des High-Tech-Verbandes BITKOM habe ich wenige Tage vor der Wahl einmal analysiert wie die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die LINKE. im Netz aufgestellt sind und wie die Nachfrage nach Ihnen sich auf Facebook, Twitter, Wikidpedia und Google News kurz vor der Wahl entwickelt hat.

Bedenkt man, dass wenige Stunden vor der Wahl noch 30 Prozent und zwei Wochen sind vor der Wahl noch 60 Prozent der Wähler unentschieden waren, wo Sie ihr Kreuz machen, lassen sich an diesen Zahlen Trends ablesen welcher Politiker kurz vor der Wahl wie gefragt ist.

Voila die gelungene Infografik zu den Zahlen: Dr. Angela Merkel, Peer Steinbrück, Rainer Brüderle, Jürgen Trittin und Dr. Gregor Gysi im Vergleich. 

Wie die Spitzenpolitiker der Parteien im Internet abschneiden








Und auch die Social-Media-Marketing und Monitoring-Beratung socialbakers hat gestern noch letzte Zahlen - mit dem Fokus auf Facebook - veröffentlicht. Ein wenig anderer Zeitraum, aber sehr ähnliche Ergebnisse.  

Voila, die Infografik: 

Die Bundestagswahl im Social Network Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken. Was das alles zu bedeuten hat und wie diese Aktivitäten auf das Wahlergebniss einzahlen, erkläre ich dann am Sonntagabend auf SPIEGEL ONLINE. #btwLIVE 























































































Mittwoch, 21. August 2013

Warum Wahlprognosen mehr können als Umfragen - am Beispiel Hamburg-Mitte

Ein Gastbeitrag von Matthias Moehl, election.de

Nicht zuletzt aufgrund der Erfolge fortgeschrittener Wahlprognose-Methoden in den zahlenverliebten USA werden die klassischen Medien auch in Deutschland, mit Ausnahme des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, zunehmend aufgeschlossener gegenüber quantitativen und statistischen Ansätzen zur Vorhersage von Wahlergebnissen.

Screenshot elction.de
„Grau ist alle Theorie, entscheidend ist aufm Platz“ sagte einst der legendäre Fußballtrainer Adi Preißler. Und genau so verhält es sich mit der Demoskopie, denn stichprobenbasierte Umfragen mit ihren zahlreichen systematischen Fehlern und Ungenauigkeiten eignen sich streng genommen kaum zur Vorhersage von Wahlen. Neben einem starken Grundrauschen sind vor allem die Unentschlossenen, Unehrlichen und Unerreichbaren das große Problem. Dass dann trotzdem runde Zahlen herauskommen, die zusammen 100 Prozent ergeben und zumindest in der Nähe der späteren Wahlergebnisse liegen, verdanken die Demoskopen in Wahrheit  den „Gewichtungen“ und „Projektionen“, also Methoden der Sekundärforschung, die Zusatzinformationen über das Wahlverhalten mit berücksichtigen, weil sie eben nicht in einer Telefonbefragung gemessen werden können.

Dennoch beharren die für ARD und ZDF tätigen Institute darauf, vor den Wahlen keine Prognose abzugeben und nach jüngsten Aussagen ist dies zumindest bei infratest dimap auch in den nächsten Jahren nicht geplant. Dass aber durchaus großer Bedarf nach dem „Vorherwissen“ besteht - denn das bedeutet Prognose dem Wortsinne nach – zeigen die vielen Anfragen bei election.de. Eigentlich ist das wenig erstaunlich, denn am Wahlabend um 18 Uhr bringt eine Prognose schließlich keiner Kandidatin und keinem Journalisten mehr einen Mehrwert.

Wikimedia Commons
Bundestagswahlkreis 18 Hamburg-Mitte
Als Beispiel für eine Wahlkreisprognose sei der Bundestagswahlkreis Hamburg-Mitte betrachtet, der etwas mehr als den Bezirk Mitte umfasst. Zunächst einmal ist die Wahlhistorie im Wahlkreis entscheidend, also das Wahlverhalten der vergangenen Jahre oder sogar Jahrzehnte. Strukturen und Traditionen sind wichtig, denn Wahlen fangen eben nicht jedes Mal  wieder bei Null an. So ist Hamburg trotz der CDU-Erfolge bei den Bürgerschaftswahlen 2004 und 2008 traditionell eine SPD-Hochburg. Noch mehr gilt dies für den Wahlkreis Hamburg-Mitte, der zwischen 1998 und 2005 SPD-Zweitstimmenergebnisse von 50, 46 und 42 Prozent verzeichnete, während die CDU nicht einmal 30 Prozent erreichte. Erst 2009 wurde mit 28.2 zu 23.7 Prozent der Vorsprung der SPD vor der CDU deutlich dünner.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Stimmensplitting, denn mit zuletzt 16.6 Prozent der Zweitstimmen haben die Wählerinnen und Wähler der GRÜNEN einiges Gewicht. Die unterschiedliche Abgabe der Erst- und Zweitstimmen aus taktischen oder praktischen Gründen, weil kleine Parteien kaum Chancen auf den Sieg im Wahlkreis haben, ist statistisch sehr gut erfassbar und wird bei jeder Wahl offiziell ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, wie viele von den Zweitstimmen-Wählern einer Parte mit der Erststimme dieselbe oder eine der anderen Parteien wählen.

Faktor Nummer drei sind die Kandidaten selbst: So ist beispielsweise der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs als Sprecher des Seeheimer Kreises bundesweit eine prominente Figur, aber auch in Hamburg-Mitte fest verankert und gut vernetzt . Er kann damit rechnen, wie schon zuvor einige zusätzliche Erststimmen zu erhalten.

Der vierte Faktor sind regionale Trends. Hier spricht einiges dafür, dass in Hamburg nach dem desaströsen Abschneiden der CDU und dem Triumph der SPD bei der Bürgerschaftswahl noch ein kleiner Extra-Vorteil für die Sozialdemokraten besteht.

Schließlich kommen die klassischen Umfragen ins Spiel, denn sie können kurzfristige Stimmungen und vor allem die Stärke der „Blöcke“, also Schwarz-Gelb oder Rot-Grün recht gut messen. Wohin das Pendel bei dieser Wahl ausschlagen wird, wird zumindest in der Tendenz deutlich.

Wahlkreis 18
Wahlkreisprognose für Hamburg-Mitte von election.de
Für den Wahlkreis Hamburg-Mitte sagt election.de nach Abwägung aller Faktoren derzeit voraus, dass Johannes Kahrs (SPD) mit 37 Prozent klar vor Dirk Marx (CDU) landen wird, der es auf 26 Prozent bringt. Katharina Fegebank (GRÜNE) kommt auf 16 Prozent, alle anderen bleiben unter zehn Prozent.

Mit den Wahlkreisprognosen konnte election.de bereits vor zahlreichen Bundestags- und Landtagswahlen treffsichere Vorhersagen liefern. So wurde im Januar 2013 in Niedersachsen vor der Wahl exakt das Verhältnis von 54 zu 33 Wahlkreisen zugunsten der CDU vorhergesagt. In 77 der 87 Wahlkreise trat das prognostizierte Ergebnis ein, darunter in allen 20 „sicher“ bezeichneten und in 26 der 27 Wahlkreise der Kategorie „wahrscheinlich“. Aber auch 31 der 40 als „knapp“ gesehenen Wahlkreise wurden so entschieden, wie es die Prognose voraussagte.
Weitere Informationen und aktuelle Prognosen unter www.election.de


Autor: 
 

Passfoto Moehl
Matthias Moehl ist ursprünglich Informatiker, beschäftigt sich aber schon
lange mit Wahlergebnissen und statistischen Analysen. Gestützt auf eine
umfangreiche Datenbasis zu allen Wahlen in Deutschland seit 1945 mit über
150 000 Einzelergebnissen entwickelt das election.de-Team unter anderem
Prognosen auf Wahlkreisebene für Medien und lokale Kandidaten.








Bildnachweis:

Karte Bundestagswahlkreis Hamburg-Mitte: By © Bundeswahlleiter, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2012, Wahlkreiskarte für die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag Grundlage der Geoinformationen © Geobasis-DE / BKG (2011) [Public domain], via Wikimedia Commons

Samstag, 19. Februar 2011

Parteifreunde - Die Vierte

Böse Zungen behaupten, dass Politiker keine Freunde haben, deshalb machen sie ja Politik. 
Für Hamburg kann diese These widerlegt werden, wenn man sich einmal die Facebook-Freunde und deren Entwicklung während des laufenden Wahlkampfes genauer anschaut.

Die Charts der vergangenen Woche finden Sie hier.

Einen Tag vor der Wahl präsentiert der Wahlbeobachter nun die aktuellen Freunde-Zahlen aller Parteien, die sich an der Hamburger Bürgerschaftswahl beteiligen.

Übersicht über die Facebook-Freunde - die Vierte
Nachdem sich Die PARTEI in der vergangenen Woche den 1. Platz erobert hatte, konnte sie auch in den letzten sechs Tagen ihre Freunde - gegenüber der zweitplatzierten CDU - massiv ausbauen. Erstmals in der Geschichte dieser Charts verliert eine Partei, bzw. in diesem Fall die Wählervereinigung "Bürgerliche Mitte", Facebook-Freunde und wächst heute nur negativ. Zudem überraschend die hohen Zugewinne für die NPD. In der vergangenen Woche noch ohne Wachstum, nun sogar mit 64 zusätzlichen Freunden.

Die prozentualen Zugewinne hier einmal im Überblick
Fazit:  Heinz Strunk und seine PARTEIfreunde wachsen weiterhin überdurchschnittlich und bauen Ihren Status als die Hamburger Freunde-Partei kontinuierlich aus. NPD und Die LINKE. mit starken Zugewinnen, alle anderen Parteien schwächeln kurz vor dem Wahltag. Insbesondere die CDU erlebt einen wahren Einbruch. Nachdem nun auch die Buchmacher Christoph Ahlhaus von ihren Listen genommen haben, glauben auch digital immer weniger Unterstützer an die Hamburger Christdemokraten.

Da dies das letzte Ranging vor der Wahl ist, habe ich die Facebookfreunde aller Parteien einmal ins Verhältnis gesetzt und ein Torten-Wahldiagramm erstellt


Im Facebook-Parlament wären demnach vertreten: Die PARTEI, CDU, SPD, GAL, Die LINKE. und die NPD. Sehr bunte Mischung. Eine mögliche Koalition lässt sich nur schwer ableiten, am ehesten noch Die PARTEI-SPD-GAL unter dem Ersten Bürgermeister Heimz Strunk ("Hamburg, Stadt im Norden").


Dienstag, 15. Februar 2011

Wahlalter

Das Durchschnittsalter der Bundesbürger beträgt ca. 41 Jahre, der Hamburger ist im Durchschnitt 42,2 Jahre alt (2009).  

Doch wie alt sind eigentlich die Kandidaten der einzelnen Parteien?




















Das Alter einer Partei bzw. deren Kandidaten sagt überhaupt nichts über die Kompetenz, Erfahrung oder das politische Geschick der potentiellen Bürgerschaftsabgeordneten aus. Aber es sagt sehr wohl etwas über die Wähler-Zielgruppen und die Generationsmilieus einer Partei aus. Wählt ein 18jähriger eine Partei mit Über 60jährigen, denen es um Rentenpolitik geht oder wählt eine 80 Jährige eine Partei, die mit Internet- und Datenschutzthemen punkten will? 

Die Grafik zeigt, dass die ödp am besten das Durschnittsalter der Hamburger abbildet. 
Die PARTEI, Piratenpartei, GAL und BIG sind teilweise über 10 Jahre unter dem Durchschnittsalter. Spannend, ob auch ältere Wähler ihnen vertrauen? 
Alle anderen 8 Parteien und Wählerinitaitiven liegen deutlich über dem Durchschnittsalter. Auffallend, dass drei der vier Bürgerschaftsparteien darunter sind. Dies ist wohl auf den längeren und steinigeren innerparteilichchen Weg durch die Gremien bis in die Bürgerschaft zurückzuführen.

Nicht überraschend: Das Durchschnittsalter der Renterpartei-Kandidaten, das sogar noch unter dem deutschen Renteneintrittsalter liegt.  

Nun noch ein kurzer Blick auf die Verteilung der Hamburger Wähler im Altersdurchschnitt:
18 - 34 Jahre: 27 %
35 - 59 Jahre: 42% 
Über 60 Jahre: 31 %

Der jüngste Kandidat ist gerade 18 Jahre alt und heißt Paul Meyer-Dunker. Er kandidert auf Listenplatz 14 der Piratenpartei.

Der älteste Kandidat ist bereits 75 Jahre alt und heißt Horst Bethge, er kandidiert für Die LINKE. auf Listenplatz 12.

Sonntag, 13. Februar 2011

Parteifreunde - Die Dritte

Böse Zungen behaupten, dass Politiker keine Freunde haben, deshalb machen sie ja Politik. 
Für Hamburg kann diese These widerlegt werden, wenn man sich einmal die Facebook-Freunde und deren Entwicklung während des laufenden Wahlkampfes genauer anschaut.

Die Charts der vergangenen Woche finden Sie hier.

Auch in dieser Woche präsentiert der Wahlbeobachter die aktuellen Freunde-Zahlen aller Parteien, die sich an der Hamburger Bürgerschaftswahl beteiligen.

Übersicht über die Facebook-Freunde - die Dritte

Sensation! Die PARTEI, auch in dieser Woche mit hohen Zugewinnen, hat es tatsächlich geschafft und erobert sich eine Woche vor der Wahl den 1. Platz der Facebookcharts! Betrug der Abstand zur CDU vor 3 Wochen noch 415 "Freunde", so haben die PARTEIfreunde nun sogar 4 "Freunde" Vorsprung vor den Christdemokraten. Gratulation zu dieser wirklich imposanten Aufholjagd im Wahlkampfendspurt. 


Die prozentualen Zugewinne hier einmal im Überblick


Fazit:  Heinz Strunk und seine Parteifreunde sind - gemessen an den Mitgliederzahlen - nun auch mit Platz 1 die Hamburger Freunde-Partei. DIE PARTEI, ödp und FREIE WÄHLER mit starken Zugewinnen, alle anderen Parteien schwächeln kurz vor dem Wahltag. Wird sich die CDU in den kommenden sieben Tagen den Spitzenplatz zurückerobern können?

Zudem erfreulich, nach der Veröffentlichung der 60000 NPD-Emails stagnieren die Nationaldemokraten und können keinen einzigen "Freund" dazugewinnen.   



Freitag, 11. Februar 2011

Kulinarische Sonntagsfrage

Wenn am nächsten Sonntag Bürgerschaftswahl wäre und der Magen entscheiden könnte, würden die Hamburger wie folgt wählen: 

Hochrechnung vom 08.02.2011, Quelle: Lindner Park-Hotel

















































Das beliebteste Hotel Deutschlands, das Hamburger Lindner Park-Hotel Hagenbeck hatte im Vorfeld der Bürgerschaftswahlen eine grandiose Idee. Vor dem Wahlkampf wurden die fünf Spitzenkandidaten der Parteien zu ihren Lieblingsspeisen befragt. Aus diesen Gerichten hat das Hotel einen Mahl-Stimmzettel kreiert, mit dem die Gäste des Restaurants ihre (Speise-)Wahl treffen. Das unbestechliche Urteil des Gaumens entscheidet nun über den Ausgang dieser anderen Wahl. 

Diese Hochrechnung ist also eine reine Bauchentscheidung und daher unverfälscht. 

Folgende Lieblingsgerichte haben die Kandidaten ausgewählt:

Christoph Ahlhaus (CDU): Rindsroulade mit Kartoffelpüree und Rotkohl

Olaf Scholz (SPD): Frühlingssuppe 

Anja Hajduk (GAL): Kurzgebratenes vom Lamm aus der Region mit Artischockenrisotto und Gemüse der Saison

Dora Heyenn (Die LINKE.): Kabinettspudding
(zubereitet aus Löffelbisquits mit kandierten Kirschen, Sultaninen sowie Orangen- und Zitronenaroma)

Katja Suding (FDP): Pasta mit Pesto und Scampis


Weitere Informationen zum kulinarischen Wahlkampf finden Sie hier (.pdf).

Fazit: Würde es also nach dem Magen der Hamburger Wähler gehen, gäbe es am 20.02.2011 eine grün-gelbe Koalition und zur Feier des Tages Kurzgebratenes vom Lamm zusammen mit einer Pasta mit Pesto. Ob das schmeckt? 


Nachtrag: Das selbstverständlich auch alle weiteren Spitzenkandidaten Lieblingsgerichte haben, habe ich diese noch zusätzlich angefragt und präsentiere sie hiermit exklusiv:

Claudius Holler (Piratenpartei): Grünkohl mit Kassler und Pinkel an Bratkartoffeln

Wolf Achim Wiegand (FREIE WÄHLER): Argentinisches Huftsteak mit Pommes, dazu argentinischer Rotwein

Dienstag, 8. Februar 2011

Wer mit Wem?

In den vergangenen Tagen war öfter zu lesen, dass die SPD auch mit der FDP als Koalitionspartner liebäugelt, sollten die Liberalen den Einzug in die Bürgerschaft schaffen. Unter anderem warb der ehemalige Erste Bürgermeister Henning Vorscherau für solch ein sozial-liberales Bündnis. 

Dies hat einige verwundert. Ähnlich wie das persönliche Ergebnis des "Wahl-O-Mat", das nicht wenige Wähler täglich überrascht.   

Doch so überraschend sind die Ergebnisse nicht. Denn inhaltlich stehen sich manche Parteien näher als man das im Wahlkampf wahrhaben möchte.  Prof. Dr. Thorsten Faas von der Universität Mannheim hat sich die 38 Fragen und Antworten des Hamburger Wahl-O-Maten einmal genauer angeschaut und versucht die inhaltlichen Überschneidungen der Parteien zu identifizieren und einen Indexwert daraus abzuleiten: Wer steht wem am nähesten?

Und siehe da: 



















Würde man nun also persönliche Präfenrenzen der agierenden Spitzenpolitiker, die Bundespolitik, taktische Erwägungen, parteipolitische Strategien und Wählerpräferenzen einmal ausblenden, müsste sich nach der Wahl eher eine rot-schwarze oder rot-gelbe Koalition bilden, als die bisher propagierte rot-grüne Koalition.

Aber auch CDU und FDP passen nicht so gut zusammen wie SPD und FDP. Sind die Liberalen also sozialer als man denkt oder die norddeutschen Sozialdemokraten neoliberaler als das die Plakate versprechen wollen?

Immerhin LINKE./FDP und LINKE./CDU scheinen nicht viele Gemeinsamkeiten zu haben. Da funktioniert die inhaltliche Abgrenzung noch.


Sonntag, 6. Februar 2011

Parteifreunde - Die Zweite

Böse Zungen behaupten, dass Politiker keine Freunde haben, deshalb machen sie ja Politik. 

Für Hamburg kann diese These widerlegt werden, wenn man sich einmal die Facebook-Freunde und deren Entwicklung während des laufenden Wahlkampfes genauer anschaut.

Auch in dieser Woche präsentiert der Wahlbeobachter die aktuellen Freunde-Zahlen aller Parteien, die sich an der Hamburger Bürgerschaftswahl beteiligen.

Übersicht über die Facebook-Freunde - die Zweite






















Die Grafik zeigt deutlich die starken Zugewinne der PARTEI, die sich in dieser Woche von Platz 3 auf Platz 2 verbessert hat. Heinz Strunk und seine Parteifreunde sind - gemessen an den Mitgliederzahlen - weiterhin die Hamburger Freunde-Partei. Noch liegt die CDU auf Platz 1, der Abstand schmilzt aber täglich.

Die prozentualen Zugewinne hier einmal im Überblick

























Weitere Gewinner in dieser Woche sind FDP, FREIE WÄHLER, Die LINKE. und die Piratenpartei. Die ÖDP ist die einzige Partei, die keine neuen Freunde gewinnen konnte und bei 10 digitalen Unterstützern stagniert.

Bis zum Wahltag sind es heute noch genau zwei Wochen. Es bleibt also spannend, wer am Ende die meisten Supporter im Netz mobilisieren konnte und welche Auswirkung dies auf das Wahlergebnis haben wird. 


Mittwoch, 2. Februar 2011

Die Sonntagsfrage - 01. Februar 2011

Die bekannte Sonntagsfrage lautet: "Welche Partei würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bürgerschaftswahl in Hamburg wäre?" Und Trend Research hat Sie am 01. Februar 2011 wieder gestellt. 

Knapp 3 Wochen vor der Landtagswahl in Hamburg sehen die Voraussagen so aus:




























Nach Gewinnen und Verlusten im Vergleich zur letzten Umfrage am 13.01.2011 ergibt sich folgendes Bild:





















Fazit: Olaf Scholz und seine SPD gewinnen, die Koalitionsparteien CDU und GAL verlieren, zudem Verluste bei den "Sonstigen". Die Liberalen bleiben konstant unterhalb der 5%-Hürde. 
Spannend wären jetzt noch die genauen Zahlen für alle 8 "sonstigen" Parteien. Welche der "Kleinen" hätte am ehesten die Chance in die Bürgerschaft einzuziehen?

Nachtrag: Am 03.02.2010 veröffentlichte der NDR seine aktuelle Wahlumfrage, durchgeführt von infratest dimap, die die obigen Zahlen bestätigt. Die GAL kommt hier allerdings nur auf 14%, die FDP hingegen zieht mit 5% in die Bürgerschaft.Hier finden Sie weitere aktuelle Stimmungsbilder und Charts bei infratest dimap.

Dienstag, 1. Februar 2011

Wahl-O-Mat

Heute ist es soweit, die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) schaltet seinen seit neun Jahren bewährten Wahl-O-Mat (en) scharf und erleichtert dir so anhand von 38 Thesen deine Wahlentscheidung zu treffen.




Studien der Universität Düsseldorf zeigen, dass Teilnehmer des Wahl-O-Maten zu 90% Spaß bei der Beantwortung der Fragen hatten und auch jeder zweite Nutzer danach die Positionen und Unterschiede zwischen den Parteien besser erkennen konnte.







Auf gehts!


Nachtrag: Auch der NDR hat einen Kandidatencheck gestartet, einfach Postleitzahl eingeben, Wahlkreis auswählen und Thesen beantworten - danach weiss man was die Kandidaten im eigenen Wahlbezirk fordern. Sehr übersichtlich und hilfreich!

Freitag, 28. Januar 2011

Wenn am nächsten Sonntag Bürgerschaftswahl wäre...

...und nur die Parteimitglieder aller zur Wahl zugelassenen Hamburger Parteien wählen dürften, würde es zu folgendem Wahlergebnis kommen:



Im Detail:
CDU: 37,06 % (9400 Mitglieder)
SPD: 42,18 % (10700 Mitglieder)
GAL: 6,29 % (1597 Mitglieder)
Die LINKE.: 5,44 % (1380 Mitglieder)
FDP: 5,20 % (1325 Mitglieder)
DIE PARTEI: 1,77% (450 Mitglieder)
Piratenpartei: 1,80% (461 Mitglieder)
Renterpartei: 0,19% (50 Mitglieder)
ÖDP: 0,19% (50 Mitglieder) 
NPD: 0,55 % (140 Mitglieder)







Alle erfassten Parteien haben zusammen 25.363 Mitglieder, bei 1.260 464 Wahlberechtigten sind also nur lediglich 2% der Hamburger durch eine Mitgliedschaft gebunden. 

Vergleicht man die Verteilung der Parteimitglieder mit den aktuellen Umfragen zeigt sich, dass die CDU ein erhebliches Mobilisierungsproblem hat (-11%), die GAL hingegen ziemlich erfolgreich mobilisiert (+11%) und die kleinen Parteien trotz geringer Mitgliederzahlen prozentual bessere Ergebnisse erzielen, als die Volksparteien. 

Anmerkung: Die BIG Hamburg (Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit), die Bürgerliche Mitte (BüMi) als auch die FREIEN WÄHLER Hamburg fehlen leider in der Darstellung, da ich von diesen Parteien und Wählerinitiativen auf Nachfrage bisher leider keine Mitgliederzahlen bestätigt bekommen habe. Unbestätigten Angaben zufolge besitzen die Bürgerliche Mitte 19 Mitglieder, BIG Hamburg 35 und die FREIEN WÄHLER "eine deutlich dreistellige" Mitgliederzahl.

Anmerkung II: Die Gesamtsumme ist höher als 100%, da ich zur genaueren Darstellung die Anzeige mit zwei Dezimalstellen gewählt habe.