Dienstag, 28. Juli 2020

Wahlplakate from Hell: Kommunalwahl Nordrhein-Westfalen 2020

Der Klassiker ist zurück! 

Nachdem ich im Europawahlkampf 2014, bei der Hamburger und der Bremer Bürgerschaftswahlen 2015, bei den Landtagswahlen im März und September 2016 sowie den Landtagswahlen 2017, der letzten Bundestagswahl 2017, bei den Europa- und Kommunalwahlen 2019, bei den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen & Thüringen 2020 und bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 die schönsten "Wahlplakate from Hell" präsentiert habe, konnte ich eurem Wunsch nicht widerstehen und habe auch wieder zur Kommunalwahl NRW (13.09.2020) einige schöne Motive drüben bei Twitter und Facebook zusammengetragen.

Hier nun alle auf einen Blick:


Lissi von Bülow, SPD (Bonn)

Nicole Bonnie, CDU (Bonn)

Dr. Martin Sommer, parteilos (Kreis Steinfurt)

Reiner Burgunder, CDU (Bonn)

Matthias Großgarten, SPD (Niederkassel)

Klaudia Zepuntke, SPD (Düsseldorf)

Stephan Keller, CDU (Düsseldorf)

Anna Katharina Bölling, CDU (Minden-Lübbecke)

Sebastian Mies, CDU (Köln)

Achim Wyen, FDP (Mönchengladbach)


Simon Gerhard, FDP (Rheda-Wiedenbrück)

Franziska Müller-Rech, FDP (Bonn)
 
Rainer Ludwig, BfB (Bielefeld)
 
Thomas Geisel, SPD (Düsseldorf)
 
Olaf Schlösser, Die PARTEI (Dortmund)

Die PARTEI Münster feat.  Dr. Michael Jung (SPD)

Die PARTEI Moers feat. Dino Maas (FDP)
 
Die PARTEI Düsseldorf feat. Daria Jablonowska (FDP)

 
FDP Münster feat. Cem Özdemir (Grüne)

Unabhängiges Bürger-Forum Bielefeld (UBF)
 
SPD Bochum

SPD Wassenberg
 
SPD

FDP Hochsauerlandkreis
 
FDP Rheine
 
FDP Harsewinkel 
 
FDP 
 
Grüne Kempen 
 
CDU Köln

CDU Monheim am Rhein
 
CDU Hamm (OB Thomas Hunsteger-Petermann)
 
CDU Hamm (OB Thomas Hunsteger-Petermann)
 
CDU Oberhausen



 

Mittwoch, 27. Mai 2020

Podcast first - Wie wir als CDU-Fraktion mit Audio-Inhalten Tausende Hörer erreichen

Dies ist ein Gastbeitrag von Christian Fischer, er ist Pressesprecher der CDU-Fraktion des Sächischen Landtages und startete im März 2020 als einer der ersten Landtagsfraktionen in Deutschland einen eigenen Podcast. Erste Erkentnisse und Einblicke in eine podcastende Fraktion. 

Podcast Tacheles! der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag
Wir haben wirklich Glück gehabt. Eine Woche, bevor Corona alles bestimmende Thema wurde, kam das Paket mit unserer Podcast-Ausrüstung an. Insgesamt hat alles rund 1300 Euro gekostet – ein Rodecaster Pro mit drei Podmics von Rode. Dazu drei Stative, drei Kopfhörer und drei Kabel. Und eine MicroSD-Speicherkarte. Vergesst niemals die MicroSD-Speicherkarte! 

Warum 3x das Ganze, fragte mich auch unser Geschäftsführer. Ganz einfach: Einer unserer Abgeordneten redet mit einem externen Experten – gern auch kontrovers – und irgendwer Drittes muss dann ja moderieren und durch das Gespräch führen. Dieses Setting schien uns der beste Garant für eine kleine politische Debatte. 

Und es hat sich bewahrheitet! Wir machten unseren ersten Podcast einen Tag nach dem Paket auspacken noch zur Bauerndemo vor dem Landtag. Mit Paul Kompe von „Land schafft Verbindung – Sachsen“ und unserem Fraktionsvize Georg-Ludwig von Breitenbuch, der selbst ein Landwirt ist. Wir merkten sofort, wie gut es in der Kommunikation auch mal tut, etwas länger über ein Thema zu sprechen. 30 bis 45 Minuten dauern unsere Podcasts.

Wenig später veränderte der Corona-Virus auch im Sächsischen Landtag alles. Und wir fingen am 11. März mit dem ersten Podcast zu dem Thema an. Seitdem wurden zehn Corona-Podcasts erstellt. Lange Zeit waren wir die Einzigen in Sachsen, die dieses Thema mit diesem Medium bespielten. Erst später produzierte auch die Sächsische Zeitung ein vergleichbares Corona-Format als Podcast. Wir sprachen mit Restaurantbetreibern, Maskennähern, Rot-Kreuz-Helfern, Virologen, Lehrern, Ärzten, Eltern und Schülersprechern.

Michael Kretschmer (CDU)
3 Mikrofone, 3 Diskutanten inkl. einem Ministerpräsidenten (links im Bild)

Durch die Gäste kommen wir aus unserer Polit-Blase heraus. Sowohl inhaltlich, als auch bei der Reichweite. Wir sitzen eben nicht unter uns zusammen und klopfen uns virtuell auf die Schulter und sagen uns, wie toll wir sind. Durch den Gast (und ggf. auch noch weitere Telefon-Interviewpartner, die wir vorher aufnehmen), eröffnen wir eine praxisnahe Debatte mit anderen Sichtweisen, als unserer eigenen. Die Kontroverse ist sogar erwünscht, denn sie macht den Podcast erst interessant.

Natürlich wollen wir Reichweite!


Auch deshalb die Gäste. Zum Beispiel hatten wir Sarah Küttner im Programm, die als Mikro-Influencerin „Ossilinchen“ in Sachsen unterwegs ist. Die Intensiv-Schwester aus der Dresdner Uniklinik hatte am Anfang der Krise eine Nähanleitung für Behelfsmasken auf Instagram veröffentlicht. In Folge entstand die Facebook-Gruppe „Masken für Sachsen“.

Bis heute haben in den vergangenen acht Wochen 109.360 Menschen unseren Podcast gehört und 2006 Nutzer haben ihn abonniert. Besonders gut lief die Folge mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, die an dem Plenartag vor Ostern produziert wurde, wo der Landtag eine 6 Milliarden Euro hohen Kreditermächtigung für Corona-Hilfen und Folgemaßnahmen freigab. Die positiven Hörerzahlen haben sicher auch etwas damit zu tun, dass über die Episode auf SuperIllu.de berichtet wurde und sie dort auf der Startseite verlinkt war.

Facebookposting zum Podcast
Für uns steht fest: Podcasts passen definitiv in unsere Kommunikationsstrategie. Während Sharepics auf Facebook und Instagram für den schnellen Medienkonsum gedacht sind und Story-Fotos einfach nur optisch auffallen müssen, haben wir beim Podcast die Chance, länger ein Thema zu betrachten. Der Erfolg liegt am Ende in der Distribution! Wir spielen den Podcast über unseren Hoster Podcaster.de aus – dort können wir ihn auf Spotify, Apple Podcasts, Deezer und anderen Diensten launchen. Und das für 10 Euro im Monat. Natürlich promoten wir ihn beim Erscheinen auf Facebook – mit Fotos von der Aufzeichnung, einen kleinen Teasertext und allen notwendigen Links.







Warum nicht Tik Tok?


Natürlich fragten wir uns zuvor, ob ein Podcast das richtige Medium für uns ist. Es gab auch die Überlegung, vielleicht auf Tik Tok zu gehen. Ich hatte mich vor ein paar Jahren dort schon umgeschaut. Damals hieß das Ganze noch musical.ly und bis heute ist Politik auf dieser Plattform deutlich unterpräsentiert. Tim Hendrik Walter aus Unna beweist als „herranwalt“ das selbst staubtrockenes Jura auf diesem Portal enorme Reichweiten entwickeln kann – er hat 1,6 Millionen Follower. Warum sollte man das nicht auch mit Politik können? 

Kurze Videos in einer Übersicht
Tik Tok-Account herranwalt
Einfache Antwort: Weil wir niemals so authentisch sein können, wie „herranwalt“ in seinen „60 Sekunden Jura“. Uns fehlte einfach die Fantasie, hier eine sinnvolle Strategie zu entwickeln. Tik Tok könnte uns eine neue und wesentlich jüngere Zielgruppe erschließen. Aber in der Corona-Krise waren wir halt konservativ – und wollten der bestehenden Zielgruppe mit einem Podcast ein neues Angebot eröffnen. Das Erschließen einer neuen Zielgruppe mit einem neuen Format hätte mehr Aufwand bedeutet.

Wir schließen das nicht aus – es wird auch nach Corona wieder Zeiten geben, wo man in der politischen Kommunikation sich neu ausprobieren kann. Wir haben erst einmal auf Podcast gesetzt, um längere Sendungen plattformunabhängig zu produzieren. Mit Instagram und Facebook bedienen wir zwei mediale Fastfood-Formate. Tik Tok wäre nur der Vanille-Milchshake obendrauf gewesen. 

Ressourcen effektiv einsetzen


Ein entscheidender Punkt für die Podcast-Entscheidung war auch der geringe Zeit- und Materialaufwand. Besonders im Vergleich zu normalen Videoformaten. Die Postproduktion ist für ein 30-Minuten-Podcast weitaus einfacher, als für ein gutes 45-Sekunden-Statement im Video. Es muss nichts geschnitten werden. Die Uncut-Version erhöht nebenbei auch die Authentizität, was eine gute Ausrede für Faulheit im Produktionsprozess ist. 

Untertitel fallen komplett weg. Die pflegen wir bei Videos händisch ein, da wir für mobile Endgeräte produzieren und sie deutlich größer somit lesbarer haben wollen, als die Templates von Youtube und Facebook in der automatisierten Variante. Beim Hosting ist etwas Arbeit in ein ordentliches Cover und den Begleittext zu legen, was wir dann auch für die Verteilung u.a. via Facebook nutzen. 

Wir betreten als Fraktion hier übrigens das bilderbuchmäßige #Neuland, wie es unsere Kanzlerin Angela Merkel mal nannte. Neben der CSU im Bayerischen Landtag ist uns keine Fraktion mit einem eigenen Podcast bekannt. Wahrscheinlich denken sie wie wir vor einem Jahr: Podcast sind doch out. Waren sie auch bis vor kurzem. Die Bitkom-Studie von 2019 hat uns eines Besseren belehrt. Demnach hören 22% hin und wieder Podcasts. Tendenz steigend. 


Wirkung entfalten und Follower binden


Wir haben Hörer, die sich nach jeder Folge melden. Sie geben Anregungen und Kritik, zum Beispiel welche Fragen ihnen fehlten. Wir stehen auch im Austausch mit anderen Podcastern in Dresden. Der Kollege der Sächsischen Zeitung empfahl uns eine „Station Voice“. Also eine Stimme, die den Trailer spricht – haben wir dann in der nächsten Folge gleich eingeführt. Kosten: 100 Euro und eine Stunde Arbeit. 

Einblick in die Produktion des Podcasts Tacheles!
Das Teilen über soziale Medien ist eine entscheidende Komponente für den Erfolg. Natürlich vertaggen wir in den Promo-Postings alle Beteiligten. Beim Sport-Podcast haben wir zum Beispiel den Landessportbund und seine Gliederungen verlinkt, die den Podcast dann auch fleißig geteilt haben. So versuchen wir mit jedem Thema über die eigene Blase zu zielen. Wir hatten übrigens unseren Abgeordneten auch empfohlen, beim Teilen ihre ortsansässigen Vereine zu markieren. 

Übrigens: Erinnert ihr euch noch an die MicroSD-Speicherkarte, die ihr nicht vergessen solltet? Auf ihr speichert der Rodecaster die Aufnahmen. Ohne sie wird es halt peinlich. Oder zumindest hektisch – weil ihr eine sucht und die Gäste schon da sind. Außerdem zeigt es, dass wir auch nach 1009 Wörtern uns noch an etwas Substanzielles erinnern können. Digitale Kommunikation muss nicht nur auf die schnellen Effekte setzen. Man kann mit dem richtigen Medium auch Geschichten erzählen, die spannend bis zum Ende bleiben. 


Autor

Pressesprecher der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages
Christan Fischer
Christian Fischer ist seit vier Jahren Pressesprecher der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages. Zuvor war der studierte Staats- und Sozialwissenschaftler zehn Jahre für BILD in Ostdeutschland tätig, unter anderem als Chefreporter für Politik. Dort baute er die Facebook-Seiten der sächsischen Ausgaben maßgeblich mit auf. 

Kontakt: Facebook und LinkedIn.  



 



Donnerstag, 19. März 2020

TikTok: Wie ich als Politiker das neue Videoportal entdecke

Dies ist ein Gastbeitrag von Jonas Bayer, er war FDP-Kandidat zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 und ist einer der ersten aktiven & erfolgreichen deutschen Politiker*innen auf der Plattform Tik Tok.


Screenshot
Jonas Bayer aka @jonas_bayer bei Tik Tok
Soll man im digitalen Wahlkampf über den Tellerrand von Twitter und Facebook hinausschauen? Für mich als jungen Kandidaten (21) zur Hamburger Bürgerschaftswahl war es weniger die Frage ob, sondern vielmehr nach dem Wie. Instagram wäre jetzt die Antwort vieler, aber das ist für mich längst Selbstverständlichkeit – privat sowieso. Die Antwort war schnell gefunden: Das neue Videoportal TikTok.

 

Wieso ausgerechnet TikTok?


TikTok ist ein Medium, bei dem besonders Jugendliche Kurzvideos von max. 60 Sekunden, meist deutlich kürzer, hochladen. Dabei handelt es sich oft um „lip sync“, also der Vertonung von vorhandenen Tonspuren, oder Sketche, die Probleme des Alltags darstellen oder einfach nur scherzhaften Hintergrund haben. Für mich war nun also die Aufgabe, politische Inhalte in lockerer Atmosphäre zu verpacken. Dazu muss man natürlich zunächst zielgruppengerechte Inhalte von Uninteressanten filtern. In meinem Fall waren das beispielsweise Digitalisierung, Tierschutz und allgemein die Niedrigschwelligkeit der Politik, bei der jeder mitmachen kann und sollte. Denn selbst wenn ich die Zuschauer nicht von meinen eigenen Inhalten überzeugen kann, wäre es ein Erfolg, die zumeist Jugendlichen für demokratische Politik begeistern zu können.

 

Aber der Aufwand, phhh!


Dazu habe ich mir mein Smartphone und gelegentlich noch ein Handystativ geschnappt – noch mehr Technik, wie etwa ein Ring-/ Videolicht, ist nicht nötig. Wie überall gibt es auch auf TikTok Trends, welche sich meist aus Challenge-artigen Sketchen oder besonders durch angesagte Musiksequenzen auszeichnen. Schnappt man sich eine solche angesagte Sequenz und überlegt sich eine witzige Art, damit beispielsweise per lip sync politische Inhalte zu vermitteln, ist das Drehbuch auch schon fertig.




@jonas_bayer Wenn Du in ##Hamburg wohnst, kannst Du bei der Wahl entscheiden, wie Du Hamburg verbessern möchtest! Ich bin Jonas Bayer, FDP Platz 19! ##fu ##foyou
♬ Lets Go - kawhiyoumad


Hier habe ich mir beispielsweise einen übersteuerten HipHop Beat ausgesucht, der hintereinander „Let’s go“ ertönen lässt. Dazwischen habe ich drei Themen als Text eingeblendet, die ich aus oben genannten Topics ausgesucht habe. Die Beschriftung funktioniert ähnlich wie bei Instagram-Stories und lässt sich auch mit Markern im Video timen, sodass diese nur zeitweise eingeblendet wird. Dazu noch ein paar Videoeffekte, die ebenso wie Filter einfach aus einer Art Mediathek ausgewählt und zeitlich definiert werden können. Klingt kompliziert, ist aber kinderleicht und schließlich auch für Jugendliche konzipiert. In weniger, als fünf Minuten kommt man so mit Dreh und Postproduktion zu einem soliden Videoergebnis ohne viel Vorerfahrung. Wichtig ist natürlich, wie bei den anderen sozialen Medien auch, regelmäßiges Posten. Wenn ein Zuschauer Interesse zeigt und sich den Kanal näher anschauen möchte, dann soll er nicht auf einem sonst leeren Profil landen.

 

Tik Tok ist schneller, direkter und funktioniert anders als bisherige Plattformen


Überhaupt unterscheidet sich die Oberfläche von TikTok von den übrigen Social Media Plattformen, da beim Öffnen der App kein herkömmlicher „Feed“ erscheint, sondern eine sogenannte „For You Page“. Hier werden einem die Videos angezeigt, die die App für den Zuschauer als interessant hält. Erst durch einen weiteren Klick gelangt man auf den Feed mit Inhalten der abonnierten Personen. Ziel muss es also nicht nur sein möglichst viele Abonnenten zu gewinnen, sondern auch auf die genannte For You Page zu gelangen. Auch die Verwendung von Hashtags ist möglich, wobei die Anzahl der Zeichen in der Videobeschreibung mit maximal 150 Zeichen sehr gering ist.

 

TikTok – das ist doch diese suspekte App aus China?

 

In der Vergangenheit stand TikTok gelegentlich in der Kritik, Inhalte diverser Personengruppen zu zensieren. TikTok räumt selbst Fehler in der früheren Policy ein und verspricht, dass dies heute nicht mehr der Fall ist. Zum früheren Zeitpunkt kann ich selbst nichts aus eigener Erfahrung sagen, da die App erst nach Einräumung der Policyfehler von mir genutzt wurde. Jetzt jedenfalls ist mein Feed sehr divers, ich sehe viele sehr erfolgreiche Videos von Personen mit Gehörschaden, von homosexuellen Pärchen und von Personen im Rollstuhl. Die Community ist sehr bunt und Personen berichten beispielsweise sogar, zu ihrem Outing überhaupt erst durch TikTok ermütigt worden zu sein. Und überhaupt, wenn ich auch hier einen Beitrag leisten kann und für ein tolerantes und demokratisches Miteinander werben kann, dann ist das ein Erfolg.

 

Enorme Potentiale für die Politik


Eines der ersten Tik Tik-Videos von Jonas Bayer
Ob auf TikTok aber überhaupt Platz für politischen Inhalte ist, war zunächst herauszufinden. Bisher ist die politische Landschaft dort nämlichneben wenigen weiteren Kanälen, noch sehr farblos und trist. Die Zuschauer haben meist Pause oder Schulschluss – ob Politik da Platz hat, war anfangs ungewiss. Mittlerweile zählen meine Videos jedoch eine Reichweite von insgesamt über 168.000 Impressions, das erfolgreichste erzielte dabei im Wahlkampf über 73.000 Impressions.

Fast alle Videos erhalten hunderte Kommentare, mit teils sehr interessierten Fragen, oder dem Kommentieren mit der eigenen Meinungen. Auch obligatorische Trolle sind natürlich vertreten, das wird sich in sozialen Medien generell nur schwer vermeiden lassen. Insgesamt ist das Interesse allerdings enorm! Das ist beachtenswert, da diese Personengruppen ansonsten höchstens auf Instagram erreicht werden können. TikTok stellt also durchaus eine Möglichkeit dar, viele Jung- und Erstwähler bei einem kleinem Aufwand innerhalb von wenigen Minuten mit dem Smartphone und einem Handystativ zu erreichen.



Autor 


Portrait
Jonas Bayer
Jonas Bayer ist 21 Jahre alt, Student und war Kandidat auf Landeslistenplatz 19, sowie Platz 4 im Wahlkreis 08/Eppendorf-Winterhude, der FDP zur Hamburger Bürgerschaftswahl im Februar 2020. 

Insgesamt erzielte er über 3.340 Personenstimmen bei der Wahl, nachdem er beim Wahlkampf besonders auf Onlinekommunikation gesetzt hat.

Interessiert an Social Media und Kommunikationsstratiegien. Ansonsten Feuerwehrmann und Rettungsschwimmer. Mehr über Jonas findet Ihr auf Jonas-Bayer.de. Erreichen könnt Ihr ihn unter kontakt@jonas-bayer.de, auf Twitter unter @Jonny_Bayer und auf TikTok unter @jonas_bayer.


Nachtrag Martin Fuchs: 

Liste Tik Tok in der deutschen Politik
Um nicht den Überblick über die deutsche Politik auf Tik Tok zu verlieren, habe ich vor einigen Wochen eine Excel-Liste gestartet, in der ich neue Accounts von Politiker*innen sammle, die ich bei Tik Tok finde. Gerne ergänzen oder Hinweise an martin-fuchs@hamburger-wahlbeobachter.de bzw. drüben bei Twitter (DN sind offen). Freue mich über eure Ergänzungen! 


Mittwoch, 29. Januar 2020

Wahlplakate from Hell: Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 + Bonus

Der Klassiker ist zurück! 

Nachdem ich im Europawahlkampf 2014, bei der Hamburger und der Bremer Bürgerschaftswahlen 2015, bei den Landtagswahlen im März und September 2016 sowie den Landtagswahlen 2017, der letzten Bundestagswahl 2017, bei den Europa- und Kommunalwahlen 2019 und den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen & Thüringen 2020 die schönsten "Wahlplakate from Hell" präsentiert habe, konnte ich eurem Wunsch nicht widerstehen und habe auch wieder zur Hamburger Bürgerschaftswahl (23.02.2020) einige schöne Motive drüben bei Twitter und Facebook zusammengetragen.

Hier nun alle auf einen Blick:

Hamburger Bürgerschaftswahl (#hhwahl)


"Nele" Cornelia Bruns, FDP

Martina Koeppen, SPD

Anna Gallina, Bündnis 90/Die Grünen

Philipp Heißner, CDU

Arne Nüchterlein, CDU

Marcus Weinberg, CDU

Simon Kuchinke, SPD

Dr. Aubrey de Grey, Partei für Gesundheitsforschung

Partei für Gesundheitsforschung

Sebastian Bollien, ödp

ödp Hamburg

ödp Hamburg

 

Bonustracks 


Junge Union Mettenheim

CSU München

Jörg Volleth, CSU 

Max Josef Schröck, CSU

Ulrike Streng, CSU

Alfred Stuiber, FDP

Alfred Stuiber, FDP

Walter Franz jun., FDP FWG

Harald Ettel, FDP (Coburg)

Gerd Fink, Pro Augsburg

Jonas Merzbacher, SPD

Freie Wähler Pfaffenhofen

FDP Fürstenried-West

Bamberger - Bürger - Block 

ödp München

Generation Aux e.V. 

Demokratie in Bewegung & polit.wg Augsburg

Demokratie in Bewegung & polit.wg Augsburg

Grüne Augsburg

Zukunft Passau

Jusos Augsburg

Thomas Geisel, SPD

Cornelia Büchi, SVP


Freitag, 25. Oktober 2019

Twitter-Analyse: Wie nutzen Bundestagsabgeordnete Twitter zur Vernetzung?

Dies ist ein Gastbeitrag von Simon Storks, Berater bei pollytix strategic research und Lutz Ickstadt, Student der Empirschen Demokratieforschung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 

Key-Findings

  1. Bundestagsabgeordnete vernetzen sich bei Twitter vor allem innerhalb der eigenen
    Logo pollytix strategic research
    Fraktion

  2. Eine politische Spitzenposition sorgt sowohl innerhalb als auch außerhalb der eigenen Fraktion für eine hohe Reichweite in Form von Follower*innen. 

  3. Nur ein kleiner Teil der Abgeordneten nutzt Twitter aktiv zum Netzwerken über Fraktionsgrenzen hinweg.

  4. Die Netzwerker*innen sind häufiger Abgeordnete ohne Spitzenposten (aus der zweiten Reihe), die Twitter damit anders nutzen als ein Großteil ihrer Kolleg*innen.

  5. Die Vernetzung kann sich durchaus positiv auf die eigene Reichweite in Form von Follower*innen auswirken – #Follow4Follow funktioniert auch im Bundestag.

 

Vernetzung der Bundestagsabgeordneten bei Twitter


Twitter ist ein zentrales Instrument politischer Kommunikation. Hier tummeln sich Abgeordnete, Journalist*innen und CEOs, versuchen Aufmerksamkeit zu generieren, Themen zu setzen, informieren und vernetzen sich.

Stand September 2019 haben 76% der Bundestagsabgeordneten einen Twitter-Account und nutzen oder bespielen diesen mal mehr, mal weniger aktiv: Im Schnitt wurden von den twitternden Abgeordneten in den letzten drei Monaten 165 Tweets abgesetzt, durchschnittlich hat jede*r von ihnen 11.838 Follower*innen und folgt selbst 811 anderen Accounts.

540 von 709 MdB nutzen im September 2019 Twitter
Infografik: Wieviele Bundestagsabgeordnete nutzen Twitter? (Stand 9/2019)

Unser interaktives Twitter-Netzwerk der Bundestagsabgeordneten visualisiert die gegenseitige Vernetzung der Abgeordneten untereinander: Wer folgt wem und wem folgt wer? (https://mdb.pollytix.de/).

Die einzelnen Punkte symbolisieren bei Twitter aktive Abgeordnete und die Linien zwischen ihnen Verbindungen in Form von Twitter-Followerschaft. Abgeordnete mit vielen gemeinsamen Verbindungen liegen näher beieinander; Abgeordnete mit nur wenigen Verbindungen liegen weit außerhalb des Netzwerks.


Netzwerk-Karte
Infografik: Interaktives Twitter-Netzwerk der Bundestagsabgeordneten



Auf den ersten Blick wird bereits deutlich: Bis auf einzelne Ausreißer ordnen sich die Abgeordneten auch im „Twitter-Bundestag“ zu Fraktionen zusammen, zwischen denen mal mehr mal weniger Vernetzung besteht. Wenig Verbindungen bestehen zu den twitternden Abgeordneten der AfD

Über Fraktionsgrenzen hinweg


Netzwerkgrafik
Infografik: Fraktionsübergreifende Vernetzung


Die Grafik oben visualisiert, wie vernetzt Abgeordnete bei Twitter in andere Fraktionen sind. Je weiter rechts, desto mehr Abgeordnete anderer Fraktionen interessieren sich für die Tweets des*r Abgeordneten und folgen ihr/ihm, je weiter oben, desto mehr Interesse zeigt der Abgeordneten selbst an fraktionsübergreifender Vernetzung durch wechselseitiges Folgen.

Bei dieser fraktionsübergreifenden Vernetzung lassen sich vier Typen charakterisieren: Sprachrohre, Netzwerker*innen, die Mittelfeld-Gruppe und die eher passiven User*innen.

Infografik: Fraktionsübergreifende Vernetzung mit Einteilung nach Typen



Die Sprachrohre: 


Zur ersten Gruppe zählen unter anderem Peter Altmaier (CDU), Christian Lindner (FDP) und Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen). Sie haben eine hohe Reichweite in andere Fraktionen, von denen sie jedoch nicht Vielen zurück folgen. Sie nutzen Twitter hauptsächlich als Sprachrohr. Das trifft insbesondere auf (ehemalige) Spitzenpolitiker*innen zu, die generell auch außerhalb des Bundestages viele Follower*innen haben, weil jede*r mitbekommen will, was diese Abgeordneten zu sagen haben. Die Analysen deuten darauf hin, dass Spitzenposten für eine hohe Reichweite in andere Fraktionen relevant sind. 

Die Netzwerker*innen: 


Die Netzwerker*innen Stefan Liebich (Die LINKE), Dorothee Bär (CSU) und Johannes Kahrs (SPD), haben mehrheitlich keine parteiinternen Spitzenposten inne. Sie haben dennoch, wie die Sprachrohre, überdurchschnittlich viele Follower*innen aus anderen Parteien, und sind zugleich sehr gut wechselseitig mit diesen vernetzt – das bedeutet sie folgen zurück. Auffällig ist, dass alle drei Netzwerker*innen auf Twitter besonders aktiv sind. Mit 10.335 (@kahrs), 387 (berlinliebich) und 342 (@DoroBaer) Tweets in den letzten drei Monaten liegen sie alle klar in der Spitzengruppe der „Viel-Twitterer*innen“ im Bundestag – und liegen klar über dem Durchschnitt von 168 Tweets in den vergangenen 3 Monaten. 

Mittelfeld: 


Eine dritte Gruppe bewegt sich zwischen Sprachrohren und Netzwerker*innen: u. a. Konstantin von Notz und Sven-Christian Kindler (beide Bündnis 90/Die Grünen). Diese Abgeordneten haben eine überdurchschnittlich hohe Reichweite in andere Fraktionen und sind auch mit vielen dieser Follower*innen vernetzt (folgen sich also gegenseitig), sind aber noch nicht so erfolgreich wie die Gruppen der Sprachrohr-Nutzer*innen oder die Netzwerker*innen. Hier arbeiten viele nach dem Prinzip #Follow4Follow, um ihre Reichweite auszubauen. 

Die passiven User*innen:


Der größte Anteil der Abgeordneten hat jedoch weder eine große Followerschaft aus anderen Fraktionen, noch folgen sie selbst vielen Abgeordneten anderer Fraktionen. 

Innerhalb der eigenen Fraktion


Fraktionsintern dreht sich das Bild um 180 Grad, das sich bei der Analyse der Vernetzung über Fraktionsgrenzen hinweg zeigte. Die folgenden Grafiken zeigen auf den ersten Blick die wichtigste Erkenntnis: Die meisten Abgeordneten nutzen Twitter primär für die Vernetzung innerhalb der eigenen Fraktion. 

In der CDU/CSU-Fraktion ist Wirtschaftsminister Peter Altmaier das größte Sprachrohr/der Abgeordnete mit den meisten Follower*innen. Die Netzwerker*innen innerhalb der CDU/CSU-Fraktion sind Marco Wanderwitz, Steffen Bilger und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak – also Abgeordnete mit fraktions- bzw. parteiinternen Spitzenposten: Zwei Staatssekretäre und ein Generalsekretär. Das trifft ebenso auf Ralph Brinkhaus (Fraktionsvorsitzender) zu. Die Anzahl der Bundestagsabgeordneten, die ihm folgen, hat sich nach der Übernahme des Fraktionsvorsitzes innerhalb eines halben Jahres nahezu verdoppelt.

Infografik: Fraktionsinterne Vernetzung CDU/CSU-Fraktion


Bei der SPD ist es gleich eine kleine Gruppe von Abgeordneten, die alle innerhalb der Fraktion gut vernetzt sind und das bei einer ähnlich hohen internen Reichweite. Carsten Schneider, Thomas Oppermann und Martin Schulz fallen hierbei etwas ab, sie nutzen Twitter vor allem als Sprachrohr innerhalb der SPD-Fraktion. Auch hier bestätigt sich also, dass (ehemaligen) Spitzenpolitiker*innen eine große Reichweite haben, während Politiker*innen aus der zweiten Reihe vor allem mit einer guten Vernetzung eine hohe Reichweite erreichen können – wie man anhand der Beispiele Johannes Kahrs, Dr. Eva Högl und Bärbel Bas sehen kann.

Infografik: Fraktionsinterne Vernetzung SPD-Bundestagsfraktion


Die Grünen sind fraktionsintern am besten vernetzt. Kaum Grünen-Abgeordnete folgen niemandem aus den eigenen Reihen zurück. Ausnahme ist Toni Hofreiter. Er nutzt Twitter nur um auf seinen Facebookaccount zu verweisen. Trotzdem hat er 10.500 Follower*innen, darunter auch knapp 50 Grünen-Abgeordnete. 

Wie schon bei der SPD gibt es bei den Grünen gleich eine kleine Gruppe von Abgeordneten, die innerhalb der Fraktion allesamt sehr gut vernetzt sind, unter anderem: Annalena Baerbock, Britta Haßelmann, Katrin Göring-Eckardt und Agnieszka Brugger. Insgesamt zeigt sich aber auch bei denen Grünen, dass sich die Fraktions- und Parteistrukturen stark auf Twitter widerspiegeln. Mit Katrin Göring-Eckardt (Fraktionsvorsitzende), Annalena Baerbock (Parteivorsitzende) und Britta Haßelmann (Geschäftsführerin) haben die Top-Netzwerkerinnen alle Spitzenpositionen inne (gehabt).

Infografik: Fraktionsinterne Vernetzung Fraktion Bündnis 90/Die Grünen



Wie bei der Grünen-Fraktion ist auch innerhalb der FDP-Fraktion die Vernetzungsdichte sehr hoch. (Fast) alle in der FDP-Fraktion folgen Christian Lindnerund er folgt zurück. Bei der fraktionsinternen Vernetzung wird deutlich, dass Christian Lindner Twitter durchaus zur Vernetzung nutzt – nur eben nicht über Fraktionsgrenzen hinweg. Weitere Netzwerker*innen innerhalb der FDP-Fraktion sind mit Marco Buschmann, Florian Toncar und Marie-Agnes-Strack Zimmermann keine Abgeordneten, die eine hohe Reichweite auch in andere Fraktionen haben. 

Infografik: Fraktionsinterne Vernetzung FDP-Fraktion 


Wie auch bei der Vernetzung in andere Fraktionen, fallen bei den Linken Stefan Liebich und Bernd Riexinger als Netzwerker innerhalb der Fraktion auf. Mit Niema Movassat ist außerdem ein Abgeordneter unter den Top-Netzwerker*innen der Linken, der keinen parteiinternen Spitzenposten innehat. Die Spitzenpolitikerinnen Katja Kipping und Sahra Wagenknecht nutzen Twitter hingegen auch innerhalb der eigenen Fraktion überwiegend als Sprachrohr und sind kaum mit den eigenen Fraktionsmitgliedern vernetzt.

Infografik: Fraktionsinterne Vernetzung Linksfraktion



Die AfD-Fraktion ist intern im Durchschnitt moderat vernetzt. Bei der AfD sind mit Frank Pasemann, Götz Frömming und Mariana Harder-Kühnel erneut Abgeordnete ohne Spitzenposten unter den besten fraktionsinternen Netzwerker*innen. Die Spitzenpolitikerinnen Beatrix von Storch und Alice Weidel haben innerhalb der AfD-Fraktion die größte Reichweite und sind durchaus auch gut vernetzt. Insgesamt gibt es bei der AfD-Fraktion viele Abgeordnete, die niemandem oder nur sehr wenigen Fraktionsmitgliedern zurück folgen, also sehr schwach vernetzt sind.

Infografik: Fraktionsinterne Vernetzung AfD-Fraktion



Bei der durchschnittlichen fraktionsinternen Vernetzung haben wir uns angeschaut, wie viele Abgeordnete der selben Fraktion sich im Mittel gegenseitig auf Twitter folgen. Außerdem haben wir jeweils den*die Abgeordnete herausgegriffen, der*die fraktionsintern am besten vernetzt ist.

Infografik: Durchschnittliche fraktionsinterne Vernetzung nach Fraktionen bei Twitter

Auffällig ist, dass die fraktionsinterne Vernetzung stark mit der Twitterquote der jeweiligen Fraktion korreliert, also dem Anteil der Abgeordneten einer Fraktion mit Twitteraccount. Die Grünen stechen deutlich heraus: Zurzeit die kleinste Fraktion im Bundestag und zugleich die Fraktion mit der zweithöchsten Twitterquote: Mit 93% nutzen fast alle Abgeordneten der Grünen Twitter. Gleichzeitig sind sie mit 77% untereinander sehr stark vernetzt. Ähnlich ist es bei der FDP-Fraktion: 95% der FDP-Fraktionsmitglieder twittern und mit 64% sind sie überdurchschnittlich stark innerhalb der eigenen Fraktion vernetzt. Auf der anderen Seite hat die CDU/CSU mit 139 von 246 Abgeordneten die geringste Twitterquote und gleichzeitig die geringste durchschnittliche interne Vernetzung (24%). Die Fraktionen, die insgesamt weniger auf Twitter vertreten sind, sind dort auch schlechter intern vernetzt.

Fazit


Nur wenige Abgeordnete sind auf Twitter über die eigenen Fraktionsgrenzen hinweg vernetzt. Der Großteil der twitternden Abgeordneten vernetzt sich nur innerhalb der eigenen Fraktion. Um fraktionsübergreifend besonders erfolgreich zu sein, ist ein Spitzenposten hilfreich. Die kleine Gruppe der Netzwerker*innen besteht aus „Heavy-Twitter-User*innen“ wie Dorothee Bär, Stefan Liebich und Johannes Kahrs – sie schlagen die Brücke zu den twitternden Kolleg*innen anderer Fraktionen am stärksten.

Insgesamt gibt es mehr Abgeordnete ohne fraktions- und parteiinterne Spitzenposten, die sich auf Twitter gut vernetzen und die Plattform damit anders nutzen als ein Großteil ihrer Kolleg*innen. 

57 Prozent vernetzen sich über Fraktions- und Parteigrenzen hinweg
Infografik: Wieviele MdB vernetzen sich über eigene Parteigrenzen?
Sich nicht oder nur wenig zu vernetzen stellt die Normalität im Twitter-Bundestag dar. Twitter wird auch innerhalb des Bundestags von Vielen stark für eine Ein-Weg-Kommunikation und weniger zum Austausch bzw. zur Vernetzung genutzt. Twitter lediglich als Sprachrohr in die eigene Fraktion oder die Öffentlichkeit zu nutzen, ist der „default mode“.

Ganze 133 Abgeordnete sind gar nicht über Fraktionsgrenzen hinweg vernetzt. 269 der Abgeordneten sind gerade mal mit einem bis maximal 9 anderen Abgeordneten vernetzt. 138 Abgeordnete sind mit über 10 Abgeordneten vernetzt, aber lediglich 6 davon mit mehr als 59 Abgeordneten (und damit über 10% aller twitternder Abgeordneten). 



Autoren

Simon Storks
Simon Storks ist Berater bei pollytix strategic research. Er ist Soziologe (M.A.) und spezialisiert auf Methoden der empirischen Sozialforschung sowie politische Partizipationsforschung. Bei pollytix berät er auf Basis qualitativer und quantitativer Meinungsforschung Kunden im politischen und gesellschaftlichen Bereich.

Twitter: @SimonJDoe


 



Lutz Ickstadt
Lutz Ickstadt studiert Empirische Demokratieforschung (M.A.) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Wahlforschung. Zur Bundestagswahl 2017 hat er unter anderem bei einer Twitter-Analyse zum TV-Duell mitgearbeitet und den YouTube-Kanal "Was mit Wahlen" mit aufgebaut.

Twitter: @Ickyl