Mittwoch, 17. Februar 2021

Wahlplakate from Hell. Landtagswahlen Baden-Württemberg & Rheinland-Pfalz 2021

 Der Klassiker ist zurück! 

Nachdem ich im Europawahlkampf 2014, bei der Hamburger und der Bremer Bürgerschaftswahlen 2015, bei den Landtagswahlen im März und September 2016 sowie den Landtagswahlen 2017, der letzten Bundestagswahl 2017, bei den Landtagswahlen in Bayern & Hessen 2018, bei den Europa- und Kommunalwahlen 2019, bei den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen & Thüringen 2020, bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 & bei der Kommunalwahl Nordrhein-Westfalen 2020 die schönsten "Wahlplakate from Hell" präsentiert habe, konnte ich eurem Wunsch nicht widerstehen und habe auch wieder zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg & Rheinland-Pfalz (13.03.2021) einige schöne Motive drüben bei Twitter und Facebook zusammengetragen.

Hier nun alle auf einen Blick:

Baden-Württemberg


Florian Wahl, SPD

 

Alexander Kohl, FDP feat. Susanne Eisenmann (CDU)

 

Helge Kaltenbach, FDP

 

CDU Baden-Württemberg

 

CDU Baden-Württemberg

 

Jusos Mannheim

 

 

Rheinland-Pfalz

 
Johannes Klomann, SPD

 

Dr. Jovana Dzalto (Die LINKE.)

 

Malu Dreyer, SPD

 

Daniela Schmitt, FDP

 

Die PARTEI Rheinland-Pfalz

 

 

Bonus: Kommunalwahl Hessen 

 

Regina Shiels, CDU Höchst

 

Luigi Brillante, ELF Frankfurt


CDU Frankfurt/Main 

 

CDU Eberstadt

 

CDU Idstein

 

SPD Darmstadt

 

Unabhängige Fraktion Freier Bürger Darmstadt

 

Freie Wähler Darmstadt 

  

Freie Wähler Hessen

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Mit dem Messenger direkt zur Ministerin

Dies ist ein Gastbeitrag von Anke Rehlinger (SPD). Sie ist stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes und Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. Als eine der ersten Spitzenpolitiker:innen lebt sie den Bürgerdialog direkt und persönlich über Messengerdienste wie WhatsApp und Telegram. Über Ihre ersten Erfahrungen mit diesem Angebot berichtet Sie hier.

Ich habe ein Handy. Man kann mir dahin Nachrichten schreiben und sogar anrufen. Soweit, so unspektakulär. Selbst für die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin des Saarlandes ist das ja gar nicht mal ungewöhnlich. Oder doch?

SharePic mit Telefonnummer für Messengerkontakt zu Anke Rehliger - Quelle Facebook
SharePic mit Telefonummer von Anke Rehlinger
Das Saarland ist ein Land der kurzen Wege. Du hast ein Anliegen an die Politik? Na dann, sprich doch mal mit Sowieso, der ist doch in der SPD. Oder frag mal den Bürgermeister Mustermann, der kann doch die Kollegen von der CDU mal anhauen. Oder Grüne, Linke, FDP. Vielleicht lebt der saarländische Zusammenhalt auch ein Stück weit davon, dass wir im Gespräch bleiben. Dass die oft empfundene Distanz zu „der Politik“ kleiner ist, wenn man jemanden kennt. Oder jemanden kennt, der jemanden kennt. 
 

Persönlich geht vor 

Und deshalb habe ich meine Handynummer in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Natürlich kann ich nicht jederzeit ans Handy gehen. Wer kann das schon? Aber von Zeit zu Zeit nutze ich Lücken in meinem Kalender und poste bei Facebook und Instagram, dass ich erreichbar bin. Nachrichten bei Whatsapp, Telegram oder per SMS gehen jederzeit und werden von mir beantwortet. Bei manchen Fragen muss ich natürlich auch mal einen Mitarbeiter recherchieren lassen. Aber meistens antworte ich selbst kurz per Text- oder Sprachnachricht. Oder rufe auch mal zurück.

„Sie sind es ja wirklich!“ hieß es schon mal überrascht, als ich ans Handy ging. Die Anliegen sind querbeet. Vom geschlossenen Fitness-Studio, existenzieller Not der Gastronomie, über die spärliche Rente oder das knappe Kurzarbeitergeld bis hin zu Menschen, die sich freuen, einfach mal kurz zu reden. Es rufen nach meiner bisherigen Erfahrung gar nicht so viele Leute an. Ich bekomme aber die Rückmeldung, dass ganz viele es sehen und super finden, dass die Möglichkeit besteht. Und das baut dann eben Distanz ab. Bislang kündige ich es allerdings nicht im Voraus an, wann ich erreichbar bin. Zum einen bleibe ich so flexibel, das auch mal spontan zu machen, wenn ich eben Zeit habe. Und zum anderen mache ich die Erfahrung, dass so etwas dann gern von Interessensverbänden genutzt wird, um massenhaft für ihr Anliegen zu werben – und damit anderen Dialog zu blockieren. 

Der Aufwand ist überschaubar 

Bei den Nachrichten ist es so: Ich habe bislang zwischen 150 und 200 Nachrichten beantwortet, die meisten habe ich während dreier „Sprechstunden“ bekommen, die ich bislang gemacht habe. Ich bekomme also keineswegs 500 Nachrichten am Tag. Ich erkläre mir das damit, dass die Menschen schon wissen, was das für ein exklusiver Weg ist, jemandem eine Nachricht aufs Handy zu schreiben. Für eine Information, die auch leicht per Google zu finden ist, nutzen das die wenigsten.

Persönliche Telegram-Nachricht von Anke Rehlinger an Martin Fuchs
Persönliche Telegram-Nachricht
Was mich überrascht hat, ist die sehr positive Grundmelodie der Nachrichten. Während man beim Blick in manche Online-Kommentarspalte denken muss, unser Land sei voller granteliger Nörgler, die nur das Wut-Emojii kennen 😡, bekomme ich per Whatsapp durchaus besorgte, aber zuallermeist freundliche Nachrichten. Und fast immer ein „Danke“, selbst dann, wenn ich mit meiner Antwort keine sofortige Hilfe versprechen kann. Das hat vielleicht mit der direkteren und nicht ganz so anonymen Kommunikation zu tun. Da ist zum Beispiel die siebenfache Mutter, die mir sagen wollte, dass der Corona-Kinderbonus sehr gut ist. Da schreiben Eltern von ihrem Unmut über die Regelungen in Schulen. Mich erreichen Nachrichten über den Zustand von Radwegen, über einen neuen Job oder die Zukunft der Industrie. 

Viele drücken ihren Schmerz aus, weil sie ihre Lieben in Pflegeheimen nicht so besuchen können, wie sie gerne würden. Andere wollen mir einfach etwas zu bedenken geben, damit ich es in die Entscheidungen der Landesregierung einbeziehe.

 

 

 

Informationen gegen Verunsicherung 

In der immer noch vorherrschenden Corona-Krise ist eine große Verunsicherung spürbar. Dagegen hilft Information. Mit wem darf ich mich noch treffen? Darf mein Laden öffnen? Darf ich Take-Away-Food verkaufen? Wer hilft mir mit meinen Finanznöten? Im Saarland haben wir Hotlines geschaltet – allein beim Wirtschaftsministerium saßen da in der Hochphase 30-40 Mitarbeiter*innen dran, wir erstellten FAQ, klärten in Facebook-Sprechstunden zur Verordnung auf, das Saarland hat sogar einen Messenger-Chatbot eingerichtet, über meine Mailadressen beim Ministerium und beim SPD-Landesverband und über die Nachrichten-Funktion meiner Facebook- und Instagram-Seiten wurde hunderte Nachrichten beantwortet. Es ist nicht so, dass Politiker*innen nicht erreichbar wären – erst recht nicht im Saarland.

Und doch bleibt da eine Art Distanz-Vermutung, ein Vorurteil, dass „die Politiker“, die im Fernsehen zu sehen sind, weit weg sind. Das sind die allermeisten aber nicht. Vielleicht kann ein simples Handy ja dazu beitragen, die Distanz ein wenig kleiner zu machen.

 

Autorin

Anke Rehlinger (Foto: Fionn Grosse)
Anke Rehlinger (Foto: Fionn Grosse)

Anke Rehlinger (6. April 1976), in Wadern-Nunkirchen aufgewachsen, wohnt auch heute noch dort mit Mann und Sohn. Nach dem Abitur 1995 in Merzig folgte ein Jura-Studium in Saarbrücken. Nach dem zweiten Staatsexamen (2003) und ihrer Zulassung als Rechtsanwältin (2005) folgte die politische Laufbahn. 2004  wurde sie erstmals in den Saar-Landtag gewählt. Ab Mai 2012 gehört Rehlinger dem Kabinett der Großen Koalition an, zuerst als Justiz- und Umweltministerin, später und bis heute als Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. Seit 2018 ist sie Vorsitzende der Saar-SPD, seit Dezember 2019 gehört sie als Vize-Vorsitzende dem Bundesvorstand ihrer Partei an. Im Dezember 2020 wurde sie zur Beisitzerin in den Vorstand der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung gewählt. 

Rehlinger war zudem Leichtathletik-Leistungssportlerin (Kugelstoßen). 1996 stellte sie einen bis heute ungebrochenen Landesrekord mit 16,03 Metern auf.   

 

Addendum: Welche weiteren Ansätze gibt es, um Messenger in der politischen Kommunikation zu nutzen? Ein erster kurzer Überblick über einige Best Practice gibts von mir (Hamburger Wahlbeobachter) auf dem Blog adenauercampus der Konrad-Adenauer-Stiftung unter dem Zitel: "Die Messengerisierung der politischen Kommunikation"

Kennt ihr weitere Best Practce aus Politik und Verwaltung? Dann gerne her damit!  

Freitag, 13. November 2020

Wer hasst wen? – Hate Speech auf den Facebook-Seiten politischer Parteien

Dies ist ein Gastbeitrag von Bastian Rosenzweig, er hat im letzten Semester sein Bachelorstudium in Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg abgeschlossen. Im Blog präsentiert er zentrale Ergebnisse seiner Bachelorarbeit zum Thema Hate Speech auf den Facebook-Seiten deutscher Bundesparteien. Hierzu analysierte er die zwischen 2016 - 2018 auf den Facebook-Seiten von CDU, CSU, SPD, LINKE, Grünen, FDP und AfD veröffentlichten Kommentare.        

 

Logo Otto-Fiedrich-Universität Bamberg
Logo Otto-Fiedrich-Universität Bamberg
Am 1. Juni 2019 erschießt der rechtsextreme Stephan Ernst den CDU-Politiker Walter Lübcke. Sowohl im Vorfeld wie auch danach wird der Mord im Internet von Hasskommentaren begleitet. Unter anderem hetzen die AfD-nahe Ex-CDU-Politikerin Erika Steinbach und der rechtsextreme Blog PI-News mit einem vier Jahre alten Video gegen Lübcke. Morddrohungen, die in Reaktion darauf in den Kommentaren auftauchen, werden nicht gelöscht. In den Tagen nach der Tat werden Beiträge veröffentlicht, die Freude über den Tod des Politikers ausdrücken. Auch Stephan Ernst selbst räumte später ein, in der Zeit vor der Tat unter einem Pseudonym Hasskommentare gepostet zu haben.

 

Hate Speech

Der Fall Lübcke zeigt in aller Deutlichkeit, was schon länger klar ist: dass sich Hate Speech im Internet nicht von der „realen“ Welt trennen lässt. Hassbeiträge wirken auf individueller Ebene ähnlich wie Mobbing, auf gesellschaftlicher Ebene können sie den Diskurs verzerren und die strukturelle Benachteiligung bestimmter Gruppen reproduzieren. In einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW gibt über ein Drittel der Befragten an, von Hasskommentaren verängstigt zu sein. Eine Umfrage von Campact ergab, dass sich circa die Hälfte der Befragten wegen Hate Speech seltener zu ihrer politischen Meinung bekennen.

Unter Hate Speech fallen in den gängigen Definitionen alle Äußerungen, die die Herabsetzung (also nicht etwa die Kritik) bestimmter, meist marginalisierter, Gruppen zum Ziel haben. Darunter fallen beleidigende Beiträge, die auf ganze Gruppen abzielen, aber auch herabwürdigende Äußerungen gegenüber Einzelpersonen, sofern die Herabwürdigung mit der (vermeintlichen) Gruppenzugehörigkeit begründet wird.

Abbildung 1. Tortendiagramm mit Facebook-Abonnierende nach Partei
Abb 1. Facebook-Abonnierende nach Partei
Um das Ausmaß von Online Hate Speech besser einschätzen zu können, wurden in der vorliegenden Arbeit die Facebook-Seiten der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien analysiert. Untersucht wurde unter anderem, wie hoch im Zeitraum von 2016 bis 2018 der Anteil an Hasskommentaren war, welche Themen dort Hate Speech nach sich zogen und welche gesellschaftlichen Gruppen davon betroffen waren.

 

 

 

 

 

Das Ausmaß

In den drei Jahren wurden insgesamt 4.447.947 Kommentare auf den Facebook-Seiten der sieben Parteien veröffentlicht, aus denen dann eine einfache Stichprobe gezogen wurde. Hate Speech findet sich in 4,33% der Beiträge. Bei der AfD (auf die 32% aller Abonnierenden und über ein Drittel aller Kommentare abfallen) ist dieser Anteil mit 6,79% am höchsten. Darauf folgen die Grünen mit 4,76% und die Linken mit 3,38%. Da Kommentare bei Facebook von den Seitenbetreiber*innen gelöscht werden können, muss man davon ausgehen, dass der Anteil eigentlich größer ist.

Balkendiagramm Anteil an Hasskommentaren nach Partei
Abbildung 2: Anteil an Hasskommentaren nach Partei und Jahr


 

Welche Themen ziehen Hasskommentare nach sich?

Wo Hasskommentare veröffentlicht werden sagt nur bedingt etwas über deren Inhalt aus, da ja auch Rechtsradikale bei den Linken kommentieren können oder Linke bei der AfD. Aufschlussreicher ist da ein Blick auf den Inhalt bzw. die Gruppe, die das Ziel der Hassbeiträge ist. Hate Speech findet sich unter Posts zu fast allen Themen. Der größte Anteil fällt hierbei ab auf die Themen Frauenrechte (15,38%), Terrorismus (11,32%) und Rechtsextremismus (10,91%).

Abbildung 3:  Balkendiagramm mit Themen, die Hasskommentare nach sich ziehen
Abbildung 3: Themen, die Hasskommentare nach sich ziehen

 

Wer ist betroffen?

Opfer von Hate Speech sind in 46,67% der Fälle Migrant*innen, im Jahr 2017 lag der Anteil sogar bei 69,23%. Der am häufigsten gelikete Hasskommentar fällt ebenfalls in diese Kategorie und beinhaltet die Aussage: „Hälse durchschneiden , das ist was sie kennen und wollen …“ Er wurde 2018 auf der Facebook-Seite der AfD veröffentlicht und bis zur Erhebung im März 2019 nicht entfernt. Des Weiteren richten sich die Hassbeiträge gegen Politiker*innen im Allgemeinen (14,44%), Muslim*innen (12,22%) und Linke (10%). Auffällig ist, dass Hasskommentare bei den Linken in 60% der Fälle auf Linke abzielen. Auch hier scheinen also eher rechts gesinnte Personen zu kommentieren.

Abbildung 4: Balkendiagramm Betroffene nach Jahr
Abbildung 4: Betroffene nach Jahr

 

Die vor allem von Anhänger*innen der AfD immer wieder bemühte These, Rechte bzw. Konservative seien ebenso oft Opfer von Hate Speech wie alle anderen konnte nicht bestätigt werden. Nur 1,11% aller Hasskommentare richten sich gegen rechte/konservative Personen. Viel mehr lässt ein Großteil der Hasskommentare auf eine rechtsextreme Gesinnung des*der Verfasser*in schließen. Wenn man sich die Definition von Hate Speech ansieht, ist auch nichts anderes zu erwarten: Die Herabsetzung benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen wird i. d. R. von rechtspopulistischen bis konservativen Kräften vorangetrieben.

 

Hate Speech in der Echokammer

Ein weiteres Ergebnis, das aus der Arbeit hervorgeht ist, dass Kommentare, die Hate Speech enthalten öfter mit „Gefällt mir“ markiert werden als Kommentare ohne. Neutrale Beiträge erhalten im Schnitt 2,60 Likes, bei Hasskommentaren liegt diese Zahl bei 4,73. Auch hier gibt es zwischen den Parteien große Unterschiede: Bei der SPD, CDU, FDP und Linken werden Hasskommentare seltener geliket als neutrale Beiträge. Einzig bei den Grünen (2,17 zu 1,81), der CSU (2,3 zu 1,87) und der AfD (5,97 zu 2,89) werden Hasskommentare häufiger mit „Gefällt mir“ markiert, bei der AfD sogar mehr als doppelt so häufig. Da die Hate Speech-Beiträge hauptsächlich auf rechtsradikale bis rechtsextreme Gesinnungen schließen lassen, kann man aufgrund dieser Zahlen davon ausgehen, dass die Seite der AfD eine Art Echokammer für solcherlei Ansichten bildet.

Auch wird auf Posts (der Parteien selbst), die bereits Hate Speech enthalten häufiger mit Hasskommentaren reagiert wird als auf andere. Auf „neutrale“ Posts folgt in 4,23% der Fälle Hate Speech, bei Hassposts ist dieser Anteil mit 8,47% ungefähr doppelt so hoch. Da die AfD die einzige Partei ist, die regelmäßig selbst Hate Speech-Beiträge veröffentlicht, kann man vermuten, dass sie selbst zum Anteil der Hasskommentare beiträgt.

 

Rechtsextremer Hass

Insgesamt ist erkennbar, dass Hate Speech erstens häufig (in mindestens 4,33% der Fälle) anzutreffen und zweitens eine vor allem rechtsextreme Angelegenheit ist.

4.33% scheinen kein so großer Anteil zu sein. Allerdings muss man beachten, dass hierunter wirklich nur Hate Speech fällt und keine reinen Falschinformationen, Beleidigungen oder harmlosere hämische Kommentare. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass sechs der sieben Parteien angeben, solche Beiträge zu löschen. Zudem enthalten über 35% der Posts auf die sich die Kommentare beziehen nur harmlose parteibezogene Inhalte wie Mitgliederwerbung, anstehende Termine oder Feiertagswünsche.

Abbildung 5: Tortendiagramm Politische Einordnung der Hasskommentare
Abbildung 5: Politische Einordnung der Hasskommentare

Dass das Phänomen Hate Speech tendenziell rechtsextremer Natur ist, ist einerseits an den betroffenen Themen und Gruppen erkennbar, andererseits auch am Facebook-Auftritt der AfD selbst. So ist sie die einzige Partei, die keine Kommentarregeln auf ihrer Seite eingebunden hat und auch keine solchen anzuwenden scheint, da sie eine hohe Zahl von Hasskommentaren stehen lässt, selbst wenn darin gefordert wird, anderen Menschen die Hälse durchzuschneiden. 

 

Die komplette Bachelorarbeit von Bastian Rosenzweig gibt es bei Das NETTZ zum Download

 

Autor 

Portrait Bastian Rosenzweig
Bastian Rosenzweig
Bastian Rosenzweig studiert an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Philosophie im Master. Zuvor absolvierte er ein Bachelorstudium in Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, in dessen Rahmen er sich mit Online Hate Speech beschäftigte.

Twitter: @bastianrosen2g

 

 

 

 

 

Dienstag, 28. Juli 2020

Wahlplakate from Hell: Kommunalwahl Nordrhein-Westfalen 2020

Der Klassiker ist zurück! 

Nachdem ich im Europawahlkampf 2014, bei der Hamburger und der Bremer Bürgerschaftswahlen 2015, bei den Landtagswahlen im März und September 2016 sowie den Landtagswahlen 2017, der letzten Bundestagswahl 2017, bei den Landtagswahlen in Bayern & Hessen 2018, bei den Europa- und Kommunalwahlen 2019, bei den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen & Thüringen 2020 und bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 die schönsten "Wahlplakate from Hell" präsentiert habe, konnte ich eurem Wunsch nicht widerstehen und habe auch wieder zur Kommunalwahl NRW (13.09.2020) einige schöne Motive drüben bei Twitter und Facebook zusammengetragen.

Hier nun alle auf einen Blick:


Lissi von Bülow, SPD (Bonn)

Nicole Bonnie, CDU (Bonn)

Dr. Martin Sommer, parteilos (Kreis Steinfurt)

Reiner Burgunder, CDU (Bonn)

Matthias Großgarten, SPD (Niederkassel)

Thomas Geisel, SPD (Düsseldorf)
 
 
Klaudia Zepuntke, SPD (Düsseldorf)

Olaf Finke, SPD (Xanten)
 
Andreas Kossiski, SPD (Köln)
 
Stephan Keller, CDU (Düsseldorf)

Anna Katharina Bölling, CDU (Minden-Lübbecke)

Sebastian Mies, CDU (Köln)

Thomas Walter, CDU (Hagen)
 
Enno Schaumburg, CDU (Hardtberg)
 
Magga Ritter, CDU (Monschau)
 
Christoph Jansen, CDU (Bad Godesberg)
 
Michael Dreier, CDU (Paderborn)
 
Achim Wyen, FDP (Mönchengladbach)


Simon Gerhard, FDP (Rheda-Wiedenbrück)

Simon Mrotzek, FDP (Herzogenrath)
 
Franziska Müller-Rech, FDP (Bonn)
 
Jan Maik Schlifter, FDP (Bielefeld)
 
Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP (Düsseldorf)
 
Johannes Wippern (FDP), Bonn
 
Dr. Cliff Gatzweiler (FDP), Aachen
 
Birgit Steenken (FDP), Barmen
 
Rainer Ludwig, BfB (Bielefeld)
 
Ana Trajanovska, Freie Wähler (Düsseldorf)
 
Sascha H. Wagner (Die LINKE), Xanten
 
Ralf Sondermeyer & Michael Wolframm (Die LINKE), Hohenlimburg
 
Utz Kowalewski, (Die LINKE), Dortmund 
 
Christian Küsters (Grüne/SPD/FDP), Nettetal
 
Peter Todeskino (Grüne), Münster
 
Leon Herbstmann (Grüne), Münster
 
Arnela Sacic (Bündnis 90/Die Grünen), Hamm
 
Stefan Borggraefe (Piratenpartei), Witten

Stefan Job, Klimaliste (Düsseldorf)
 
Olaf Schlösser, Die PARTEI (Dortmund)

Die PARTEI Münster feat.  Dr. Michael Jung (SPD)

Die PARTEI Moers feat. Dino Maas (FDP)
 
Die PARTEI Köln feat. AfD
 
Die PARTEI Düsseldorf feat. Daria Jablonowska (FDP)

Die PARTEI Korschenbroich feat. CDU Korschenbroich
 
 
FDP Münster feat. Cem Özdemir (Grüne)

Unabhängiges Bürger-Forum Bielefeld (UBF)
 
BfB Bielefeld
 
 
Piratenpartei Ennepe-Ruhr-Kreis
 
FBI Xanten
 
Bürger für Herford
 
Unabhängige Bürgerpolitik Minden
 
Die PARTEI Köln
 
 
Die LINKE. Lennstadt 
 
SPD Bochum

SPD Wassenberg
 
SPD Manfort
 
SPD

FDP Hochsauerlandkreis
 
FDP Rheine
 
FDP Harsewinkel 
 
FDP Kempen 
 
FDP Xanten
 
FDP Nettetal
 
FDP Gevelsberg

 FDP 
 
Bündnis 90/ Die Grünen Kempen 
 
Bündnis 90/Die Grünen
 
CDU Köln

CDU Monheim am Rhein
 
CDU Hamm (OB Thomas Hunsteger-Petermann)
 
CDU Hamm (OB Thomas Hunsteger-Petermann)
 
CDU Arnsberg
 
CDU Köln 
 
CDU Rheine

CDU Bonn Beuel
 
 CDU Oberhausen
 
 
 
AfD Düsseldorf

 

AfD NRW 


 

Bonustracks - nicht aus NRW


Constance Arndt (Bürger für Zwickau)

 

Michael Jakob (parteilos), Zwickau 

 

Jürgen Dettmann (Freie Wähler Mecklenburg-Vorpommern)

 

Ulrich Oehme (AfD), Chemnitz