Mittwoch, 22. Februar 2017

Wahlplakate from Hell: Landtagswahl Saarland und Schleswig-Holstein

Der Klassiker ist zurück! 

Nachdem ich bereits im letzten Europawahlkampf, bei der Hamburger und der Bremer Bürgerschaftswahl, bei den drei Landtagswahlen im März und im September 2016 die schönsten "Wahlplakate from Hell" präsentiert habe, konnte ich eurem Wunsch nicht widerstehen und habe auch wieder zu den Landtagswahlen im Saarland (26. März 2017) und Schleswig-Holstein (07. Mai 2017) einige schöne Motive drüben bei Twitter und Facebook zusammengetragen.

Hier nun alle auf einen Blick:

Saarland


Die Linke Saarland

Die Linke Saarland
[Dieses Motiv stammt bereits aus dem saarländischen Landtagswahlkampf 2012. Danke für den Hinweis an Thorsten Bischoff]

Piratenpartei Saarland
[Alle #MachDichFrei-Plakate der Piratenpartei Saar gibts hier]

FDP Saarland

Bündnis 90/Die Grünen Saarland 
 
Bündnis 90/Die Grünen Saarland
 
SPD Saar 
 
Die PARTEI Saar 
 
Liberal-Konservative Reformer Saarland
 
Peter Richter, NPD Saarland

 

 

Außer Konkurrenz 


Thorsten Przygoda, OB-Kandidat Darmstadt, parteilos 
 
Kerstin Lau, OB-Kandidatin Darmstadt, Uffbasse Darmstadt


Sollte ich weitere sehenswerte Exemplare übersehen habe, freue ich mich immer über sachdienliche Hinweise unter martin.fuchs@hamburger-wahlbeobachter.de, die Kommentarspalte sowie Facebook und Twitter. ;)

#ltwsaar #ltwsaar17 #ltwsh



Dienstag, 7. Februar 2017

Mit Facebook und Twitter in den Bundestag? Der Einfluss von Social Media auf den Wahlerfolg

Dies ist ein Gastbeitrag von Dr. Kay Hinz. Er promovierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum Thema "Kandidaten und ihre Unterstützer im Online-Wahlkampf" und ist als Berater bei der politischen Kommunikationsberatung neues handeln in Berlin tätig. 
HHU Düsseldorf
Logo Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Soziale Online-Netzwerke gewinnen in Wahlkämpfen bereits seit Jahren stetig an Bedeutung. Wie Politiker Plattformen wie Facebook und Twitter nutzen, wird von den Medien, politischen Mitbewerbern und Bürgern wahrgenommen. Die Kommunikation wirkt also über das Web 2.0 hinaus. Dass Online-Kommunikation auch mit dem Wahlerfolg von Kandidaten zusammenhängen kann, liegt daher nahe. Dies gilt vor allem für Direktkandidaten in den Wahlkreisen. Anders als Kandidaten der Landeslisten sind sie eher Einzelkämpfer und müssen für ihren Einzug in den Bundestag vor Ort kämpfen. Für Direktkandidaten ist es wichtig, potentielle Unterstützer umfangreich zu informieren , sie zu mobiliseren und im Wahlkreis vernetzt zu sein.

Da Soziale Online-Netzwerke mittlerweile zum Wahlkampf von Direktkandidaten dazugehören, ist zu klären, ob deren Nutzung auch außerhalb des Internets Effekte hat: Bestehen begründete Zusammenhänge zwischen Online-Kommunikation und dem Wahlerfolg bei der Bundestagswahl 2013?

Die Frage wird mit Daten aus der Studie „Kandidaten und ihre Unterstützer im Online-Wahlkampf. Die Bundestagswahl 2013 im Web 2.0“ beantwortet, die 2017 im Verlag VS Springer erschienen ist. Mit Befunden zu über 600 Kandidaten wurde untersucht, wie Kandidaten und Bürger im Online-Wahlkampf auf Facebook und Twitter miteinander kommunizieren und wovon dies beeinflusst wird.

Theoretischer Zusammenhang von politischer Online-Kommunikation und Wahlerfolg 

 
Wahlerfolg hängt nicht nur vom Kandidaten oder von seiner Online-Aktivität ab. Nicht zuletzt ist dafür relevant, welcher Partei ein Kandidat angehört. Dennoch können Kommunikation und Interaktion das Image eines Kandidaten prägen und in Zustimmung zu ihm und in seiner Wahl münden. 

Kandidaten und ihre Unterstützer im Online-Wahlkampf
Promotion Dr. Kay Hinz
Die Kommunikationswissenschaft unterscheidet vier Funktionen, die Kandidaten im Online-Wahlkampf erfüllen können: Information, Vernetzung, Mobilisierung und Nutzerpartizipation. Diese vier Funktionen unterliegen dem Ziel des Wahlkampfes, Wähler zu rekrutieren. Dass die Erfüllung der Funktionen über das Netz hinaus wirkt, ist nicht unrealistisch: Online vermittelte Informationen können offline aufgenommen oder über traditionelle Massenmedien weiterverbreitet werden; Vernetzung im Web 2.0 bedeutet Bekanntheit und kann eine Wahlabsicht begünstigen; Mobilisierung und die Nutzerpartizipation in Sozialen Online-Netzwerken können auch am Wahltag eine Wirkung entfalten, weil sie inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Kandidaten zeigen.




 

Datengrundlage und Messung der Funktionen


Um sicherzustellen, dass Kandidaten zur Bundestagswahl 2013 ihre Facebook- und Twitter-Profile primär für die öffentliche Kommunikation in ihrer Rolle als Politiker genutzt haben, wurden nur öffentlich zugängliche Fan-Seiten (Facebook) oder Profile (Twitter) der Kandidaten mit realistischer Chance auf Einzug in den Bundestag betrachtet. Untersucht wurden 436 Direktkandikandidaten aus allen 299 Wahlkreisen. Der Einzug in den Bundestag wurde als Wahlerfolg bewertet.

Information
Ein Kandidat kann Bürger nur dann informieren, wenn er über ein Profil in einem Sozialen Online-Netzwerk verfügt. Zudem ist die Anzahl der Beiträge relevant, die ein Kandidat während des Wahlkampfes im Netzwerk veröffentlicht hat.

Vernetzung
Die Vernetzung wurde anhand der Unterstützerzahl gemessen, die ein Kandidat einen Monat vor der Bundestagswahl 2013 im Netzwerk hatte.

Mobilisierung
Wie stark es Kandidaten gelingt, Unterstützer zu mobilisieren, wurde bei Facebook und Twitter auf jeweils zwei Arten überprüft: Durch die Entwicklung der Unterstützerzahl während des Wahlkampfes sowie durch die relative Anzahl der multiplizierten Kandidatenbeiträge.

Partizipation
Für die Nutzerpartizipation wurde erhoben, wie viele inhaltliche Beiträge Bürger auf dem Facebook- und Twitter-Profil eines Kandidaten hinterlassen haben. Dies wurde relativ zur Unterstützerzahl erfasst.

Ergebnisse: Online-Kommunikation und Wahlerfolg von Kandidaten


Um zu zeigen, wie es insgesamt um die Kommunikation von Direktkandidaten bestellt war, finden sich hier zunächst einige Eckdaten zum Online-Wahlkampf 2013 auf Facebook und Twitter:

Infografik
Infografik 1: Nutzung von Twitter und Facebook im Bundestagswahlkampf 2013 - untersuchte Kandidaten

Eine große Mehrheit der Direktkandidaten hat Soziale Online-Netzwerke für die eigene Vermarktung genutzt. 77 Prozent von ihnen waren auf Facebook und/oder Twitter präsent. In den letzten 30 Tagen vor der Bundestagswahl veröffentlichen sie durchschnittlich 66 (Facebook) bzw. 58 (Twitter) Beiträge und somit etwa zwei Beiträge täglich.

Im Median verfügen Direktkandidaten einen Monat vor der Bundestagswahl über 375 (Facebook) bzw. 482 (Twitter) Unterstützer, an die sie ihre Beiträge richten konnten. Sie konnten ihren Unterstützerkreis während des Wahlkampfes durchschnittlich um 28 Prozent (Facebook) bzw. 18 Prozent (Twitter) erweitern.

Nur ein geringer Anteil der Nutzer ließ sich zur Multiplikation von Beiträgen mobilisieren. Durchschnittlich 7 Prozent (Facebook) bzw. 9 Prozent (Twitter) der Unterstützer teilten in den letzten 30 Tagen vor der Bundestagswahl einen Kandidatenbeitrag. Bei der Nutzerpartizipation zeigte sich ein ähnliches Bild. Zwar wurde auf Facebook (15%) mehr kommentiert als auf Twitter (4%), doch wird deutlich, dass der größte Teil der Unterstützer sich nicht aktiv im Web 2.0 beteiligt, sondern passiv Inhalte konsumiert

Ob die Erfüllung von Funktionen des Online-Wahlkampfes einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit hat, mit der ein Direktkandidat in den Bundestag einzieht, wurde mit logistischen Regressionen geprüft. Dabei zeigen sich positive Zusammenhänge zwischen der Facebook-Präsenz und der Chance auf das Direktmandat. Präsenz auf Twitter hingegen erhöhte nicht die statistische Chance, in den Bundestag einzuziehen. Da die reine Präsenz im Web 2.0 nicht zeigt, wie die Online-Kommunikation zwischen Kandidaten und Bürgern ausgestaltet ist, waren weitere Analysen notwendig. Deutlich wurde aber bereits hier, dass die Präsenz von Direktkandidaten bei Facebook einen Vorteil für Kandidaten bedeuten kann. Derjenige, der auf Facebook präsent war, hatte eine um 7 Prozent höhere Chance, in den Bundestag einzuziehen, als derjenige, der es nicht ist war.

Ein differenziertes Bild bietet die Analyse, wie die Erfüllung von Funktionen des Online-Wahlkampfes mit dem Einzug in den Bundestag zusammenhing.

Die Abbildung zeigt, wie stark die Erfüllung die Chance auf Wahlerfolg beeinflusst hat. 10 veröffentlichte Beiträge auf Facebook mehr erhöhten die Chance auf Wahlerfolg um 5,7 Prozent. Wer also 30 Beiträge auf Facebook veröffentlicht hat, hatte eine um 5,7 Prozent höhere statistische Chance auf Wahlerfolg als jemand, der 20 Beiträge veröffentlicht hat. 100 Unterstützer auf Twitter mehr erhöhten die Chance auf Wahlerfolg um 30,2 Prozent. Bei den übrigen Faktoren veränderte ein Prozent mehr bzw. weniger die Chance auf Wahlerfolg um die Prozentangaben im Balkendiagramm. Die Werte zur Multiplikation und Partizipation waren gering und variierten kaum zwischen den Kandidaten.

Infografik
Infografik 2: Übersicht über Einfluss der Erfüllung von Funktionen des Online-Wahlkampfes auf den Wahlerfolg

Häufige Online-Aktivität von Direktkandidaten während des Wahlkampfes erhöhte die Chance, dass diese in den Bundestag einzogen. Verbreitung von Informationen in Sozialen Online-Netzwerken konnte auf die Wahlentscheidung von Nutzern einwirken.

Wie stark Kandidaten in Sozialen Online-Netzwerken mit Unterstützern vernetzt waren, beeinflusste die Chance auf einen Wahlerfolg ebenfalls positiv. Eine breite Vernetzung in der potentiellen Wählerschaft half Politikern dabei, auch über das Web 2.0 hinaus sichtbar zu sein.

Wer im Wahlkampf neue Unterstützer auf Facebook mobilisiert hat, erhöhte seine Chance auf Einzug in den Bundestag. Bei Twitter zeigte sich dies nicht. Facebook ist in der Gesamtbevölkerung in Deutschland weiter verbreitet als Twitter. Außerdem ist es schon semantisch ein Unterschied, ob sich ein Netzwerknutzer mit einer Seite bei Facebook („Gefällt mir!“) oder einem Profil bei Twitter („Folgen“) vernetzt. Insofern ist das Folgen nicht automatisch eine Sympathiebekundung. Festzuhalten bleibt, dass es für Kandidaten sinnvoll ist, während des Wahlkampfes um neue Unterstützer zu werben, um sie kontinuierlich mit Informationen erreichen zu können.

Eine hohe Zahl multiplizierter Beiträge hing nicht direkt mit dem Wahlerfolg zusammen. Es war für Direktkandidaten eher bedeutsam, neue Unterstützer zu generieren als vorhandene Unterstützer zum Teilen von Beiträgen anzuregen. Wichtiger war, dass Unterstützer Informationen wahrgenommen haben, als dass sie diese weiterverbreit haben. Facebook- und Twitter-Nutzer teilen nicht nur Beiträge, die ihrer Meinung entsprechen, sondern vor allem solche Beiträge, die polarisieren oder (unfreiwillig) komisch sind. Insofern sind Shares und Retweets nicht unbedingt Anzeichen für einen erfolgreichen Wahlkampf. Dennoch helfen sie Kandidaten dabei, Teil der öffentlichen Debatte zu bleiben und können somit indirekt auf deren Bekanntheit und öffentliche Wahrnehmung einwirken.

Die Partizipation von Nutzern auf den Kandidatenprofilen war nicht positiv mit dem Wahlerfolg eines Kandidaten verknüpft. Inhaltliche Auseinandersetzung der Nutzer mit Beiträgen von Kandidaten fand auf den Profilen allerdings ohnehin kaum statt.

Fazit


Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Erfüllung von Funktionen des Online-Wahlkampfes und dem Wahlerfolg von Direktkandidaten bei der Bundestagswahl 2013. Außer zur Präsenz auf den Plattformen und zur Mobilisierung neuer Unterstützer wiesen die Befunde für Facebook und Twitter jeweils in dieselbe Richtung. Soziale Online-Netzwerke sind wichtige Instrumente für Kandidaten, um kommunikativen Kontakt zu Bürgern einzugehen. Ihre Nutzung darf zwar bislang nicht als potentiell wahlentscheidend verstanden werden, ein tendenzieller Einfluss ist jedoch erkennbar. 

Besonders die Aktivität im Web 2.0 und ein hoher und weiter wachsender Unterstützerkreis erhöhen die Bereitschaft, für einen Kandidaten zu stimmen. Dabei ist Kommunikation in Sozialen Online-Netzwerken nicht für sich alleinstehend zu betrachten. Nachrichtenmeldungen im Fernsehen und in der Zeitung werden häufig mit aktuellen Diskussionsentwicklungen bei Facebook oder Twitter gespickt, ebenso wie die Meldungen traditioneller Massenmedien in Sozialen Online-Netzwerken verbreitet und diskutiert werden.

Die wachsende Gruppe der Digital Natives, die sich vor allem online auf dem Laufenden hält, wird über traditionelle Medien immer seltener erreicht. Kandidaten, die ihre Chance auf einen Wahlerfolg erhöhen möchten, sollten daher präsent im Web 2.0 sein, dort regelmäßige Aktivität zeigen und einen möglichst großen Unterstützerkreis aufbauen, den sie auf direktem Wege erreichen können. Dies mag trivial klingen, ist es aber nicht, wenn man beachtet, dass etliche Kandidaten zur Bundestagswahl 2013 inaktive Profile hatten oder etwa ein Viertel generell das Web 2.0 mied.

 
Autor

neues handeln berlin
Dr. Kay Hinz
Dr. Kay Hinz hat Politik- und Sozialwissenschaften studiert und in der Kommunikations- und Medienwissenschaft im Graduiertenkolleg LinkDe an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf promoviert. Seine Dissertation ist unter dem Titel Kandidaten und ihre Unterstützer im Online-Wahlkampf bei Springer VS erschienen. Seit April 2016 ist Kay Hinz in der politischen Kommunikationsberatung bei der Agentur neues handeln in Berlin tätig.


Donnerstag, 26. Januar 2017

WhatsApp im Wahlkampf: Van der Bellen kriecht dem Wähler ins Ohr

Dies ist ein Gastbeitrag von Johannes Hillje. Er arbeitet als Politik- und Kommunikationsberater in Berlin und Brüssel. Im Jahr 2014 leitete er den Europawahlkampf der Europäischen Grünen Partei

Alexander Van der Bellen vor Österreich-Flagge
WhatsApp-Kanal von Alexander van der Bellen
“Hallo! Mein Name ist Alexander van der Bellen. Und ich möchte Sie ganz herzlich auf diesem neuen Kommunikations- kanal begrüßen.” - Wer Anfang November eine WhatsApp-Nachricht an die Handynummer von Van der Bellens Wahlkampfzentrale schickte, bekam prompt eine Sprachnachricht mit diesen Zeilen zurück. Erst spät im Wahlkampf entschied sich der heutige Bundespräsident Österreichs WhatsApp als Kampagnenkanal zu nutzen. Hat diese Strategie zum Wahlsieg beigetragen?

Van der Bellen gewann bei den Jungwählern hinzu 


So verlockend es sein mag, direkte Zusammenhänge zwischen einer einzelnen Wahlkampfaktivität und dem individuellen Wählerverhalten sind empirisch selten haltbar. Das Wählerverhalten ist zu komplex, von vielschichtigen, manchmal gar irrationalen Motiven getrieben, in keinem Fall aber auf eine einzige Formel zu reduzieren. Dennoch gibt es einige Indizien dafür, dass die Nutzung von WhatsApp ein cleverer und nützlicher Schachzug Van der Bellens war. Allem voran: Bei jungen Männern bis 29 Jahren legte Van der Bellen in der Wiederholungswahl vom 4. Dezember stolze 5% zu. Auch bei Frauen derselben Alterklasse gewann der Grüne nochmals 2 Prozentpunkte von 67% auf 69% hinzu. Es ist diese junge Altersgruppe, die zu den heavy users von WhatsApp gehören. In Österreich nutzen 92% der 15-29jährigen mobilen Internetnutzer Messenger mindestens mehrmals pro Woche. Auch in Deutschland ist WhatsApp führend unter den Kurznachrichtendiensten: 63% der Internetnutzer verwenden die App, bei vielen jungen Deutschen hat der Messenger mittlerweile der klassischen SMS den Rang abgelaufen.

Gegen einen signifikanten Beitrag der WhatsApp-Kampagne zum Wahlsieg Van der Bellens spricht, dass zum Vergleich zu den hohen Fan- und Followerzahlen auf Facebook und Twitter, nur mehrere Tausend Wähler die WhatsApp-Nachrichten abonnierten. Andererseits wurde das Ausmaß des Schneeballeffekts, der sich auf Facebook vor allem durch die Anzahl der “Shares” und auf Twitter durch “Retweets” manifestiert, nicht gemessen. Zum Weiterleiten der Nachrichten, insbesondere der Bilder, Videos und Audio-Botschaften, rief Van der Bellen seine WhatsApp-Community immer wieder auf.

Die Stimme des Kandidaten auf dem Handy 


Begrüßungsbotschaft Van der Bellen
Die Audio-Botschaften wurden speziell für WhatsApp aufgenommen und sind ein mediumspezifisches Phänomen. Immer mehr Nutzer von Messengerdiensten sprechen mittlerweile ihre Nachrichten ein statt sie einzutippen. Zu Van der Bellen passt dieses Format besonders gut, da er kein Digitaljunkie ist und das Bespielen der sozialen Netzwerke an sein Team delegiert hat. Der Authentizitätsmangel, der daraus bei vielen Politikern resultiert, wird durch das Audioformat aufgehoben: Die Sprachnachrichten des Kandidaten erzeugen eine Nähe zum Wähler, die eine Textbotschaft, vor allem wenn sie von Mitarbeitern geschrieben wird, nicht herstellen kann. Folglich bekam Van der Bellen viele persönliche Sprach- und Videonachrichten als Antwort seiner WhatsApp-Abonnenten zurück.

Das kann man als besondere Verbundenheit der Unterstützer zum Kandidaten verstehen, denn eine Sprachnachricht zu formulieren und aufzunehmen fordert einem Nutzern deutlich mehr als einen Tweet oder Facebook-Kommentar abzugeben. Neben den Audio-Nachrichten verschickte Van der Bellen über WhatsApp außer ein paar “Behind-the-Scenes”-Eindrücken, vor allem Videos, Bilder und Veranstaltungshinweise, die auch über die anderen Digitalkanäle der Kampagne verbreitet wurden.

Nun ist Van der Bellen kein Pionier der politischen Kommunikation über WhatsApp, aber der neue österreichische Bundespräsident hat zwei wichtige Prinzipien digitaler Wahlkampfführung lehrbuchmäßig umgesetzt:

Erstens, er hat jenen Kanal gewählt, der in den Kommunikationsgewohnheiten seiner Kernwählergruppe eine sehr wichtige Rolle spielt.

Zweitens hat er mit den Sprachbotschaften auf diesem Kanal auf eine Art und Weise kommuniziert, die sowohl zu seinem Image und persönlichen Digitalisierungslevel als auch zum Nutzerverhalten seiner Zielgruppe passen.

Chancen und Risiken für den Bundestagswahlkampf 


Mobilisierungsaufruf via WhatsApp
Wird WhatsApp auch im Bundestagswahlkampf 2017 eine Rolle spielen? Zweifelsohne wird der Messenger zum Einsatz kommen. Schon in den letzten Landtagswahlkämpfen oder als Instrument zur regelmäßigen Bürgerkommunikation wird WhatsApp punktuell eingesetzt. Aufgrund der ersten Erfahrungen mit dem Einsatz von WhatsApp, auch als Mittel der Kundenkommunikation von Unternehmen, der Unterstützerbindung von Hilfsorganisation oder der Newsletterkommunikation von Medien, machen meines Erachtens drei Aspekte den Messenger zu einem relevanten Kanal der Wahlkampfkommunikation:

1. WhatsApp-Nachrichten werden gelesen. Während Email-Newsletter in vielen Fällen nur von durchschnittlich 25% der Empfänger geöffnet werden, erreichen viele WhatsApp-Versendungen Öffnungsraten von über 90%. Offenbar haben WhatsApp-Nachrichten noch eine andere Wertigkeit als Emails. Nachrichten werden nicht ungelesen gelassen. Das Phänomen von Spam gibt es dort noch nicht. Das kann sich aber natürlich schnell ändern.

2. WhatsApp ist näher dran am Nutzer. Auf Facebook sind wir Fans von dutzenden Seiten, auf Twitter und Instagram folgen wir hunderten Nutzern - auf diesen “Newsfeed”-basierten Plattformen konkurrieren permanent sehr viele Botschaften miteinander. Wer sich nicht der Logik der Algorithmen unterwirft, hat kaum noch eine Chance durchzukommen. WhatsApp-Nachrichten funktionieren hingegen wie eine SMS, sie werden viele Menschen direkt als Push-Nachricht auf dem Bildschirm angezeigt und konkurrieren meist nur mit den Nachrichten von Freunden oder Kollegen. Keine schlechte Sache, wenn man sich als Wahlkämpfer zwischen die Nachrichten von Freundin X und Bruder Y einsortieren kann.

3. WhatsApp ist ein Vehikel zum Engagement. Wer seine Mobilnummer einer Partei oder einem Kandidaten gibt und einwilligt über WhatsApp angeschrieben zu werden, ist allein durch das Überwinden dieser Hürden eine wertvolle Ressource. Es ist deutlich wahrscheinlicher, dass ein WhatsApp-Kontakt zu freiwilligem Engagement im Wahlkampf bereit ist als ein Facebook-Fan. Wenn man seine WhatsApp-Kontakte regional sortieren kann (z.B. durch PLZ-Abfrage bei der Registrierung), gibt es vom Aufruf zum Mitmachen beim lokalen Haustürwahlkampf bis zur Einladung zur Wahlkampfveranstaltung im eigenen Stadtteil vielfältige Möglichkeiten.

Alexander van der Bellen
Audio & Textbotschaft via WhatsApp
Die Chancen von WhatsApp als Wahlkampfinstrument wird jedoch getrübt von den laxen Datenschutzbestimmungen des Anbieters. Die Weitergabe von Nutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook hat dem Ansehen der App weiter geschadet. Wer in seinem Wahlprogramm für besonders verbraucherfreundlichen Datenschutz in sozialen Netzwerken eintritt, muss sich fragen, ob die Nutzung solcher Dienste als Wahlkampftool nicht gegen die eigenen Prinzipien verstößt. Diese “practice what you preach”-Herausforderung gilt jedoch nicht nur für WhatsApp, sondern für fast alle großen sozialen Netzwerke.












Autor: 

Portraitfoto
Johannes Hillje (Foto: privat)
Johannes Hillje arbeitet als Politikberater in Berlin und Brüssel. 2014 leitete er den Europawahlkampf der Europäischen Grünen Partei. Davor arbeitete er für das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) in New York im Bereich "Global Campaigning/ Communications". Hillje studierte "Politics & Communication" an der London School of Economics (LSE) und Politikwissenschaft und Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

Twitter: @JHillje

Mittwoch, 4. Januar 2017

Die neue Offenheit – Wie die Digitalisierung die Interessenvertretung verändert

Dies ist ein Gastbeitrag von Jan Böttger (Managing Partner) und Daniel Enke (Director) von der Agentur 365 Sherpas - Corporate Affairs & Policy Advice. 365 Sherpas ist eine Berliner Agentur mit dem Schwerpunkt politisch-strategische Beratung für Unternehmen und Institutionen.

Logo 365 Sherpas - Corporate Affairs & Policy Advice
Das waren noch Zeiten: Kontakte wurden im Adressbuch aus Papier verwaltet, Dokumente kamen in aller Regel per Post, Computer waren zu schwer zum Herumtragen und das Mobiltelefon ein kleiner Koffer mit großer Antenne. Das war damals am Rhein. Heute an der Spree sieht die Sache anders aus. Computer passen in die Hosentasche, Nachrichten und Dokumente sind jederzeit mobil verfügbar und Kontakte werden in Datenbanken gepflegt. Die Digitalisierung hat das politische Berlin verändert – technologisch, aber auch kulturell.

Der Wandel drückt sich in der ungeheuren Beschleunigung politischer Debatten aus, der kommunikativen Schlagkraft auch kleinster Interessengruppen, in einer direkten politischen Auseinandersetzung nahezu ohne Gatekeeper und der Erwartung der digitalen Community nach eindeutigen Positionen. Auch hier gilt das alte Sprichwort: „Wer nicht am Tisch sitzt, steht auf der Speisekarte.“ Sind Unternehmen und Verbände nicht in der Lage, ihre Positionen digital auffindbar zu machen und die Inhalte der Logik der digitalen Welt anzupassen, findet ein wichtiger Teil der Debatte ohne sie statt. Daraus lassen sich fünf Ratschläge für die digitale Politikkommunikation ableiten:

1. Wer nicht auffindbar ist, existiert nicht.


Aktuelle Studien zeigen, dass die digitale Auffindbarkeit politischer Positionen im Internet für Interessenvertreter immer wichtiger wird. Eine Umfrage unter Büroleitern von Bundestagsabgeordneten hat ergeben, dass neun von zehn Büroleitern täglich Suchmaschinen für ihre Fachrecherchen nutzen. Wenn also Büroleiter für die nächste Rede ihrer Abgeordneten recherchieren oder ein Fachgespräch vorbereiten, sollten die Unternehmenspositionen im Suchmaschinenranking möglichst unter den ersten Treffern auftauchen. Es reicht also nicht, eine Website mit politischen Inhalten online zu stellen. Die eigenen Positionen müssen neben der Politik auch für die Suchmaschinen Relevanz haben. Darüber hinaus sollten einzelne Beiträge immer auch in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Schließlich sind 96 Prozent aller Bundestagsabgeordneten und deren Teams in sozialen Netzwerken aktiv.

Screenshot Jan Böttger
Tweets zu #digitalesDE













2. Nichts ist langweiliger als Einbahnstraßen-Kommunikation.


Klar ist, Sie wollen Ihre Positionen vermitteln. Doch einen ganzen Internetauftritt voller Lobhudeleien auf das eigene Unternehmen möchte niemand ein zweites Mal anklicken. Ordnen Sie Ihre Positionen in eine Debatte ein, lassen Sie andere Akteure zu Wort kommen, werden Sie zum Aggregator interessanter und relevanter Debattenbeiträge zu einem Thema. So tut es beispielsweise das Digitale Hauptstadtbüro der METRO GROUP. Im Stil eines Mediums interviewt das Konzernbüro regelmäßig politische und gesellschaftliche Akteure zu ihrer Sicht auf aktuelle Handelsthemen. Auch kritische Meinungen sind willkommen oder werden gar in einem Doppelinterview direkt gegenübergestellt. Zusätzlich werden auf der Website interessante Tweets rund um Handel und Ernährung durch das METRO GROUP Team kuratiert. So wird das Digitale Hauptstadtbüro zum Newsroom.

Screenshot Digitales Hauptstadtbüro
Doppelinterview Thorben Albrecht (BMAS) und Heiko Hutmacher (Metro AG) auf den Seiten der Metro AG


















 

3. Like & Share ergänzen Bild, BamS und Glotze.


Gerhard Schröder sagte einmal: „Zum Regieren brauche ich nur Bild, BamS und Glotze.“ Würde er heute noch regieren, wären Like & Share hinzugekommen. Denn es gilt: Gut ist, was schnell rezipierbar, teilbar, klickbar und zitierbar ist. So müssen komplexe politische Sachverhalte visuell durch Infografiken übersetzt oder per Videosequenz in Sekundenschnelle erklärt werden. So praktiziert es beispielsweise Telefónica Deutschland, in deren eigens geschaffener Eventlocation BASECAMP beinahe täglich Veranstaltungen rund um die digitale Transformation stattfinden – ob Netzpolitik, digitale Arbeitswelt, Handel 4.0 oder Shareconomy. Die besten Soundbites der Vorträge und Diskussionen werden über die sozialen Netzwerke geteilt. Vordefinierte Hashtags sorgen für die Auffindbarkeit der Inhalte. So wird die Debatte im Netz fortgeführt. Wer eine Veranstaltung verpasst hat, kann sich einzelne Zusammenschnitte auf YouTube ansehen. An dieser Stelle wird auch klar: Wer online erfolgreich sein will, braucht eine gute Verzahnung mit seinen Offline-Aktivitäten.

YouTube-Kanal UdL Digital


















4. Politik vertraut Menschen, keinen Portalen.


Alle medienadäquat aufbereiteten Inhalte nutzen nichts, wenn nicht klar wird, wer hinter ihnen steht. Denn der persönliche Kontakt ist noch immer das wichtigste Instrument der politischen Interessenvertretung. Das gilt auch für die digitale Kommunikation. Es sollte transparent sein, wer hinter einzelnen Posts in sozialen Netzwerken oder Artikeln auf der eigenen Website steht. Die METRO GROUP löst dies etwa, indem sich das Politik-Team namentlich mit Foto, Kontaktdaten und Werdegang auf dem Portal vorstellt – inklusive ihrer Aktivitäten in Ausschüssen von Verbänden und Ministerien. So können Politik, Wissenschaft, NGOs und Medien nachvollziehen, mit wem sie es zu tun haben. Und über die persönlichen Kontaktdaten ist die Verbindung schnell hergestellt.

Personenprofofil von Michael Wedell auf den Seiten des Digitalen Hauptstadtbüros der Metro AG


 

5. Wer sich exponiert, wird diskutiert.


Märkte sind Gespräche. So heißt es im Cluetrain Manifesto von 1999 – und gilt heute mehr denn je, gerade in der politischen Kommunikation. Denn wer sich mit Meinungen und Argumenten öffentlich nachvollziehbar in eine politische Debatte einschaltet, muss damit rechnen, auch kritisch diskutiert zu werden. In diesem Fall kommt es auf Reaktionsschnelligkeit und Sprachfähigkeit an. Und weil sich bis heute viele Unternehmen vor der Erteilung kommunikativer Prokura für ihre politischen Vertreter scheuen, verabschieden sie sich folgerichtig von der Idee der digitalen Politikkommunikation. Ein Gordischer Knoten, den zu zerschlagen es an der Zeit wäre.

Digitale Kommunikation im politischen Raum erfordert neben Fragen der Auffindbarkeit und Aufbereitung vor allem Schnelligkeit, Klarheit, Dialogbereitschaft und Kritikfähigkeit. Das klingt nach Plattitüden und erfordert doch ein deutliches Umdenken vieler Interessenvertreter in Unternehmen und Verbänden. So befördert der technologische Fortschritt eben auch einen kulturellen Wandel bei den Interessenvertretern.


Politikportale von Unternehmen


Webseite
Digitales Hauptstadtbüro der Metro Goup
METRO GROUP
 










Politikportal von Microsoft Deutschland
Microsoft













Politikportal der GEMA
GEMA










 

UdL Digital
Politikportal Telefónica Deutschland
Telefónica Deutschland










  

Politikportal Union Investment
Union Investment













 
Screenshot
politikLounge TUI Group
TUI Group
http://www.tui-politiklounge.com








 


Detaillierte Beschreibungen der konzeptionellen Ansätze und Instrumente der (digitalen) Hauptstadtrepräsentanzen von METRO GROUP, Microsoft und Telefónica finden Sie auf dem Blog der 365 Sherpas.


Autoren

Jan Böttger

365 Sherpas
Jan Böttger
Jan Böttger ist Managing Partner bei 365 Sherpas - Corporate Affairs & Policy Advice. Sein Schwerpunkt liegt in der strategischen Corporate Affairs-Beratung national und international agierender Unternehmen. In diesem Feld berät er Geschäftsführungen und Kommunikationsleiter in Fragen der Unternehmenspositionierung (Public Affairs, Reputation Building, Corporate Responsibility) sowie des Issues- & Stakeholdermanagements im (gesellschafts-)politischen Umfeld.

Auf Twitter: @JanBoettger

Daniel Enke

365 Sherpas
Daniel Enke
Daniel Enke ist Director bei 365 Sherpas - Corporate Affairs & Policy Advice. Sein Schwerpunkt liegt in der strategischen Kommunikationsberatung von Unternehmen und Verbänden – nach innen wie außen, gegenüber Politik und Öffentlichkeit, digital und analog.






Auf Twitter: @danielenke




Dienstag, 6. Dezember 2016

Twitter-Analyse: Wem folgen die Bundestagsabgeordneten?

Lieber SPIEGEL ONLINE-Leser, dies ist die erweiterte Auswertung des Datensatzes, den SPIEGEL ONLINE am 06.12.2016 veröffentlichte.  

Twitter ist aus der politischen Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Insbesondere in Deutschland.

Collage Aylin Ünal
Twitter in der Politik, Quelle UdL Digital
Aktuell nutzen ca. 57 Prozent der Bundestagsabgeordneten den Microbloggingdienst, um ihre Ideen, Positionen oder manchmal auch nur Provokationen in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Unter den deutschen EU-Parlamentariern sind es sogar knapp 80 Prozent.
Und in der Bundesregierung verzichtet aktuell nur das Bundesverteidigungs- ministerium auf einen eigenen Twitter-Kanal, lässt dafür aber die Bundeswehr twittern.

Diese politische Relevanz wird durch eine aktuelle Umfrage unter Lobbyisten bestätigt. Auch hier ist Twitter mit Abstand das wichtigste Instrument für die digitale Kontaktpflege der Berliner Interessenvertreter, vor Facebook, XING, Youtube und Co.

Viele Analysen beschäftigen sich mit der Anzahl von Followern von Politikern, Parteien und was auch immer und küren dann alle paar Monate politische Twitter-Königinnen und -Könige. Da Twitter als Informationsmedium für viele Politiker zum Alltag gehört, interessierte mich allerdings die entgegengesetzte Perspektive: Wem folgen eigentlich die Bundestagsabgeordneten auf Twitter? Was sind die wichtigsten Informations-Repertoire unserer Volksvertreter? Welche Informationsquellen sind Ihnen am wichtigsten und welchen Accounts vertrauen sie?

Inspiriert vom Data-driven journalism-Blog der Universität Zürich habe ich mit Hilfe von Thomas Puppe (bundestwitter.de) alle 358 Twitter-Accounts der Bundestagsabgeordneten ausgelesen und hatte dann ca. 200.000 Datensätze vor mir liegen. Durch die habe ich mich in den vergangenen Wochen gemeinsam mit den Kollegen von SPIEGEL ONLINE gewühlt.

Zu den Ergebnissen: 


Balkdendiagramm
Wie viele MdB nutzen Twitter - nach Fraktionen (relativ/absolut)
Erstmal ein wenig Statistik. Die Fraktion mit der höchsten Twitter-Dichte ist auch im Jahr 2016 weiterhin die Grünen-Fraktion, gefolgt vom Oppositionsführer Linksfraktion und den Koalitions-Fraktionen. Über 90 Prozent Twitter-Quote spricht für eine innige Beziehung der Grünen zum 140-Zeichen-Dienst.

Absolut die meisten twitternden Parlamentarier gibts in der CDU/CSU-Fraktion. Seit Anfang der Legislatur- periode sind über 40 twitternde Parlamentarier im Bundestag hinzugekommen. Am stärksten war der Zuwachs dabei ebenfalls in der Unionsfraktion.

Von den 358 Accounts konnten allerdings nur 343 Accounts ausgewertet werden, da die restlichen entweder noch keinem anderem Account folgen oder geschützt waren und somit für uns nicht auslesbar sind.


Balkendiagramm
Wie vielen Accounts folgen MdB - nach Fraktionen
Wie vielen Accounts folgt ein durchschnittlicher Volksvertreter auf Bundesebene? Durchschnittlich 596 Accounts.

Allerdings ist die Streuung unter den Fraktionen enorm. Folgen die Abgeordneten von CDU/CSU und SPD im Durchschnitt 459 bzw. 519 Accounts, sind es bei den Grünen doppelt so viele Accounts. Das Informations-Repertoire ist hier also deutlich breiter - was nicht unbedingt heterogener bedeuten muss. 

Zum Vergleich: Durchschnittlich folgen einem Parlamenarier 5245 Follower. Selbstverständlich verzerren viel gefolgte Accounts mit über 100.000 Followern, wie die von Peter Altmaier, Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht oder auch Dr. Peter Tauber diese Zahl.

 

Wem folgen die Bundestagsabgeordneten?

 

Gesamt

Balkdendiagramm
Top 10 - Meist gefolgte Twitter-Accounts aller MdB
Betrachtet man alle twitternden  Bundestags- abgeordneten ergibt sich ein recht buntes Bild der wichtigsten Quellen.

Neben den klassischen großen Nachrichten- angeboten von Tagesschau, SPIEGEL ONLINE, ZEIT ONLINE, SZ und WELT finden sich auch Spitzenpolitiker der schwarz-roten Koalition und der Regierungssprecher unter den Top 10. (In der Übersicht befinden sich 11 Accounts da die WELT und Sigmar Gabriel gleich viele MdB-Follower haben).

Man vermisst allerdings die Accounts der Parteien und Fraktionen, die vielen MdB nicht so wichtig zu seien scheinen wie der Twitter-Kanal von Regierungssprecher Steffen Seibert. Ihm folgen über 68 Prozent der aktiven MdB-Accounts. Er wird stärker von CDU/CSU- und Grünen-Abgeordneten gefolgt (über 75 Prozent), als von SPD- und Links-Parlamentariern.

Auch den Accounts von Tagesschau und SPIEGEL ONLINE folgen über 60 Prozent aller twitternden MdB. 
  
Von den fünf twitternden BundesministerInnen haben es nur der Chef des Kanzleramtes Peter Altmaier (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) ins Top-Ranking geschafft. Dafür aber auch Dorothee Bär (CSU), die als Parlamentarische Staatssekretäin u.a. für Digitales im Verklehrsministerium zuständig ist. 

Aus den Fraktionsspitzen hat es nur SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann in dieses Ranking geschafft, dem immerhin 180 MdB folgen, also mehr Twitterati als nur die Anzahl der eigenen twitternden SPD-MdB. Ihm folgen allerdings "nur" 91 MdB aus der SPD-Fraktion (von 114), 40 MdB aus der Union, 29 von den Grünen und 12 von den Linken.


CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag


Balkendiagramm
Top 10 - Meist gefolgte Twitter-Accounts aller MdB der CDU/CSU
Auf den ersten Blick sichtbar:  Die Abgeordneten der Unionsfraktion bewegen sich bei ihrem Follower-Verhalten in der eigenen Parteiblase.

Unter den Top 10-Accounts ist mit Regierungssprecher Steffen Seinert nur ein Account ohne Parteizugehörigkeit. Ebenfalls vermisst man Medien- und Journalistenaccounts, die bei der CDU/CSU nicht zu den wichtisten Twitter-Informationsquellen gehören.

Die traditionell hohe Partei- und Fraktionstreue zeigt sich auch bei Twitter: Sowohl der Fraktion als auch der Partei folgen über 100 MdB, dies entspricht ca. 80 Prozent der aktiven Accounts.

Allerdings ist die CSU in diesem Ranking unterepräsentiert, lediglich Dorothee Bär hält die Fahne der bayerischen Schwesterpartei hoch.

Neben 7 Bundespolitikern hat es auch eine Landespolitikern ins relevant set der MdB geschafft, der rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden und Ex-MdB Julia Klöckner folgen 100 KollegInnen von der Bundesebene.

Interessant finde ich, dass Franktionsvize Nadine Schön und der 1. Parlamentarische Geschäftsführer Michael Grosse-Brömer zu den wichtigsten Accounts gehören. Beide gehören mit Abstand nicht zu den CDU-Accounts mit den meisten Followern in der Gesamtbevölkerung. Aber für die Mitglieder derFraktion stellen sie eine überaus wichtige Quelle dar.


SPD-Bundestagsfraktion 

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Top 10 - Meist gefolgte Twitter-Accounts aller MdB der SPD

Ganz ähnlich wie beim Koalitionspartner kann man in der SPD ebenfalls eine klare Blasenbildung erkennen. Alle Top 10-Accounts sind sozialdemokratisch.

Auch hier ist eine sehr große Treue sowohl zum Partei-, als auch zum Fraktionsaccount erkennbar. Von den aktiven MdB aus der Fraktion folgen diesen gut 90 Prozent.

Überraschend finde ich, dass dem Parteivorsitzenden, Vize-Kanzler und möglichen Kanzlerkandidaten Sigmar Gabriel, weniger eigene MdB folgen als z.B. dem Fraktions-Vize Hubertus Heil.

Zum Vergleich: Martin Schulz folgen aktuell 74 MdB. Dies entspricht 69 Prozent, Sigmar Gabriel folgen aktuell 77 Prozent der eigenen MdB.
 
Auch in diesen Top 10 finden sich Namen, die einer breiten Öffentlichkeit nicht unbedingt so bekannt sind: Netzwerk-Sprecherin Dr. Eva Högl, Netzpolitiker Lars Klingbeil und der bayerische Landeschef Florian Pronold. Diese stellen ebenso wie Hubertus Heil, Thomas Oppermann und Viel-Twitterer Johannes Kahrs innerhalb der Fraktion eine wichtige Machtbasis dar.

Dafür fehlen auffällig z.B. wichtige und große SPD-Accounts wie der von Familienministerin Manuela Schwesig, Justitzminister Heiko Maas, Peer Steinbrück oder Olaf Scholz.

Auch in diesem Ranking vermisse ich Medien- und Journalisten-Accounts. Dafür finden sich mit Ulrich Kelber und Florian Pronold zwei Parlamentarische Staatssekretäre prominent in der Liste. Die gewollte Anbindung der Exektive an die Lgislative durch die Funktion des Parlamentarischen Staatssekretärs scheint in diesen beiden Fällen auch sehr gut digital zu funktionieren. 

 

Linksfraktion 

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Top 10 - Meist gefolgte Twitter-Accounts aller MdB der Linke
Im Vergleich zu den anderen Fraktionen ist die Twitter-Treue zu den eignenen Fraktions- und Parteiaccounts bei den Linken am höchsten. Über 95 Prozent der twitternden Abgeordneten folgen den Account der Fraktion und 91 Prozent dem der Partei.

Auch die beiden Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger finden sich an prominenter Stelle der Top 10 wieder. Dagegen vermisst man die Accounts der aktuellen Fraktionsvorsitzenden und Bundestagswahl-SpitzenkandidatInnen Sarah Wagenknecht und Dietmar Bartsch. Diese fehlen in dieser Übersicht. Wagenknecht folgen immerhin über 108.000 Accounts, aber nur 34 MdB (79 Prozent) der eigenen Fraktion.

Im Gegensatz zu allen anderen Fraktionen sind in der Übersicht der Linksfraktion auch Medienaccounts vertreten. Das ehemalige Parteiorgan Neues Deutschland und sein aktueller Chefredakteur Tom Strohschneider scheinen als Informationsquelle eine hohe Reputation zu genießen. Diesen Accounts folgen neun von zehn Linke-Parlamentarier.

Zudem ist der erste linke Ministerpräsident Bodo Ramelow als Landespolitiker eine geschätzte Informationsquelle, ebenso wie die parteinahe Rosa-Luxemburg-Stiftung, der über 81 Prozent der MdB folgen. Zum Vergleich: Der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) folgen nur 51 CDU/CSU-MdB (38 Prozent), der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) lediglich 46 SPD-MdB (42 Prozent).
  
Mit Andrej Hunko und Nicole Gohlke tauchen auch in dieser Übersicht Namen auf, die in der breiten Öffentlichkeit nicht so bekannt sind, aber in der Fraktion eine hohe Wichtigkeit besitzen.

 

Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktion 

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Top 10 - Meist gefolgte Twitter-Accounts aller Grünen-MdB
Europapolitik scheint bei den Parlamentariern der Grünen ganz hoch im Kurs zu stehen. Unter den Top -Accounts sind drei grüne Mitglieder des Europaparlaments: Reinhard Bütikofer, Jan Philipp Albrecht und Sven Giegold, sowie Europapolitiker Manuel Sarrazin.

Und auch Netzpolitiker scheinen eine hohe Beliebtheit unter den Kollegen zu besitzen. Konstantin von Notz folgen mehr MdB als der Bundespartei. Malte Spitz als Ex-Mitglied des Parteivorstandes und angesehener Netzpolitiker folgen zudem knapp 88 Prozent der grünen Parlamentarier.

Der Parteivorsitzende Cem Özdemir fehlt hingegen in diesem Ranking. Ihm folgen lediglich 50 MdB. Auch der männliche Teil der Fraktionsspitze Toni Hofreiter gehört nicht zu den wichtigsten Informationsquellen (42 MdB-Follower) der Fraktion. Allerdings gehören Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt
und Co-Parteichefin Simone Peter zu den meistgefolgten Accounts.

Das ist spannend mit Blick auf die grüne Urwahl zur Bundestagswahl. Denn mit Özdemir, Hofreiter, Göring-Eckardt treten drei der Genannten an, um SpitzenkandidatIn zu werden. Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck wird dort auch seinen Hut in den Ring werfen, ihm wiederum folgen ebenfalls 50 MdB, also genauso viele wie Cem Özdemir und acht mehr als Toni Hofreiter. Habeck ist digital somit der beliebteste männliche Kandidat unter den Urwahlkandidaten in der Fraktion,

Unter den forderen Plätzen finden sich zudem einige grüne Prominente, die aber mit Blick auf die Bundestagswahl keine große Rolle mehr in der Partei spielen werden dürften, wie z.B. Volker Beck und Jürgen Trittin.

Journalisten, Medien, Interessenvertretungen & Organisationen

Neben den spezifischen Informationsverhalten der Fraktionen hat mich zudem interessiert, welche Medien & Journalisten den Abgeordneten am meisten als Inforationsquelle dienen. Hierzu habe ich die Gesamtliste nach spezifischen Accounts abgesucht und ebenfalls einige Top 10-Rankings erstellt. Mit interessanten Erkenntissen.

Journalisten


Top 11 - Meist gefolgte Twitter-Accounts von Journalisten
Bisher vermisste man in allen Fraktionsübersichten Journalisten-Accounts, mit Ausnahme von Tom Strohschneider. Betrachtet man alle 358 MdB gibt es aber doch einige Journalisten denen eine große Anzahl der Parlamenatrier folgen.

Mehr als jeder dritte aktive Abgeordnete auf Twitter folgt z.B. Thorsten Denkler von der Süddeutschen Zeitung, gefolgt unter anderem von Sascha Lobo, Florian Gathmann und Annett Meiritz.

Allesamt Redakteure und Kolumnisten von SPIEGEL ONLINE. Unter den Top 11 finden sich mit Jan Fleischhauer & Jakob Augstein zudem weitere Mitarbeiter des SPIEGEL Verlages. 

Fast jeder vierte MdB folgt der BAMS-Redakteurin Miriam Hollstein und dem Tagesspiegel-Redakteur Matthias Meisner. Sie gehören neben Thorsten Denkler zur Ausnahme im Ranking.

Denn neben dem SPIEGEL ist auch das ZDF in dieser Übersicht sehr gut vertreten: Hauptstadtbüro-Redakteur Dominik Rzepka, Anchor Claus Kleber und Brüssel-Korrespondent Stefan Leifert gehören aus Sicht der MdB zu den spannendsten Journalisten-Twitter-Quellen. Die ARD bzw. Journalisten der dritten Programme sucht man allerdings vergebens. Keine Tagesschau und Talkshow-Redakteure weit und breit.



Medien

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Top 10 - Meist gefolgte Twitter-Accounts von Medien
Die Top Twitter-Informationsquelle unter den Medien-Accounts ist die Tagesschau. Gut zwei Drittel der twitternden Parlamentarier folgen dem Flagschiff des deutschen Fernsehens.

Danach folgen mit SPIEGEL ONLINE, ZEIT ONLINE, SZ und WELT wichtige Online-Nachrichtenseiten.  

Von den TV-Sendern finden sich das ZDF und der Nachrichtenkanal n-tv unter den Top-Informationsquellen.

Überraschend ist die tageszeitung in den Top 10 vertreten, vor vielen wesentlich reichweitenstärkeren Angeboten. Über die Hälfte aller MdB folgen dem Twitter-Account der linken Tageszeitung. Darunter auch 37 MdB der CDU/CSU-Fraktion.

Im Gegensatz dazu folgen der FAZ und FAZ Politik nur 139 MdB, also über 30 Prozent weniger Politiker als z.B. den SPIEGEL ONLINE-Accounts. Dem BILD-Account folgen ebenfalls nur 140 Parlamentarier, dies entspricht ca. 41 Prozent aller Abgeordneten.

Digital Public Affairs 


Neben den Medien gelten ja auch gemeinhin Lobbyisten als wichtige Informationsquelle der Volksvertreter. Deshalb habe ich die Gesamtliste nochmal speziell nach diesen Accounts durchsucht - und bin fündig geworden.


Interessengruppen/Lobbys

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Top 10 - Meist gefolgte Twitter-Accounts von Lobbys
Wer in Deutschland an Lobbyismus denkt, denkt schnell an Unternehmen und Verbände. Die Liste der meistgefolgten Interessengruppen zeigt allerdings ein anderes Bild.

Unter den Top 10 ist kein einziges Unternehmen und kein Verband. Die MdB folgen vorallem NGOs und Gerwerkschaften (Ver.di, IG Metall, IG BCE). Mit Lobbycontrol ist auf Platz 11 (50 MdB) sogar ein Lobbyverein dabei, der die Lobbys überwacht.

Der Einfluss der Gewerkschaften auf die Meinungsbildung der Legislative - jedenfalls als Informationsquelle - ist also weiterhin und auch im digitalen Raum hoch. 

Die für die MdBs wichtigsten NGOs auf Twitter sind: Das Kampagnennetzwerk campact, Greenpeace, Amnesty Deutschand, Amadeu Antonio-Stiftung BUND und Pro Asyl.

Interessant dabei, der Antonio Amadeu Stiftung folgt kein einziger Abgeordneter der Unions-Fraktion.

Außerhalb der Top 10 finden sich weiter hinten noch folgende meist bekannte Interessenvertretungen: Verbraucherzentrale Bundesverband, Industrie Pro TTIP (BDI), Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin, Initiative Soziale Marktwirtschaft (INSM), NABU, WWF,  Pro Asyl, AJC Berlin, DB Personenverkehr, Familienunternehmer, BDI, Wirtschaftsrat, Mehr Demokratie, VKU, Attac, Blockupy, Human Rigths Watch, Twitter Deutschland, Deutsche Bahn, Netz gegen Nazis, Progressives Zentrum, OECD und das Öko-Institut.


Sonstiges


Außer den hier präsentierten Rankings sind mir zudem noch einige weitere spannende Details in den Daten aufgefallen.

So folgen z.B. über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg weiterhin noch 97 Parlamentarier dem vor über einem Jahr gestorbenen CDU-MdB Philipp Missfelder und 79 Abgeordnete dem ebenfalls verstorbenen Herausgeber der FAZ Frank Schirmacher. Eine Form der digitalen Trauerarbeit?

Screenshot
Twitter-Account Edward Snowden
Die meistgefolgten Europapolitiker im Bundestag sind: David McAllister (CDU, 85 MdB), Jean-Claude Juncker (79 MdB) und Jan Phillip Albrecht (Grüne, 77 MdB).

Die meistgefolgten Landespolitiker im Bundestag sind: Julia Klöckner (CDU, 134 MdB, Hannelore Kraft (SPD, 127 MdB) und Ralf Stegner (SPD, 126 MdB).

Überraschungen in der Top-Liste sind für mich: extra3 (113 MdB), Barack Obama (89 MdB), Jan Böhmernann (86 MdB), POTUS (53 MdB), Hillary Clinton (67 MdB), Papst Franziskus (74 MdB), Jakob Maria Mierscheid (fiktiver MdB, 70 MdB über alle Fraktionen), Piratenpartei (58 MdB), Yanis Varoufakis (55 MdB, aus allen Fraktionen, die meisten von den Linken) und NSA-Whistleblower Edward Snowden (50 MdB).

Snowden folgen jeweils 18 MdB von den Grünen & der Linken, aber auch einzelne Mitglieder der Regierungsfraktionen.

Dem Liquidator der letzten FDP-Bundestagsfraktion Otto Fricke folgen immer noch 52 MdB, allein 30 aus der CDU/CSU-Fraktion. FDP-Chef Christian Lindner folgen 106 MdB, dies entspricht 31 Prozent aller aktiven MdB auf Twitter. Die Sehnsucht nach liberalen Inhalten im Bundestag scheint hoch zu sein.


Datenmaterial: Die komplette Excel-Liste mit den Top 483 Accounts, denen die Abgeordneten folgen, die Top 25-Listen der vier Fraktionen sowie der Liste der untersuchten Twitter-Accounts kann hier heruntergeladen werden.  

Linktipp: Auf Bundestwitter hat Thomas Puppe alle Tweets der Bundestagsabgeordneten aus dem Jahr 2016 ausgewertet und unter anderem die erfolgreichsten zusammengestellt. Toller Datenporn- & Journalismus.