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Mittwoch, 11. August 2021

Einfluss nehmen Like a Pro - Diese 4 Geheimwaffen der Influencer:innen brauchen Politiker:innen, um sich fit für Social Media zu machen

Dies ist ein Gastbeitrag von Nadine Müller. Die vorliegenden Erkenntnisse sind Teil ihrer Masterarbeit an der brand university of applied science Hamburg, die sie bei Prof. Dr. Yonca Limon-Calisan abgelegt hat.

Playbook
Influencer Tactics Playbook von Nadine Müller
 “Die Zerstörung der CDU” von Rezo hatte 2019 die Schlagkraft, den Ausgang der Europawahl
nachhaltig zu beeinflussen. Das Video traf das traditionelle, konservative Umfeld unerwartet; die
Reaktion darauf glich einer Schockstarre. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte wohl kaum ein:e deutsche
Politiker:in Social Media Influencer:innen als ernstzunehmende politische Akteure wahrgenommen.

Doch 2019 hat sich in der Lifestyle Welt auf Social Media der Ton geändert: er ist politischer, er ist
aktivistischer, er ist die Stimme der Generation Z. Influencer:innen wie Rezo oder Louisa Dellert
sprechen auf ihren Plattformen über politische Themen, vereinfachen diese und schaffen damit
Verständnis und Interesse bei jungen Menschen
. Influencer:innen folgen durch ihre Positionierung
einer noblen Zielsetzung, den sich auch Politiker:innen zu Herzen nehmen sollte
n: Es ist ihnen ein Anliegen die Generation der jungen und zukünftigen Wähler:innen in den demokratischen Austausch zu involvieren und zu politisch aktiven Individuen zu machen.
 

#1 Wissen ist Macht - Das Neuland zur eigenen Bühne erklären, für heute, für morgen und für jeden Tag danach.


Influencer:innen beherrschen das Social Web aus dem FF: Sie nutzen ihre Kanäle mit sehr hoher,
kontinuierlicher Frequenz. Sie testen neue Features und Formate, sie probieren, verwerfen und
integrieren gut funktionierenden Content in ihre Strategie. Sie wissen um die Macht des Algorithmus
und den Kampf um Reichweite. Um diesen Kampf zu gewinnen nutzen sie die richtigen Tags, haben
die richtigen Freund:innen und Unterstützer:innen, sowie Community Management als Tools. Das
Ergebnis sind nachhaltig aufgebaute Communities und Fürsprecher:innen.

Um das zu schaffen braucht es vor allem Mut und Plattformverständnis. Beides bringen
Influencer:innen mit: Es liegt ihnen als Digital Natives in der DNA.

Auch wenn viele Politiker:innen weder Millennials sind, noch der Gen Z angehören, sollte das Internet
und Social Media schon lange kein Neuland mehr sein. Das wichtigste ist sich offen gegenüber
Neuem zu zeigen, auszuprobieren und zu lernen.
Heute gehört zu einer klassischen
Medienkompetenz auch die Fähigkeit neue Medien bespielen zu können. Politiker:innen müssen den
Umgang mit Plattformen lernen und deren Vorteile einordnen können. Erst durch Wissen können
Plattformen authentisch und glaubwürdig bespielt werden. Und auch erst dann ist es Politiker:innen
möglich Social Media in den Politik-Alltag zu integrieren und als festen, wichtigen Bestandteil der
politischen Arbeit zu sehen.

Alleine ist das beinahe nicht zu bewältigen, darum ist es empfehlenswert regelmäßige
Trainings und Workshops zum Thema Social Media zu integrieren. Alle Politiker:innen sollten
permanent up-to-date gehalten werden.

Die FDP-Spitze zeigt bereits seit 2017, dass Offenheit und Interesse an der Digitalisierung und
digitalen Kanälen der Schlüssel zum Erfolg auf diesen Plattformen ist. Mit der Aufstellung eines
Teams und sehr regelmäßigem Austausch zu Plattform-Trends und Entscheidungen über Formate
und Kanäle gemeinsam mit dem Politiker, schafft es Christian Lindner einer der Best Practices in
Deutschland zu sein. Das eigene Interesse an Digitalthemen von Politiker:innen gepaart mit einem
Team, dass dieselben Interessen teilt, ist der Schlüssel sich dem Ansatz der Influencer:innen als
Politiker:in anzunähern.

Quelle: @christianlindner Instagram, Ein Blick auf das Instagram Profil zeigt die Zusammenarbeit
zwischen Team (TL) und Christian Lindner (CL). 40 % übernimmt der Politiker selbst (siehe oben
rechts) - Team Beiträge und eigene Beiträge des Politikers sind immer mit CL oder TL
gekennzeichnet, was für Transparenz in den Profilen sorgt.


#2 Persönlichkeit ist mehr als die Person hinter dem Rednerpult - Die “Marke Mensch” ist essenziell.


Das wichtigste Gut von Influencer:innen ist die eigene Persönlichkeit. Sie sind so beliebt wegen ihrer
authentischen, echten Personal Brand. Ihr Profil steht für einen Menschen mit Gefühlen, mit
Überzeugungen und mit festen Meinungen. Dazu stehen sie. Immer. Und genau das macht ihre
Authentizität aus. Sie kommunizieren ihre Themen und ihre Expertise 24/7 und treten mit ihrem
Content in den direkten Austausch mit ihrer Community
. Sie beherrschen die Kunst der direkten
Kommunikation, aber auch des Zuhörens. Dadurch schaffen sie es zu in einer Sprache zu antworten,
die junge Generationen hören wollen, eine Sprache die sie selbst sprechen. Sie begegnen ihren
Follower:innen mit Respekt
und sind offen für kontroversen Dialog.

Auch für Politiker:innen zählt im Social Web die Persönlichkeit, die Personal Brand. Diese haben
Politiker:innen bereits - aber sie ist zugeschnitten auf klassische Mediengattungen. Für Social Media
heißt Personal Branding ein bisschen mehr als in anderen Gattungen. Es braucht in diesen Kanälen
nicht nur die Politiker:innen Marke, es braucht eine starke Personal Brand. Und diese steckt in jeder
Politikerin und jedem Politiker. Der Grund Politiker:in zu werden hängt bei den meisten mit dem
Wunsch zusammen etwas verändern und bewegen zu wollen. Dinge die einem persönlich am Herzen
liegen. Genau diese Dinge sollten Politiker:innen zusätzlich zu der politischen Agenda in ihrem Social
Media Profilen zum Leben erwecken und in Inhalten platzieren. Es geht darum, die Persönlichkeit zu
zeigen, persönliche Meinungen, Themen die einen ganz besonders bewegen.
Es sind die Dinge, die
die Persönlichkeit schärfen und erst das Profil der Marke Mensch ergeben.

Das Zauberwort ist “Authentizität” - sich selbst immer treu, persönlich, aber nie privat.

Ein Politiker, der diesen Ansatz bereits glaubwürdig und menschlich umsetzt ist Lars Klingbeil. Er
schafft es seine Politiker Marke perfekt mit seiner Personal Brand Marke zu verknüpfen: Er zeigt sein
Engagement als Politiker, sein Engagement als Mensch, Dinge die er liebt, wie seine Heimat und
Musik. Und all diese Themen ergeben ein holistisches Bild eines Menschen, der persönliche
Interessen hat, die er in seinem Job als Politiker verwirklichen will. Noch dazu kommt, dass er es
schafft durch seine persönlichen Vorlieben, wie Musik, Beziehungen zu Playern aufzubauen
, die mit Politik in ihrem beruflichen Alltag wenig zu tun haben. Bspw. taggen ihn Musiker und machen auf ihn aufmerksam. So schafft er es Aufmerksamkeit und Beliebtheit in jungen Zielgruppen aufzubauen, die normalerweise in Social Media nicht nach politischen Themen suchen.

Quelle: Instagram @larsklingbeil, Lars Klingbeil jammed zusammen mit Annenmaykantereit, Max
Herre und Parteikollege Kevin Kühnert für Viva con Agua

#3 Konsistente, starke Meinungen und kontroverser Dialog mit verschiedenen Anspruchsgruppen - Eine einheitliche Haltung über alle Kommunikationswege schafft Vertrauen.


Influencer:innen, die zu politischen und gesellschaftlichen Themen eine Stellung beziehen sind
zumeist sehr stark in ihrer Haltung. Darum nehmen sie Vorbildfunktionen ein und schaffen es junge
Menschen in diese Themen einzubeziehen. Mit ihren Themen und Meinungen werden virale
Bewegungen ins Leben gerufen und tausende gehen auch offline auf die Straße, um für Themen wie
Gleichheit oder Umweltschutz zu demonstrieren.

Starke Meinungen und starkes Agenda Surfing für gesellschaftlich relevante Themen sind Inhalte, die
Gen Z liebt. Sie erkennen ihre eigenen Visionen und Ideen wieder, fühlen sich gehört. Zudem lassen
sie sich von Meinungen und Themen überzeugen und involvieren, mit denen sie normalerweise keine
Berührungspunkte hätten. Der Fachterminus dafür ist Meaning-Transfer, oder in Deutsch:
Bedeutungstransfer und Einflussnahme. Dieser Meaning-Transfer sollte das Ziel von Politiker:innen
mit ihrer Personal Brand und ihrem Content auf Social Media sein
. Junge Menschen durch
Themensetting und Austausch in politische Themen involvieren. Die wichtigen Themen der jungen
Generation ansprechen und Gen Z bei ihren Visionen unterstützen - und das konsistent.

Politiker:innen müssen lernen, wie man Social Media als Tool für’s Zuhören und Agenda
Sufing nutzen kann. Dabei macht der Ton die Musik: Beim zuhören und Agenda Surfing geht
es darum gegenseitigen Respekt zu zeigen. Das bedeutet, nicht nur die eigenen Themen,
sondern auch die Themen der Community aufzugreifen.


Dazu braucht es 4 Dinge: Erstens gilt es Themen und Diskussionen permanent über Listening Tools
zu tracken. Zweites Themen stark zu besetzen und eine klare Stellung zu beziehen über alle
Kommunikationskanäle hinweg. Drittens gilt es in den Austausch zu treten und permanent Gen Z
zuzuhören und ihre Anmerkungen, Vorschläge und Themen ernst zunehmen. Zu guter Letzt sollte
viertens das gehörte und gelernte von Politikern auch ernsthaft weitergetragen werden. Leere
Versprechungen werden von Gen Z mit negativen Feedback (Kommentaren) bestraft - Politiker:innen
müssen die Dinge angehen, von denen sie sprechen. Erst das schafft nachhaltiges Vertrauen.

#4 Supporters Club - Social Media braucht Dialog auch außerhalb des eigenen Channel Ökosystem.


Influencer:innen nutzen ihr Netzwerk ganz gezielt, um Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu
generieren. Sie nutzen ihre Freunde, deren Profile und shooten gemeinsamen Content, um
Follower:innen zu gewinnen. Aber nicht nur das: Influencer:innen wie Rezo und Louisa Dellert
sprechen auch mit anderen Akteuren, wie Politiker:innen. Sie schaffen es durch Formate, wie
Instagram Live, ihre eigenen Themen und Themen anderer Akteure zu positionieren und aktiven
Austausch zu initiieren.

Der gewollte Austausch der Influencer:innen mit politischen Akteuren ist ein
empfehlenswertes Sprungbrett für Politiker:innen.

Sie können außerhalb des eigenen Netzwerkes ihre Personal Brand und ihre Themen platzieren. Mit
Hilfe der Influencer:innen kann ebenfalls ein Meaning Transfer stattfinden und das Image von
Politiker:innen mit weiteren, neuen Bedeutungen aufgeladen werden. Diese Meanings werden von
Influencer:innen auf Politiker:innen übertragen und machen sie oder ihn interessant für die
Follower:innen der Influencer:innen. Partnerschaften, bzw. Kooperationen bieten Politiker:innen
enormen Spielraum menschlich, nahbar und offen wahrgenommen zu werden und auf der anderen
Seite Menschen, die mit Politik bis jetzt noch nicht in Berührung gekommen sind, von politischen
Themen zu überzeugen und begeistern.

Dorothee Bär von der CSU ist ein absolutes Vorbild, was der Austausch mit Influencer:innen, anderen
Playern und Kooperationspartnern angeht. Sie trifft sich häufig mit ganz verschiedenen Menschen,
spricht mit ihnen, geht in den Austausch und gibt ihnen einen Bühne auf ihren Profilen, nutzt aber
auch die Bühne anderer Profile, um im Umfeld der jungen Zielgruppen gesehen zu werden.

Quelle: Instagram @dorobaer, Dorothee Bär weiß, dass man sich Partner suchen und sich
gegenseitig unterstützen muss um Reichweite durch Tagging auszubauen und auch auf Profilen
stattzufinden, die nicht in das eigene Kanal-Ökosystem gehören. Neben Politiker:innen und
Organisationen vernetzt sich Bär auch häufig mit Influencer:innen. Zur Hochzeit von Clubhouse war
sie unter anderem sehr aktiv in Clubhouse Rooms mit Louisa Dellert (@louisadellert) und Ann-Kathrin
Schmitz (@himbeersahnetorte)

Was wir daraus mitnehmen:


Die Geheimwaffen der Influencer:innen erscheinen auf den ersten Blick simpel, doch die Umsetzung
und vor allem die Integration dieser Taktiken in den Politkalltag ist alles andere als einfach oder von heute auf morgen umzusetzen.

Social Media bedarf immer einer Strategie, diese muss agil sein, um auf Neuerungen, Features oder
Meinungsströme antworten zu können. Darum steckt eine Menge Arbeit hinter der Umsetzung der
Influencer:innen-Taktiken.
So viel Arbeit, dass es für Politiker:innen alleine, neben dem
umfangreichen, komplexen Job, fast unmöglich ist genauso wie Influencer:innen umzusetzen.
Trotzdem ist es auch für Politiker:innen mit geringer Ressourcendecke möglich Social Media zu
nutzen, um in den direkten Austausch mit Wähler:innen zu gehen - Dann mit einer geringeren
Postingfrequenz. Zudem stecken auch Potenziale darin Sympathisant:innen an sich zu binden, die
ehrenamtlich unterstützen
, um die Social Media Profile aufzubauen und zu bespielen. Denn das
Positive an den Plattformen ist: Social Media kann jeder der möchte lernen.

Es ist aber möglich von Influencer:innen zu lernen und Teile ihrer Strategie zu adaptieren. Daher ist
der wichtigste Tipp, den sich Politiker:innen zu Herzen nehmen sollten regelmäßige Trainings in
digitaler Kommunikation zu absolvieren. Up-to-date zu sein ist die halbe Miete. Weiter ist das richtige
Team die wichtigste Waffe von Politiker:innen - mit der Hilfe eines kompetenten Social Media Team,
welches Influencer-Taktiken kennt und umsetzen kann, wird es auch für Politiker:innen möglich
Influencer:in zu werden oder sich zumindest den Influencer:innen anzunähern. 

 

Das komplette Influencer Tactics Playbook (.pdf) gibt es hier zum Download (Dropbox).


 Autorin

Portrait Nadine Müller
Nadine Müller
Nadine Müller ist als (Digital) Strategist immer darauf bedacht Marken und Zielgruppen im digitalen Raum zusammenzubringen.
Für ihre Masterarbeit im Fach International Brand Communication hat sie sich intensiv der "Marke Mensch" auf Social Media im politischen Kontext gewidmet. Mit Blick auf die wohl "heißeste Zielgruppe" unserer Zeit der Generation Z - Den Wählern von morgen.

 

 

 

 

 

Montag, 4. April 2016

Wie nutzen die Abgeordneten in den Landtagen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt Social Media?

Die Landtage in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind seit dem 13. März 2016 gewählt. In den vergangenen Tagen haben sich bereits die 15 Fraktionen konstituiert, die Landtage werden dies aller Vorraussicht nach am 12. April, bzw. am 11. und 18. Mai tun.

Über die Wahlkämpfe wurde bereits viel geschrieben. Ich fand gerade im Online-Wahlkampf wurden in allen drei Ländern wieder viele Potentiale liegen gelassen und die wenigen guten Ideen werden wir wohl aller Voraussicht nach bis zu den nächsten Wahlen auch nicht im normalen Plenarbetrieb wiedersehen... aber gerade zwischen den Wahlen liegt - wie ich finde - das größte Potential für Social Media in der Politik. Was Parteien und Politiker aus dem erfolgreichen Online-Wahlkampf der Grünen in Baden-Württemberg lernen können hat Eva Hieninger hier lesenswert aufgeschrieben.

Leider sind mit der Wahl einige sehr aktive Social-Media-Politiker aus den Landtages ausgeschieden, deren Aktivitäten werden den Parlamenten fehlen: Jan Wagner (Die LINKE), Sören Herbst (Bündnis/Die Grünen), Florian Wahl und Katrin Altpeter (beide SPD) oder Katrin Schütz (CDU).

Zeit, sich nun einmal die (neu-)gewählten Abgeordneten und deren Social-Media-Nutzung unter quantitativen Gesichtspunkten genauer anzuschauen. Hierfür habe ich in den vergangenen Tagen wieder alle gewählten Parlamentarier in in allen gängigen sozialen Netzwerken recherchiert, deren Profile verifiziert und zur Analyse bei Pluragraph.de eingepflegt. 


Landtag Baden-Württemberg 

Logo Landtag Baden-Württemberg


Insgesamt nutzen 128 der 143 Abgeordneten mindestens ein Profi in sozialen Netzwerken.
Dies entspricht 89,5 Prozent aller Parlamentarier.

Zum Vergleich: Im Bundestag nutzen aktuell 605 von 630 MdB (entpricht ca. 96 Prozent) mindestens ein Profil in sozialen Netzwerken zum Bürgerdialog.

 

FRAKTIONEN

Infografik Balkendiagramm nach Fraktionen







In der SPD-Landtagsfraktion besitzen alle 19 Abgeordneten eine Präsenz in Social Media, bei der AfD und in der FDP/DVP-Fraktion sind nur jeweils ca. drei von vier Abgeordneten auf Facebook, Twitter und Co. aktiv.












Die Übersicht über die Social-Media-Nutzung der einzelnen Abgeordneten nach Fraktionen selektiert findet sich tagesaktuell bei Pluragraph.de unter: 
Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Baden-Württemberg
CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg
SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg
AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg
FDP/DVP-Landtagsfraktion Baden-Württemberg 

Anmerkung: Diese Übersichten sagen nichts bzw. nur beschränkt etwas über die Qualität, die Professionalität und die möglichen Reichweiten der Social-Media-Kommunikation der einzelnen Abgeordneten aus.

 

 

NETZWERKE

 

Infografik Balkdemdiagramm
Wenig überraschend: Facebook ist auf EU-, Bundes- und Landesbende das mit Abstand wichtigste soziale Netzwerk in der Politik - auch in Baden-Württemberg.

Knapp 90 Prozent aller Parlamentarier haben hier ein Profil. Am zweitmeisten genutzt wird Twitter (26,6 Prozent), gefolgt von XING (19,6 Prozent).

Lediglich 7 Prozent der 143 Abgeordneten nutzen die Foto-App Instagram. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FACEBOOK & TWITTER

Infografik
Auch hier: Die meisten Facebooknutzer finden sich in der SPD-Landtags-fraktion, die wenigsten bei der AfD.

Beachtlich ist auch die hohe Abdeckung von Fanseiten innerhalb der SPD: Fast 95 Prozent aller gewählten Parlamentarier haben eine eigene Facebook-Fanseite. Am wenigsten sind diese bei der AfD verbreitet (43,5 Prozent).

Die FDP/DVP-Fraktion ist die Twitter-Fraktion des Landtages Baden-Württemberg, fast jeder zweite der 12 MdL hat einen eigenen Twitter-Account. Bei der AfD nutzt bisher lediglich einer von 23 Volksvertretern Twitter.

 

 

 

Landtag Rheinland-Pfalz 

 

 

Logo Landtag Rheinland-Pfalz
Insgesamt nutzen 94 der 101 Abgeordneten mindestens ein Profi in sozialen Netzwerken.

Dies entspricht 93 Prozent aller Parlamentarier.

Zum Vergleich: Im Bundestag nutzen aktuell 605 von 630 MdB (entpricht ca. 96 Prozent) mindestens ein Profil in sozialen Netzwerken zum Bürgerdialog.

 

 

 

 

 

 

FRAKTIONEN

Infografik - Balkendiagramm
Ähnlich wie am Wahlabend, bei der Nutzung von sozialen Netzwerken sind SPD und CDU vorne mit dabei und ziemlich gleich auf. Bei beiden nutzen fast alle gewählten MdL Social Media.

Am geringsten ist die Nutzung bei den beiden bisherigen außer- parlamentarischen Parteien  FDP und AfD verbreitet. Ähnlich wie in Baden-Württemberg nutzten hier bisher nur drei von vier MdL Social Media.











Die Übersicht über die Social-Media-Nutzung der einzelnen Abgeordneten nach Fraktionen selektiert findet sich tagesaktuell bei Pluragraph.de unter: 
SPD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz
CDU-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz
AfD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz
FDP-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Rheinland-Pfalz

Anmerkung: Diese Übersichten sagen nichts bzw. nur beschränkt etwas über die Qualität, die Professionalität und die möglichen Reichweiten der Social-Media-Kommunikation der einzelnen Abgeordneten aus.

 

NETZWERKE 

Balkendiagramm

Wenig überraschend: Facebook ist auf EU-, Bundes- und Landesbende das mit Abstand wichtigste soziale Netzwerk in der Politik - auch in Rheinland-Pfalz.

Neun von zehn Parlamentarier sind bei Facebook dabei. Jeder zweite nutzt den 140-Zeichen-Dienst Twitter (Vergleich Bundestag: 56 Prozent) und jeder vierte rheinland-pfälzische Volksvertreter hat ein Profil im Karrierenetzwerk XING.

Auffallend im Vergleich zu den anderen beiden Bundesländern ist die überdurchschnittlich hohe Nutzung von Instagram. 15 Abgeordnete kommunizieren bisher in Bildern mit ihren Wählern.

 

FACEBOOK & TWITTER

Infografik - Balkdendiagramm
Facebook ist besonders in den Fraktionen der klassischen Volksparteien sehr beliebt. Über 95 Prozent bei der CDU und knapp 95 Prozent aller Abgeordneten bei der SPD sind hier angemeldet.

Relativ die meisten Fanseiten gibts unter den Parlamentariern von SPD und FDP. Über die Hälfte nennen ein professionelles Profil bei Facebook ihr Eigen. Am wenigsten sind Fanseiten bei der AfD verbreitet.

Am beliebtesten ist Twitter mit Abstand bei SPD und CDU: 56 bzw. 54 Prozent der Abgeordneten haben hier ein eigenes Profi. Bei der AfD sind es nur zwei, bei der FDP nur drei Parlamenatarier.

Update 06.04.2016: Bei Bündnis 90/Die Grünen hatte ich den Twitter-Account von MdL Bernhard Braun übersehen. Mit ihm nutzen 50 Prozent der sechs Abgeordneten Twitter. Die Gesamtquote aller MdL erhöht sich damit leicht auf 48,5 Prozent. Und auch die Facebookseite von MdL Thomas Roth von der FDP habe ich bei der Recherche wohl übersehen. Mit dieser nutzen 74,4 Prozent der liberalen MdL eine Fanseite. 





Landtag Sachsen-Anhalt   



Logo Landtag Sachsen-Anhalt
Insgesamt nutzen 74 der 87 Abgeordneten mindestens ein Profi in sozialen Netzwerken.
Dies entspricht 85 Prozent aller Parlamentarier.

Zum Vergleich: Im Bundestag nutzen aktuell 605 von 630 MdB (entpricht ca. 96 Prozent) mindestens ein Profil in sozialen Netzwerken zum Bürgerdialog.






 

FRAKTIONEN

 
Infografik - Balkdendiagramm

Interessant: In der Fraktion des Ministerpräsidenten gibt es die meisten Social-Media-Verweigerer. Bei der CDU nutzen "nur" vier von fünf Volksvertretern Social Media. 

Obwohl die AfD im Wahlkampf sehr zentral und erfolgreich auf Facebook setzte, die nun gewählten Parlamentarier sind im Vergleich gar nicht so stark auf Facebook & Co vertreten, wie z.B. die Grünen. Alle fünf gewählten MdL der Grünen nutzen Social Media aktiv. Auch bei SPD und LINKE sind fast alle Abgeordneten mit mindestens einem Profil in sozialen Netzwerken unterwegs.




Je kleiner die Fraktion, um so mehr Politiker sind in Social Media aktiv.

Die Übersicht über die Social-Media-Nutzung der einzelnen Abgeordneten nach Fraktionen selektiert finde sich tagesaktuell bei Pluragraph.de, unter:
CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt
AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt
DIE LINKE. Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt 
SPD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt

Anmerkung: Diese Übersichten sagen nichts bzw. nur beschränkt etwas über die Qualität, die Professionalität und die möglichen Reichweiten der Social-Media-Kommunikation der einzelnen Abgeordneten aus.




NETZWERKE

 

Auch wenn Facebook im Vergleich zu den anderen beiden Bundesländern in Sachsen-Anhalt weniger genutzt wird, auch hier ist es das mit Anstand meistgenutzte Netzwerk im Landtag: Knapp 83 Prozent der Abgeordneten sind hier unterwegs.

Immerhin jeder dritte Parlamentarier (32) ist bei Twitter (#ltlsa) mehr oder weniger aktiv.

Instagram hingegen scheint zwischen Magdeburg und Halle noch politisches Entwicklungsland zu sein. Bisher erst vier Abgeordnete sind hier dabei.

Auch YouTube und XING werden wesentlich weniger genutzt als in Baden-Württemberg & Rheinland-Pfalz.

 

 

FACEBOOK & TWITTER

Balkdendiagramm
So Social Media wie die Grünen-Fraktion ist keine andere hier betrachtete Fraktion. Alle gewählten MdL (5) nutzen Facebook und Twitter. 

Zudem wird Facebook auch bei SPD & LINKE überdurchschnittlich viel genutzt. Die relativ meisten Fanseiten gibts bei Grünen und SPD, hier sind über- durchschnittlich viele Abgeordnete mit einem professionellen Profil bei Facebook unterwegs. 

Twitter ist besonders bei Grünen und Linken beliebt. bei der AfD twittert bisher lediglich der Fraktionsvorsitzende als einziger der 25 MdL. 

 

 

 

 

Fazit


Im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode ist ein kleiner Zuwachs an Social Media nutzenden Abgeordneten in allen drei Landtagen erkennbar. Fast 90 Prozent aller gewählten Volksvertreter sind in sozialen Netzwerken aktiv.

Bei den meisten gibt es allerdings noch großen qualitativen Nachholebedarf, wie eine Stichprobe  unter den gewählten MdL in allen drei Ländern zeigte. 

Am meisten wird auch weiterhin Facebook, mit etwas Abstand Twitter als auch XING und YouTube genutzt. Neben den hier aufgelisteten Netzwerken waren vereinzelte Parlamentarier zudem auf Snapchat, VKontakte (ausschliesslich AfD-Abgeordnete), Flickr, Google+, LinkeIn, MeinVZ und MySpace aktiv.

Es ist zu hoffen, dass der Aktivitätslevel aus dem Wahlkampf nun auch in den kommenden fünf Jahren aufrecht erhalten wird, insbesondere vor dem Hintergrund der stäkerern Politisierung der Gesellschaft besteht nun die Chance die erhöhte Aufmerksamkeit zu nutzen, um mit kontinuierlicher Kommunikation wieder Vertrauen in die eigene Politik als auch das demokratische System zu erhöhen.  

Montag, 21. September 2015

Digital Public Affairs - Interessenvertretung in Deutschland wird digitaler

Bereits im letzten Jahr stellte ich an dieser Stelle fest, dass Interessenvertretung und Lobbyisten immer stärker auf digitale Kanäle und Social Media setzten. Wie hat sich dies in den letzten 12 Monaten entwickelt? Hierfür habe ich nun wieder in die nun 14. Ausgabe der jährlichen Public Affairs Umfrage der Kommunikationsagentur MSL Germany geschaut. Die auf Reputationsmanagement und PR spezialisierte Agentur befragte in den vergangenen Wochen wieder einmal Kollegen aus dem Berliner Public-Affairs-Kosmos.

Logo MSL Germany
Neben der Bewertung der Arbeit der Großen Koaltion, der Zusammenarbeit mit Parteien und der Frage nach Karrenzzeiten für Ex-Politiker wurden die 60 teilnehmenden Lobbyisten (n = 300) auch nach der Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung und den Instrumenten ihrer eigenen Arbeit befragt.

Diese Antworten finde ich nicht uninteressant.


Nur noch jeder dritte deutsche Lobbyist nutzt Social Media

Übersicht: Welche Instrumente nutzen Sie für die politische Kontaktpflege
Die erste große Überraschung findet sich aus meiner Sicht in Frage 15. Gaben vor einem Jahr noch über 50 Prozent der Interessenvertreter an, via Social Media politische Kontakte zu pflegen, sind es 2015 nun nur noch 34 Prozent, also nur noch jeder dritte Lobbyist nutzt Facebook, Twitter & Co für den Dialog mit Entscheidungsträgern, zu Jahresfrist war es noch jeder Zweite.
Spannend wären nun natürlich die Gründe für die abnehmende Nutzung. Ineffizient? Zu transparent? Oder Renaissance des Analogen?

Dafür würde immerhin die starke Zunahme an "Teinahme an politischen Veranstaltungen" auf 100 Prozent sprechen.

Online-Mailings bleiben aber im Trend, hier gab es leichte Zuwächse, während Print-Mailings immer unwichtiger werden. Zur Renaissance des Email-Newsletters in der politischen Kommunikation finden Sie hier den Gastbeitrag von Egon Huschitt auf diesem Blog.

Übersicht: Präsenz von Lobbyisten im Social Web
Die Präsenz von Unternehmen und Verbänden und ihrer Public-Affairs-Aktivitäten im Social Web hat aber weiter stark zugenommen. Dauerhaft und projektbezogen sind fast 70 Prozent der Lobbyisten in Social Media präsent.

Auch wenn die Kanäle weniger zur Kontaktpflege genutzt werden, scheinen Sichtbarkeit und Präsenz im Social Web immer wichtiger zu werden, mehr als jeder dritte befragte Lobbyist bzw. sein Unternehmen besitzen sogar dauerhafte Accounts in den Netzwerken. Vor drei Jahren waren es gerade eimal 20 Prozent.

Twitter ist und bleibt der Liebling der Public Affairs-Szene

 

Übersicht: Welche Social-Media-Kanäle nutzen Lobbyisten
Auch wenn in Deutschland nach Schätzungen nur rund 3 Millionen Twitter-Accounts existieren, die Public-Affairs-Szene liebt den Microblogging-Dienst. War im vergangenenen Jahr noch Facebook das meistgenutzte Netzwerk der Branche, so ist es dieses Jahr mit leichtem Zugewinn Twitter. Jeder zweite Public-Affairs-Beauftragte nutzt Twitter. Facebook verliert 20 Prozent, nur noch 36 Prozent der Interessenvertreter pflegt über diesen Kanal seine politischen Kontakte.

Danach folgen schon XING und LinkedIn als meistgenutzte Instrumente. Auf niedrigem Niveau bleiben Blogs interessant, eigene Politikportale nehmen ebenfalls weiter zu.
Google+ spielt hingegen überhaupt keine Rolle mehr.

Der Tag startet mit Online-Medien, Tageszeitung und Pressespiegel 

Übersicht: Wie informieren sich Public-Affairs-Verantwortliche sich am Morgen?
In den Tag starten Lobbysten mit einem Kaffee und einem Blick in Online-Medien, die Tageszeitung und den Pressespiegel (analog/digital?).  Der Online-Newsletter wird aber fast genauso häufig als Informationsquelle genutzt, wie die Printmedien. Auch hier zeigt sich: Kuratierte Nachrichten im Newsletterformat werden für die Arbeit immer wichtiger. Aufbereitete Analysen und Monitorings liegen täglich nur bei jedem fünften Lobbyisten auf dem Schreibtisch. 

Social Media spielt bei der Informationsaufnahme nur eine untergeordnete Rolle, aber immerhin jeder vierte Lobbyist informiert sich neben den eher klassischen Quellen auch hier.


Wie wird sich die Nutzung von Social Media für die Public-Affairs-Arbeit in Zukunft entwickeln? Freue mich über Thesen, Glaskugel-Blicke und Meinungen in den Kommentaren. Danke!

Dienstag, 23. Juni 2015

#followerpower in der Politik – Wie man die eigenen Fans & Follower mobilisiert

Logo "politik & kommunikation"
Ein Blog goes Papier. Im Magazin "politik & kommunikation" gibts meine Postings auch als Kolumne und auf Totholz. Der Schwerpunkt der zweiten Ausgabe 2015 ist "Macht". Meine Kolumne zum Thema #followerpower - Wie die Politik die "Macht" des Schwarms nutzen kann.

Hier das Cross-Posting dieser Kolumne. 

Welcher Politiker kennt das nicht. Wenige Monate vor der Wahl hofft man darauf, dass sich wieder ein paar ehrenamtliche Kräfte aus der Partei, engagierte Jungpolitiker oder sogar die eigene Familie motivieren lassen, um im Wahlkampf tatkräftig mitzudenken und vor allem anzufassen. Spätestens jetzt merkt mancher: Mein Team ist kleiner, als ich dachte. Oft liegt das daran, dass man Sympathisanten zu wenig an sich gebunden hat.

Samuel Fink
Klassisches Wahlkampfteam (Quelle: Samuel Fink)
Ehrenamtler dauerhaft für sich und die politische Arbeit zu begeistern – besonders jetzt, wo sich viele ohnehin nicht mehr an eine Partei binden mögen – ist keine einfache Aufgabe. Dabei bilden aktive Unterstützer und Sympathisanten die Machtbasis im Wahlkreis – off- wie online. Soziale Netzwerke können helfen, diesen Kreis aufzubauen, zu organisieren, dauerhaft an sich zu binden und sogar im richtigen Moment für sich zu mobilisieren Aus meiner Sicht ist die kontinuierliche Unterstützung im politischen Alltag zudem wertvoller, als ein paar helfende Hände kurz vor der Wahl.

Dialog ist alles


Screenshot Facebook-Frage
Best Practice Dialog Dr. Peter Tauber (CDU)
Langsam setzt sich auch in der Politik die eigentliche Idee hinter Social Media durch: Es geht nicht vor allem darum, Informationen zu senden, sondern darum, niedrigschwellig Dialoge zu führen, erreichbar zu sein und Feedback aktiv einzufordern. Darin liegt meines Erachtens das größte Potential für die politische Arbeit. Hierfür müssen Politiker aber bereit sein, sich auch öffentlich kritisieren zu lassen, Machtverlust hinzunehmen und Zeit für den Austausch zu reservieren. Wer dazu weder Lust noch Motivation hat, der kann auf #followerpower nicht zurückgreifen. Dem würde ich von der Nutzung sozialer Netzwerke sogar abraten. 

Das Hashtag


Gefühlt gehört #followerpower zu den ersten und verbreitetesten Hashtags bei Twitter. Dahinter steckt die Idee, dass man die Schwarmintelligenz seiner eigenen Follower und der gesamten Twitter-Community nutzt. Dafür fügt man einem Tweet das Hashtag #followerpower hinzu. Das zeigt den Lesern, dass man um Unterstützung bittet, zudem motiviert es so, sein Feedback zu äußern, direkt und unkompliziert, ohne inhaltliche oder formelle Schranken.

Politiker können alles erfragen, was sie der Twitter-Gemeinde zutrauen: Ideen, konkrete Beispiele oder Best Practice, Studien oder Experten, Probleme aus dem Wahlkreis, Feedback zu aktuellen Diskussionen, alte Zitate von Philosophen oder politischen Gegnern, spannende Veranstaltungen, Restaurants, Ansprechpartner in einer fremden Stadt, technische Fragestellungen und natürlich auch Hilfe beim Ausbau der Community, in der Art: 
„Nur noch 3 Follower bis 3333, wer macht die Schnapszahl voll? #followerpower“. 
Mittlerweile haben sich Hashtags allgemein und auch #followerpower in allen anderen dialogorientieren Netzwerken etabliert, bei Facebook etwa, Instagram oder Google+. Am besten funktioniert diese Art der digitalen Wissensvermehrung und Meinungsbildung aber weiterhin bei Twitter.

#followerpower-Tweet Malte Spitz (Grüne)
Auch wenn die genutzten Netzwerke immer nur ein Ausschnitt aus der Gesellschaft darstellen, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man mit seiner Frage mindestens einen Experten genau zum  Thema erreicht. Und jeder, der schon einmal von #followerpower profitiert hat, wird gerne mit Sachverstand weiterhelfen.

Wenn Politiker auf #followerpower setzen bedeutet das aber auch: Sie sollten selbst offen sein, zu antworten. Damit werden sie sicher viele positiv überraschen, denn kaum ein Bürger erwartet eine Antwort von einem Politiker. Zudem erreicht er so eine perfekte Zielgruppe: Nutzer, die sich gerade mit seinen Themen auseinandersetzen.

Followerpower ist die kleine Schwester der klassischen Meinungsumfrage. Schneller und kostengünstiger als auf Twitter können Politiker sich nirgendwo sonst eine Meinung zu aktuellen Diskussionen und Positionen einholen. Oftmals entscheidet im politischen Alltag ja neben dem Sachverstand auch das Bauchgefühl; die eigene Crowd (Followerschaft) hilft, Argumente zu testen und ein Gefühl für Stimmungen und Meinungen zu erhalten.
   

Best Practice in Schwaben


Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer lebt bereits #followerpower. Innerhalb von wenigen Tagen befragte das grüne Stadtoberhaupt seine Bürger zu so unterschiedlichen Themen wie: Wie findet Ihr Sexismus? Gibt es zu wenige rauchfreie Kneipen in Tübingen? Wollen Deutsche weg vom Auto? Wie gefallen euch die neuen Graffitis?

Screenshot Facebook
#followerpower bei Boris Palmer (Grüne)
Fast zu jeder Frage gab es unzählige Kommentare, Argumente und Gegenargumente – oft sehr konstruktiv. Am Ende jeder Diskussion hatte der Oberbürgermeister somit ein klareres Bild zu den Fragen, die ihn bewegen. Und er erreichte noch etwas: Durch die Beteiligung der Bürger wurden die Postings durch Likes, Shares und Kommentare in die Timelines der Freunde seiner Facebook-Freunde getragen. So erfuhren auch jene Bürger von seinen Fragen, die gar nicht mit Boris Palmer befreundet sind und die sich auch nicht mit Politik beschäftigen wollen. Gut möglich, dass sie sich so trotzdem eine Meinung bildeten und sich an der Diskussion beteiligten. Damit steigert Palmer mit seinen Fragen auch das Interesse an Kommunalpolitik und bindet mit dem ehrlichen und offenen Interesse die Bürger direkt an sich.

Diese Community hilft ihm nicht nur im Wahlkampf, sondern auch bei aktuellen Debatten: Durch das aufgebaute Vertrauen und die persönliche Nähe kann er seine Facebook-Freunde bei öffentlichen Debatten schnell und zielgerichtet mobilisieren, damit sie sich in seinem Sinne einsetzen – als Leserbriefschreiber, Kommentator, bei Bürgerbeteiligungsformaten oder im persönlichen Gespräch mit dem Nachbarn. Ein unschätzbarer Wert.

Eine langfristige aufgebaute und gepflegte digitale Community ist in meinen Augen wichtiger als ein paar Freiwillige, die im Wahlkampf Plakate aufhängen. Denn kontinuierlich eingebundene, ernst genommene und überzeugte Bürger überzeugen wiederum andere Bürger – stärker als es jedes Plakat kann.

Leben Sie #followerpower und hören Sie in Ihre Community hinein. Ihr Horizont wird breiter, ihr Wissen wird größer, sie sparen Zeit und Geld und am Ende der Legislatur haben sie auch noch viele Menschen mit wenig Aufwand direkt erreicht. Es lohnt sich!


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Samstag, 2. Mai 2015

Politiker auf Instagram - Wie nutzen deutsche Politiker die Foto-App?

In den letzten Monaten gab es fast keinen Tag an dem ich nicht von einem Politiker oder einer politischen Institution gefragt wurde: "Brauchen wir jetzt auch dieses neue Instagram?". Der Hype um Facebooks Foto-App hat also 2015 auch die deutsche Politik erreicht.

Zeit für eine Bestandsaufnahme unter deutschen Politikern.

Kurz zu den Fakten



Diese Zahlen zeigen deutlich, die Nutzerschaft ist sehr jung und die App noch bei weitem kein Massenphänomen in Deutschland. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass das Netzwerk eine gewisse mystische Anziehungskraft auf Politiker, Parteien und Ministerien ausübt. 

Nach umfassender Recherche habe ich aktuell lediglich 90 Profile aktiver Politiker gefunden (Stichtag 02. 08. 11. 29. Mai 17. Juni 2015). Daneben gibt es eine Reihe von Parteiprofilen (z.B. CSU, CDU Rheinland-Pfalz, CDU Hamburg, Grüne NRW, FDP Bayern, Die LINKE, Piratenpartei), Fraktionsprofilen (z.B. SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, CDU/CSU-Bundestagsfraktion) und Profilen von Ministerien und Ämtern (z.B. Auswärtiges Amt, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge).

Ein wenig Statistik zu Beginn. Unter den recherchierten Politikern sind:  

  6 Europaabgeordnete (MdEP)
26 Bundestagsabgeordnete (MdB)
32 Landtagsabgeordnete (MdL/MdHB/MdA)

Am weitesten verbreitet ist die App bei den Mandatsträgern von CDU/CSU (24 Profile), vor SPD (22), Bündnis 90/Die Grünen (11), Linke (4), Piraten (3) sowie FDP (2).  

Wozu Instagram?


Da man neben den Fotos lediglich Text aber keine Links hinzufügen kann, liegt der Fokus der App klar auf den Fotos. Das Potential von Instagram liegt laut futurebiz.de im „Visual Storytelling“: Der Nutzen für Marken und wohl auch Politiker liegt somit in der Stützung von Markenbekanntheit, Markenimage oder der Verlängerung von Kampagnen. Politiker können also mit Hilfe von Bildern und kurzen Videos Aufmerksamkeit generieren. Diese wird aber nie zu einer unmittelbaren Aktion wie einem Klick auf die eigene Webseite führen. Im digitalen Kommunikationsmix kann Instagram also vor allem dann eine stützende und ergänzende Rolle übernehmen, wenn das Branding auf mehrere Kanäle verteilt werden soll und wenn der Verlust von organischer Reichweite (z.B. auf Facebook) ausgeglichen werden soll.

Aufmerksamkeit und Interesse bei den Nutzern erhält man in erster Linie durch die Qualität der Inhalte  ergänzt durch deren Aufbereitung. Hierzu zählt vor allem der Einsatz von Hashtags. Zudem spielt auch der Text eine nicht unwichtige Rolle.

Soweit zur Theorie. Auf Grundlage dieser Überlegungen habe ich mir nun alle Politiker-Profile genauer angeschaut und mich durch tausende Bilder geklickt, um zu analysiseren wie diese Instagram-Aktivitäten auf den digitalen Markenaufbau einzahlen:       
 

Die Politiker


Zur besseren Übersichtlichkeit habe ich die Bewertung in drei Gruppen unterteilt: Anschauen, Ausbaufähig und Abmelden. Auch wenn ich keine Noten verteilen möchte, ist dies der Versuch einer qualitativen Wertung. Profile unter Anschauen haben mir grundsätzlich gefallen, auch wenn einige in Sachen visuelles Storytelling noch am Anfang stehen. Bei Profilen der Kategorie Ausbaufähig sind noch ein paar mehr Aktivitäten notwending, um daraus einen gelungenen Kommunikationskanal zu machen und allen Betreibern von Profilen der Kategorie Abmelden empfehle ich genau das.

Anschauen



Lars Oberg (SPD)

YEAH, das ist mal ein politischer Instagram-Account der wirklich Spaß macht. Im Profil des Berliner Abgeordnetenhaus-Abgeordneten gibt’s Politik durchs Bierglas betrachtet, kleine gern anzusehende Miniaturen und Beobachtungen aus dem Berliner Leben (Wahlkreis) und den ungewöhnlichen Blick auf gewöhnliche politische Aktivitäten. Dazu gute und schlaue Texte, die auch die Interaktion fördern. Wermutstropfen sind die fehlenden Hashtags und die komplett unausgefüllte Instagram-Biografie.
Profil: https://instagram.com/oberglars/

Alexandra Dinges-Dierig (CDU)

Die Mischung machts. Sitzungssäle, Weihnachtsbaumkugel-Selfies und zwischendrin eine Cafe- und Filmempfehlung. Finde sowohl den inhaltlichen Mix spannend, als auch den Einblick in das Politikerinnenleben. Die Fotos wirken zudem nicht steif, sondern greifen die Instagram-Tonalität sehr gut auf. Man merkt dass die Bundestagsabgeordnete Lust am Motiv und an der Fotografie hat. Ein wenig mehr politische Positionen und Hashtags würden dem Account noch gut tun.
Profil: https://instagram.com/alexandradingesdierig/   

Lars Klingbeil (SPD)

So muss wohl ein gut gemachter politischer Instagram-Account aussehen. Auch wenn der Bundestags-Netzpolitiker bisher nur 800 Abonnenten hat, finde ich hier wird einiges sehr richtig gemacht. Fast ikonografische Bilder (verschiedene interessante Blickwinkel, Farbtöne und grafische Erzählstile und sehr eigene gelungene Blicke auf den Politikeralltag machen Lust auf mehr Infos. Best Practice nicht nur in der SPD.  
Profil: https://instagram.com/larsklingbeil/  

Julia Klöckner (CDU)

Los gings vor ca. drei Monaten standesgemäß mit einem Selfie mit Christian Lindner (FDP), Armin Laschet und Friedrich Merz (beide CDU). Seitdem gibts einen kontinuierlichen Einblick in ihre Arbeit – nicht nur mit ihr als Protagonistin z.B. beim Blutspenden. Die rheinland-pfälzische Oppositionsführerin zeigt wen sie trifft, wo sie ist, was sie gerade tut mit ihrem eigenen Blick. Die politischen Botschaften und Kommentare zu den Fotos kommen bisher allerdings weniger gut an. 

Ska Keller (Grüne)

Die grüne Europapolitikerin gehört zu den sehr aktiven politischen Instagrammern in Deutschland, sie bietet breite Einblicke in den Politikeralltag teilweise mit poetischer Kommentierung (z.B. (t)rain zu einem regnerichen ICE-Fenster). Dadurch erhält man ein sehr gutes Gefühl für das "Jet Set-Leben" einer Europaabgeordneten. Und ab und zu erfährt man auch etwas politisches neben viel Natur und Wahlkampfeindrücken. Leider vergisst sie ab und zu die Hashtags, was sich dann negativ auf die Reichweite ihrer Bilder auswirkt.
Profil: https://instagram.com/skakeller/ 

Katharina König (Die LINKE)

Die Thüringer Landtagsabgeordnete kommt auf den Instagram-Fotos überhaupt nicht vor (außer auf dem Profilbild) und auch in der Biografie verschweigt sie, dass sie Politikerin ist. Dafür gibt’s viele Naturfotos aus Thüringen und der Welt und sehr viele viduelle Botschaften zu ihrem Herzensthemen Israel und Kampf gegen Rechtsextremismus. Zwischendurch dürfen aber auch Skurrilitäten wie z.B. eine Gruppe Polizisten auf einer Rutsche nicht fehlen. Man bekommt ein sehr gutes Gefühl wofür sie steht und was sie (täglich) bewegt.
Profil: https://instagram.com/katharinakoenig/

Nachtrag: Meine Empfehlungen wurden sofort umgesetzt. Wenige Minuten nach Veröffentlichung des Blogbeitrags hat Katharina König reagiert. +1

Matthias Groote (SPD)

Sharepics, eigene kleine Videos, gut gemachte Fotos und sehr viele Hashtags. Beim Europaabgeordneten aus Niedersachsen merkt man, dass er Instagram schon sehr lange nutzt. Und durchaus erfolgreich. Man bekommt einen guten Einblick in seine Brüsseler Arbeit, aber auch der Wahlkreis kommt nicht zu kurz. Eigens produzierte kleine Videos mit Musik und Selfistange zeigen, dass er mehr Energie als viele andere Politiker in den Kanal investiert und wohl einigen Spaß daran hat. Kurioserweise ist das Profil bisher nicht auf seiner Webseite verlinkt? 

Carsten Ovens (CDU)

Morgendliche Kaffeetassen, Gebäude und Hamburg von seiner schönsten Seite. So lässt sich das Instagram-Leben des Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten zusammenfassen. Durchaus stylische Fotos mit dem eigenen Blick auf die Welt geben einen Einblick in das politische Leben, aber viel Politik bekommt man hier trotzdem nicht unbedingt mit. Auffallend: Im Gegensatz zu vielen anderen politischen Instagrammern ist der Politiker auf keinem einzigen Foto selber zu sehen – Profilfoto ausgenommen.
Profil: https://instagram.com/carstenovens/ 

Daniel Schwerd (Piraten)

Launiger und kurzweiliger Einblick in das Leben zwischen Düsseldorfer Landtag, Berlin und irgendwie dazwischen. Man bekommt ein gutes Bild von den Einstellungen und Positionen des Landtagsabgeordneten, aber auch von den kleinen Skurrilitäten die wir alltäglich erleben. Bisher werden die Fotos aber so gut wie nicht wahrgenommen, liegt vielleicht auch an einem leicht nerdigem Anstrich.    

Lutz Richter (Die LINKE) 


Wie macht er das? Ein normales  Portrait des sächsischen Landtagsabgeordneten bekommt ohne Probleme über 400 Likes und Landschafts- und Sightseeing-Fotos aus seiner Heimat und Urlauben sind zuletzt immer dreistellig geliked wurden. Auch wenn er in den vergangenen Monaten nicht mehr so aktiv postete, seit Ende 2013 gibts kontinuierliche Schnappschüsse aus seinem Familienleben. Politik kommt allerdings nur zwischen den Zeilen zum Vorschein. Die Bilder sind teilweise witzig, gut inszeniert und treffen optisch den Geschmack vieler seiner über 800 Abonennten und wohl auch sächsischer Touristen von überall auf der Welt. Aber keiner der Liker erfährt, das Lutz Richter auch Politiker ist, in der Biografie verschweigt er dies und auf seiner Webseite gibts keinen Verweis auf den Account. Warum?
Profil: https://instagram.com/_lutz_richter_/ 

Terry Reintke (Grüne)

Die Europaparlamentarierin zeigt auf Instagram die ungewöhnlichen und durchaus lustigen und verspielten Seiten der Politik z.B. rot lackierte Fußnägel, Holloween-Verkleidung oder Gewinnerurkunden einer Schokokuss-Schlacht. Ab und zu gibt’s auch politische Inhalte in wohldosierter Form. Niedrigschweilliger Zugang zur Politik ist hier garantiert, obs der politischen Markenbildung hilft ist zu wünschen - bleibt aber offen.
Profil: https://instagram.com/ziemlich_terry

Hansjörg Durz (CSU)

Merkel, Sharepics, eigene Videos für Instagram und durchaus ansprechende Fotos aus dem Politikeralltag zeigen das Engagement des bayerischen Bundestagsabgeordneten. Bisher allerdings noch ohne nennenswerte Reichweiten. Das Netzwerk scheint im Wahlkreis Augsburg noch nicht wirklich angekommen zu sein. Lediglich sechs Abonennten und rare Hashtags führten bisher nur zu wenig Likes und Wahrnehmung seiner Aktivitäten.
Profil:  https://instagram.com/hansjoerg_durz/ 

Johannes Kahrs (SPD)

Foodporn, Frisör-Selfies und Shoppingfotos mit der Nichte. Man erfährt zwar einiges aus dem Leben abseits der Politik, aber was der Bundestagsabgeordnete den ganzen Tag politisch macht und welche Positionen er vertritt ist nur Randthema. Teilweise erzielt er beachtliche Like-Zahlen u.a. mit nacktem Oberkörper, Fitnessstudio-Selfies und selbstgemachten Frikadellen. Auffallend: Wie im analogen Leben ist er auch auf Instagram bestens vernetzt, er hat über 1100 Profile abonniert.
Profil: https://instagram.com/johannes.kahrs/

Patrick Schnieder (CDU)

Neben Schnitzelfotos aus dem Reichstag und einigen Selfies gibt’s beim Eifeler MdB viele klassische und leider sehr langweilige Fotos von Podien, Veranstaltungen und Sitzungen. Bisher auch mit wenig Resonanz durch die Instagram-Gemeinde. Der Versuch nicht immer staatstragend zu kommunizieren ist aber erkennbar und begrüßenswert.  Ein roter Faden ist zudem erkennbar: Viele verwackelte Fotos. Das verpixelte Profilfoto verheimlicht zudem mehr als es zeigt.
Profil: https://instagram.com/pschnieder/ 

Dennis Rohde (SPD)

"Instagram ist das neue Facebook" schreibt der junge Oldenburger Bundestags- abgeordnete nach einem Treffen mit Jugendlichen auf #Instagram. Klar, dass er deshalb auch hier unterwegs ist. Und das sieht für den Anfang gar nicht so schlecht aus: Selfies mit dem Kreisvorstand, lustige Entdeckungen auf den Bundestagsfluren, emotionale Videos von seinem Lieblings-Basketballverein, Kommentierung von politischen Kampagnen und ab und an ein ungewöhnlicher Blickwinkel und Einblick in seine tägliche Arbeit. So wird stärker erfahrbar, wie Politik von innen aussieht und was der Parlamentarier jeden Tag macht.  Sehr gut!
Profil: https://instagram.com/dennis_rohde/

Katharina Schulze (Grüne)

Zwischen Bangalore und Bayern. Neben dem Blick hinter die Kulissen des Politikbetriebs, leider einigen langweiligen „Ich stehe neben Menschen“-Fotos lässt die bayerische Landtagsabgeordnete die Instagramer an ihren Fernreisen teilhaben. Spannend: Idyllische Winter-Bergwelten neben dem Spacemuseum Washington. Wirkliche Aufmerksamkeit erzielt sie mit dem Account bisher aber noch nicht
Profil: https://instagram.com/kathaschulze/  

Andreas Baum (Piratenpartei)

Länger ist kein deutscher Politiker dabei. Seit 2011, kurz nach Veröffentlichung der App,  gibts  wohldosierte Impressionen des Abgeordnetenhaus-Mitgliedes. Im Schnitt alle 2 Monate ein Motiv meist aus dem urbanen Berliner Kulturleben. Die Optik der Fotos ist ansprechend und Instagram-Like. Aber vom Politiker erfährt man außer dem Weg zu einem Bundesparteitag & einer Wahlparty nicht viel. Zudem verschweigt er in seiner Biografie, wer er ist und wie man noch mehr über ihn erfahren kann.
Profil: https://instagram.com/rkab/ 

Stefan Kämmerling (SPD)

Bereits seit Anfang 2012 dabei macht der Landtagsabgeordnete aus Aachen einiges richtig bei Instagram - nur bisher erreicht er damit die Bürger noch nicht. Seine Bilder bekommen nur wenige Likes, trotz recht ansprechender Abonnentenzahl, kunstvoller und interessanter Einblicke in den Landtag und abwechslungsreicher Fotostile und -formate. Was fehlt: Beschreibungen der Bilder inkl. Hashtags und eine Verlinkung der Accounts auf der Webseite.
Profil: https://instagram.com/stefan_kaemmerling/

Albrecht Pallas (SPD)

Scheint nicht wirklich viel zu passieren im politischen Leben des sächsischen Landtagsabgeordneten: Sitzungsprotokolle, Zeitungsausschnitte und verwackelte Bilder aus Landtags- und Stadtratssitzungen. Zwischendurch gibt’s Selfies und Wahlkampfimpressionen. Erfolgreiches visuelles Storytelling sieht anders aus. Eine visuelle Marke baut man so wohl eher nicht auf. Viele Bilder erreichen dann auch noch nicht mal die magische Grenze von einem Like.
Profil: https://instagram.com/albrechtpallas/  

Der Selfiemeister


Dr. Peter Tauber (CDU)

Der CDU-Generalsekretär ist seit März 2013 im Foto-Netzwerk dabei und sehr aktiv: Über 600 Fotos, darunter viele #laufpeter-Impressionen und noch mehr Selfies zeigen, dass er Spaß am Medium hat und es selbstverständlich zu seiner täglichen Kommunikation gehört. Er gibt einen lockeren Einblick in seinen Alltag und vorallem einen Blick in die CDU mit ihren vielen Gesichtern, die die Partei ausmachen. Die Bilder kommen sehr gut an, auch „politische Themen“ bekommen überdurchschnittlich viele Likes. Ähnlich wie Lars Klingbeil und Lars Oberg: Peter Tauber ist bei Instagram Best Practice für die politische Kommunikation.

Der Transparente


Robert Stein (CDU)

Papier, Papier, Papier. Politik ist papierlastig und das erfährt man im Account des Ex-Piraten und Neu-CDU MdL aus Nordrhein-Westfalen sehr gut. Ok ab und zu sieht man auch ein iPad. Zudem gibt’s auffallend viele Fotos von Präsentationen, Sitzungen und zwischendurch ein Selfie. Das ist alles sehr transparent, aber leider auch nicht wirklich spannend aufbereitet. Den eigenen Blick auf das Geschehen gibt’s selten z.B. bei Demofotos aus den Landtagsfenstern. Das einzige intransparente im Profil ist das stark verpixelte Profilbild. Obwohl schon lange dabei sind Abonnenten- und Likezahlen eher unterdurchschnittlich. 
Profil: https://instagram.com/robert_stein_mdl/ 

Nachtrag: Nach Veröffentlichung des Blogpostings hat Robert Stein sein Profilbild geändert. +1.

 

Der Wahlkreiswerber


Sebastian Steineke (CDU)

Oh wie schön ist Brandenburg, bzw. die Niederlausitz und das Havelland. Der Account des Brandenburger Bundestagsabgeordneten stellt den Wahlkreis und dessen schöne Ecken in den Vordergrund. Man könnte fast meinen das ist der Auftritt des Brandenburger Landesmarketings. Zwischendrin gibt’s auch ab und an politische Fotos oder Einblicke in den Berliner Arbeitsplatz. So profiliert er sich im Wahlkreis als digitale Marke mit starker Bindung zur Region. Wirkliche politische Botschaften muss man allerdings lange suchen. 


Ausbaufähig 


Die Künstler


Volker Beck (Grüne) 

Beim Kölner Bundestagsabgeordneten gibt’s unkommentierte Hinterköpfe aus dem Bundestag, postsozialistische Bauruinen, romantische Stempel, sehr viel Weihnachtsdeko und ein Standesamt-Schild. Man erfährt aber nicht warum er das festgehalten hat und was er dem Bürger damit sagen will? Die Texte zu den Bildern sind eher erratisch als aufklärend. Seit Dezember 2012 ist er dabei und gehört damit zu den ersten Bundestags-Instagrammern.  Seit einigen Wochen hat er Hashtags entdeckt, seitdem gehen die Likes auch stark nach oben. 

Anja Siegesmund (Grüne)

Seit der Thüringer Landtagswahl ist der grüne Landespolitikerin Ministerin im Kabinett Ramelow. Davon bemerkt man in ihrem Profil aber noch nichts, hier firmiert sie noch als Fraktionsvorsitzende. Praktisch ist sie aber die einzige mir bekannte deutsche (Landes-)Ministerin bei Instagram. Das kann sie mit Sonnenuntergängen, Schneelandschaften und Holunderfotos aber ganz gut verbergen. Seit April 2014 ist sie zudem fast inaktiv. Die Regierungskommunikation ist noch ausbaufähig. 
Profil: https://instagram.com/ansie2012/ 

Marco Bülow (SPD)

Als Poesyrebell ist der SPD-Parlamentarier bei Instagram unterwegs. Und genauso sieht der Account auch aus. Schöne poetische Fotos aus der Natur und auch aus der Stadt. Wenn man genau hinschaut entdeckt das geübte Auge auch ab und zu den Bundestag. Ein politisches Profil sieht aber anders aus. Das soll es aber wohl gar nicht sein. Wirkt wie eine private Spielweise ohne politische Ziele. Oder doch? 
Profil: https://instagram.com/poesyrebel/  

Der Food-Porner


Michael Hilberer (Piraten)

"Hmmmm lecker...." ist der erste Gedanke, wenn man das Profil des Landtagspiraten aus dem Saarland aufruft. Politik soll ja auch durch den Magen gehen, von daher gibt’s hier viel Food-Porn von Orangen, über Berliner, Spiegelei bis zu hartem Alkohol. In der Profilbeschreibung unterlässt er jedoch jeden Hinweis auf seine politische Arbeit. Eher ein privater Ess-Account, angereichert mit entschleunigten Naturfotos und seltenen Einblicken in den politischen Alltag. 
Profil: https://instagram.com/hillecrane/  


Die Entschleunigte


Dorothee Bär (CSU)

Jeden Monat gibts fast nur ein Bild, bisher ist aber noch keine wirkliche Linie erkennbar. Neben offiziellen Fotos von Veranstaltungen postet die Parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium auch Tee und Baustellen. These: Instagram ist und wird auch nicht Dorothee Bärs liebste Spielwiese. 
Profil: https://instagram.com/dorobaer



Die Anfänger


Sören Herbst (Grüne)

Erst seit wenigen Tagen ist der grüne Landtagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt im Foto-Netzwerk dabei. Das merkt man den Fotos auch noch an. Es fehlt bisher ein wenig an der Linie. Was auffällt: Er kommentiert und hashtagt größtenteils in Englisch. Er scheint mit seinen Springbrunnen- und Freifunk-Bildern eine größere Zielgruppe als nur die eigenen Landeskinder anzupeilen.
Profil: https://instagram.com/soeren.herbst/

Prof. Dr. Andreas Nick (CDU)

Im Account des Bundestagsabgeordneten aus Montabaur ist die große weite Welt zu Hause. Ein Potpourri von Fotos seiner Reisen mit meist uninspirierten und langweiligen Aufnahmen, die nicht viel von den Reisen und seiner Arbeit erzählen, dazu typische und altbekannte Motive aus dem Berliner Regierungsviertel. Bisher gabs hierfür auch noch sehr überschaubare Likes. 
Profil: https://instagram.com/drandreasnick/   

Dr. Volker Ullrich (CSU)

Bisher gibt’s hier nur drei Fotos aus dem Parlamentarierleben, eher klassische Motive ohne Überraschung und spannenden Zugang zu seinen Aktivitäten. Aber der Account des bayerischen Bundestagsmitglieds ist auch erst wenige Tage alt.
Profil: https://instagram.com/volkerullrich/  

Prof. Dr. Lars Castellucci (SPD)

Allerfeinster #Dogcontent geht immer. Erst seit wenigen Wochen bei Instagram aktiv hat der Wieslocher Bundestagsabgeordnete schon einige Likes für seine Motive erhalten. Besonders erfogreich sind dabei die Hundemotive, die Opernbesuche mit seiner Mutter in Berlin und seine visuelle Berichterstattung aus Italien. Die Fotos gefallen vom Stil und Auswahl, ab und zu sind sie noch ein wenig zu steif. Das Potential der Linksetzung zur Homepage und eine aussagekräftige Biografie wird bisher noch nicht genutzt.
Profil: https://instagram.com/larscastellucci/ 

Achim Post (SPD)

Im Grunde genommen macht der Bundestagsabgeordnete aus Minden alles richtig: Extra für Instagram produzierte Sharepics, Zitate-Cards, emotionale Postings zu Borussia Dortmund und ein Einblick in sein Leben als PES-Generalsekretär. Aber irgendwie will der Funke nicht überspringen. Die visuelle Kommunikation wirkt noch hölzern und zu staatstragend (Konfernezröume, Schlipsträger vor Traktor). Mehr eigene Blick auf das politische Leben wären gut.
Profil: https://instagram.com/achim_p/

Stefan Liebich (LINKE)

Mein Kiez, Meine Straßen, Mein Block ... mein Wahlkreis. Beim Berliner Bundestags- abgeordneten dreht sich in den ersten Wochen seit Anmeldung des Accounts Anfang Mai fast alles um den eigenen Wahlkreis. Dazwischen gibts auch CSU-Werbung und eine US-Flagge. Insgesamt sind Bilder und Bildsprache aber eher klassisch gehalten. Da geht noch mehr! Schon auf Profiniveau ist hingegen die Verwendung von Hashtags.
Profil: https://instagram.com/berlinliebich/

Bärbel Bas (SPD)

Die schönsten Ausblicke aus dem Büro der Parlamentarischen Geschäftsführerin (PGF) der SPD-Bundestagsfraktion gibts bei Instagram. Schiffe auf der Spree und ein brennender Feierabendhimmel. Dazu Familieselfies und erste interessante und selbstironische Einblicke in das Leben einer PGF inklusive der obligatorischen Dokumentenmappe runden die bisherigen Bilder zu Politik und Privatem ab. Gelungen. Nur das eigene Profilfoto ist etwas verpixelt, kann aber auch sein, dass das Datenschutzgründe hat?
Profil: https://instagram.com/baerbelbas/ 

Nachtrag: Meine Empfehlung wurde umgesetzt. Bärbel Bas wechselte nach Veröffentlichung des Blogbeitrags ihr Profilbild aus. +1

Michael Kruse (FDP)

Bereits vor dem Start seines erfolgreichen Bürgerschaftswahlkampfes hat der Hamburger Landespolitiker schon wieder mit Instagram aufgehört. Sein letztes Bild ist vom November 2014. Bis dahin hatte er vielversprechend begonnen. Gute Fotos, ungewöhnliche Blicke, sehenswerte Optik. Nur die Hashtags fehlten und auch ein paar Likes.
Profil: https://instagram.com/michael.kruse.75/  


Arndt Klocke (Grüne) 

Ganz frisch, erst seit Ende Mai 2015 dabei, ist der verkehrspolitische Sprecher den Grünen aus dem Landtag Nordrhein-Westfalen. Beachtliche 150 Abonennten hat er bereits mit Burger-#FoodPorn, Pop auf einem Schiff und Kinoempfehlungen sammeln können. Die teilweise mit Filter aufgehübschten Motive zeigen vorallem den Alltag neben dem Mandat, aber genau dazu ist Instagram ja wunderbar geeignet. Noch ein paar mehr politische Botschaften würden dem Account ganz gut tun.
Profil: https://instagram.com/arndtklocke/

Rasmus Andresen (Grüne)

Wer sich für New York und norddeutsche Winterlandschaften interessiert ist beim grünen Netzpolitiker aus dem Landtag Schleswig-Holstein goldrichtig. Einen wirklichen Einblick in sein Politikerleben erhält man allerdings nicht. Das Profil ist bisher zur Markenbildung also nur am Rande geeignet.
Bettina Dickes (CDU)

Eine gute Idee. Auf Instagram mit Fastnachtfotos und vielen jungen Menschen z.B. beim GirlsDay zu starten. Da holt man die Zielgruppe gleich gut ab. Nach nur fünf Fotos hat sich die rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete schon einen ordentlichen Abonnentenstamm aufgebaut. Wenn sie nun auch noch ihre Biografie pflegen, nicht immer nur sich auf den Fotos präsentieren und ab und zu Hashtags verwenden würde, steht einer Karriere im Fotonetzwerk nichts mehr entgegen.
Profil: https://instagram.com/bettina_dickes/

Lars Winter (SPD)

Was macht ein Landespolitiker den ganzen Tag? Kränze niederlegen, Schecks übergeben und Osterfeuer entfachen. Bisher gibts auf dem noch sehr jungen Accounts des schleswig-holsteinischen Landtagsabgeordneten nur Bilder von offiziellen Anlässen auf denen die Presse auch war. Wirklich neues erfährt der Abonnent noch nicht. Aber das kann sich ja noch ändern. Das Profilbild nenne ich aber mal originell. Ein Nordlicht beim Ski fahren.
Profil:  https://instagram.com/lars_winter_mdl/

Dr. Heiner Garg (FDP)

New York, New York. Große weite Welt im Account des parlamentarischen Geschäftsführers der FDP-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein. Ist ihm Kiel zu klein geworden? Seit dem 11. Mai ist der Landespolitiker bei Instagram dabei. Neben Sonnenuntergängen und Subway-Schildern gibt es aber ansonsten noch nicht viel zu sehen. Aber vielleicht kommt das politische ja dann bei Rückkehr in den Landtag?
Profil: https://instagram.com/heinergarg/

Gabriele Wendland (CDU)

Auch wenn die rheinland-pfälzische Abgeordnete am 01. April mit ihren Instagram-Aktivitäten begann, wirkt der Account nicht wie ein digitaler Aprilscherz. Bisher ist noch nicht viel los, aber die drei Fotos machen Lust auf mehr. Ein euphorischer Bürgerbrief und ein Hammerkonzert. Darauf lässt sich aufbauen. Vielleicht verrät sie ja auch bald in der Biografie, dass sie Politikerin ist und ergänzt ein Profilfoto?
Profil:  https://instagram.com/gabiwieland/

Kim jong-un looking at things


Olaf Scholz (SPD)

Auf jedem, ungelogen auf jedem Foto ist “König Olaf” zu sehen. Die Fotos des Hamburger Bürgermeisters unterscheiden sich nicht von klassischen Pressefotos, sie sind allesamt sehr staatstragend. Frage mich wo der Mehrwert für Instagrammer sein soll? Zudem sind die Fotos nur eine Zweitverwertung seines Facebook-Accounts.
Profil: https://instagram.com/olafscholz/  


Dr. Markus Söder (CSU)

Auch hier wird Instagram lediglich zur Huldigung des eigenen Personenkults genutzt, allerdings mit einigen frischen Elementen wie Selfies, Selfie-Selfies oder Massenselfies. Zudem verbindet Bayerns Finanzminister und Kronprinz jedes Fotos mit einer klaren politischer Botschaft, teilweise aber sehr langen Texten. Trotz vieler Hashtags erzeugen die Bilder noch nicht all zu viele Likes und rufen bisher auch noch keine wirklichen Begeisterungsstürme unter den Instagrammern hervor.

Nachtrag: Dr. Markus Söder hat nach Veröffentlichung des Blogbeitrages angekündigt einiges zu ändern. Ich bin gespannt.

Erwin Rüddel (CDU)

Politiker hinter Hunnen, Politiker vor Autos, Politiker neben Baustellen. Solche Fotos kennen die Bürger seit Jahrzehnten aus der Zeitung und genau diese gibt es auch im Instagram-Account des Bundestagsabgeordneten aus dem Westerwald. Das ist eher langweilig als gut gemacht. Es fehlt komplett der Blick aus Sicht des Politikers und das überraschende Moment. Aufmerksamkeit bekommt er damit bisher wenig. Aber er ist ja auch erst seit Anfang April 2015 dabei.
Profil: https://instagram.com/erwin_rueddel/ 

Peter Simon (SPD)

Ja, Politik macht Spaß. Jedenfalls kann man das glauben wenn man den Fotos des baden-württembergischen Europaabgeordneten folgt. Auf fast jedem seiner 48 Motive gibt’s den lachenden Politiker, ausgenommen das Foto zum Unhappy Meal. Auch wenn 30 Hashtags pro Bild  keine Seltenheit sind, gibt’s bisher leider nur wenige die das Lachen auch zum liken verleitet. Zu konventionell, zu erwartbar, zu wenig ungewöhnliche Perspektiven.
Profil: https://instagram.com/petersimonmep

Uwe Doering (LINKE)

Erst seit Januar 2015 dabei gehört das Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses wohl zu den aktivsten Landespolitikern auf Instagram. Hätte ich allerdings nicht so aufmerksame Informanten, hätte ich sein Profil nie gefunden. Kein Klarname, kein Link zur Homepage und wenn man durch die Fotos klickt bekommt man den Eindruck, dass hier ein Botaniker und Berlinfan unterwegs ist, aber kein Politiker. Einblick in sein politisches Leben gibts nur sehr am Rande z.B. mit Fotos vom Abgeordnetenhaus.
Profil: https://instagram.com/doeringuwe/

Kazim Abaci (SPD)

Plakate, Plakate, Plakate und auf allen Fotos ohne Plakate sieht man den Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten. Der Account wirkt leider wie eine klassische Fotodatenbank für die Presse, aber nicht wie ein Kanal, der die Bürger für Politik begeistern soll. Zielgruppe komplett verfehlt. 
Profil: https://instagram.com/kazim_abaci/ 



Abmelden


Martin Schulz (SPD)

Der Präsident des Europäischen Parlaments und mögliche Kanzlerkandidat der SPD 2017 ist seit Mai 2014 auf Instagram inaktiv - also genau seit dem Ende seines Wahlkampfes als Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten. Aus dem Amt des Kommissionspräsidenten ist bekanntlich nichts geworden. Bei Instagram tritt er trotzdem immer noch als Kandidat auf. Klassischer Fall von Wahlkampfaccount. Eine reine Alibi-Veranstaltung.

Peer Steinbrück (SPD)

Und noch ein ehemaliger SPD-Spitzenkandidat, der das Wahlziel verfehlt hat. Seit September 2013 ist der Account des Bundestagsabgeordneten und Ex-Spitzengenossen inaktiv. Letztes Bild: Der Wahlgang mit seiner Frau. Immerhin erhielt dieses Motiv 105 Likes. Und insgesamt sammelte sein Team im Wahlkampf beachtliche 300 Abonnenten. These: Der begeisterte Offliner kommt nicht zu Instagram zurück.
Profil: http://instagram.com/peersteinbrueck

Andrea Nahles (SPD)

Als Generalssekretärin war die Arbeitsministerin noch motiviert,  im Februar 2012 gabs das erste Telefonfoto. Danach folgten spannende Einblicke in ihr Leben als Generalin. Aber irgendwas muss beim Nominierungs-Parteitag von Barack Obama 2012 in Charlotte passiert sein. Seitdem gibt’s leider keine neuen Updates von Ministerin und Bundestagsabgeordneter.
Profil: https://instagram.com/andreanahles/ 

Dr. Konstantin von Notz (Grüne)

Der grüne Bundestags-Netzpolitiker gehört klar zu den Early Adoptern bei Instagram, seit September 2012 ist er dabei und zum Zeitpunkt wo andere noch gar nicht eingestiegen waren ist er schon wieder ausgestiegen – im August 2013. Die Art und Weise der visuellen Kommunikation bis dahin hat mir aber gefallen. Warum er nicht mehr dabei ist, wollte er mir leider nicht verraten.
Profil: https://instagram.com/konstantinnotz

Thomas Jarzombek (CDU)

Nach 20 Fotos war Schluss beim CDU-Netzpolitiker aus dem Bundestag. Seit November 2014 gibt’s keine Aktualisierung im Profil. Aber gerade das letzte Foto war durchaus erfolgreich und die Bildauswahl davor ein guter Anfang.  
Profil: https://instagram.com/thomas_jarzombek/ 



Uwe Schummer (CDU)

Nach nur einem Video war schon wieder Schluss. Und dieses war auch eher abschreckend. Fachthema in wenigen Sekunden mit schlechtem Ton. Die Eröffnung des Profil durch den Bundestagsabgeordneten wirkt ein wenig wie "Dabei sein ist alles".
Profil: https://instagram.com/uweschummer/ 
Bettina Hornhues (CDU)

Ok, das Kinderfoto der Bundestagsabgeordneten aus Bremerhaven ist durchaus süß, aber ziemlich alleine im Profil. Seit über zwei Jahren sind keine neuen Motive dazugekommen, dazu ein schwer zu findender Profilname (bummi72) - spricht alles dafür, dass das Projekt Instagram eine Eintagsfliege war.
Profil:  https://instagram.com/bummi72

Nadine Schön (CDU)

Auch bei der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden hielt die Begeisterung leider nur für ein kurzes Video. Und ein Profilbild war schon zu viel Aufwand.
Profil: https://instagram.com/nadineschoen/




Manfred Weber (CSU)

100%-Quote bei der CSU? Die Fotoauswahl des EVP-Fraktionsvorsitzenden aus Bayern erinnert stark an Dr. Markus Söder. Auf allen 10 Fotos ist Manfred Weber– meist in Großaufnahme - zu sehen. Im September 2014 gabs das letzte Portrait. Das Interesse hielt sich bis dahin in Grenzen, sowohl bei den Instagrammern – als auch bei Manfred Weber.   


Sven Kohlmeier (SPD)

Das muss man erst einmal schaffen. Mit acht Fotos nur ein Like generieren. Wohl auch der Grund warum das Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses seit November 2012 nichts mehr veröffentlich hat. Sah bis dahin gar nicht so schlecht aus.
Profil: https://instagram.com/kohlmeierspd






Benedikt Lux (Grüne)

Ein Phänomen. Bisher hat das grüne Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses kein einziges Fotos veröffentlicht, aber schon 122 Abonnenten. Das nennt man wohl Vorschusslorbeeren. Wann es hier wohl richtig losgehen wird?
Profil: https://instagram.com/b3nelux

Hansjörg Schmidt (SPD)

Account ja, Fotos und Abonnenten sucht man beim Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten allerdings erfolglos.
Profil: https://instagram.com/hschmidthh




Danial Ilkhanipour (SPD)

Eine kurze Schaffensperiode von drei Monaten. Lediglich von November 2014 bis zum Januar 2015 nutzte der Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete das Netzwerk. Mitten im Wahlkampf war Schluss. Unter den Fotos findet sich aber für Kenner der politischen Großwetterlage in der Hamburger SPD ein visueller Leckerbissen. 



Michael Jungclaus (Grüne)

Seit über zwei Jahren und nach nur zwei Fotos hat der Brandenburger Landespolitiker seine Instagram-Karriere bereits im April 2013 mit einem Schneefoto schon wieder beendet.
Profil: https://instagram.com/mjungclaus





Dr. Mario Voigt (CDU)

Es gab da diesen einen sehr aktiven Instagram-Tag im Leben des Thüringer Landtagsabgeordneten. Der 28. Oktober 2013. Bei diesen drei Bildern ist es aber bislang geblieben. Immerhin haben die Motive aus der Fürstengruft 174 Abonnenten gebracht. Nicht schlecht!  
Profil: https://instagram.com/mario_voigt
Uwe Conradt (CDU)

Nach dem CDU-Glücksrezept, einem Bier-Anstich und den Tagesordnungen des Stadtrates Saarbrücken war im August 2014 auf einmal Schluss. Nicht das Instagram nun etwas fehlen würde, aber so hat man doch einen kleinen Einblick in das Wirken des saarländischen Landtagspolitikers bekommen.
Profil: https://instagram.com/uweconradt/


Tobias Hans (CDU) 

Der saarländische Landtagsabgeordnete mags am liebsten privat. Niemand der nicht mit ihm vernetzt ist darf seine bisher 35 Fotos betrachten. Was hat er wohl zu verbergen oder ist das der Übungsmodus für seine kommenden Instagram-Initiative?
Profil: https://instagram.com/tobiashans


Der Selbstdarsteller

Tobias Huch (FDP)

Huch hat zwar aktuell kein Mandat aber als umtriebiger FDP- Jung- und Kommunalpolitiker ist er auch bei Instagram voll dabei, deshalb wollte ich das Profil nicht vorenthalten. Seine FDP-Feuerzeuge schaffen über 70 Likes. Ansonsten gibts Postings zu den Themen Augenlasern, politische Demonstrationen, ISIS und kleine lustigen Alltagsbeobachtungen. Meines Erachtens nutzt er das Foto-Netzwerk clever zum digitalen Markenaufbau, ähnlich wie auf anderen sozialen Netzwerken in denen er ebenfalls sehr präsent und erfolgreich ist. Mir ist diese Selbstdarstellung allerdings zu viel:  Ich, Ich, Ich. Über 3200 Abonnenten gefällts.
Profil: https://instagram.com/tobiashuch/

Nachtrag: Nach Veröffentlichung des Blogbeitrages, gelobte Tobias Huch weniger Ich zu wagen.  



Weitere Politiker auf Instragram


Ohne aktuelles Mandat

Jan Stöß (SPD), Landesvorsitzender der Berliner SPD:  https://instagram.com/janstoess/
Johannes Vogel (FDP,) Ex-MdB und Generalsekretär der FDP NRW: https://instagram.com/johannesvogel/
Daniel Föst (FDP), Generalsekretär der FDP Bayern: https://instagram.com/dfoest
Robert Bläsing (FDP), Ex-MdHB: https://instagram.com/robertblaesing
Matthias Albrecht (SPD), Ex-MdHB: https://instagram.com/albrecht73/ 
Kristos Thingilouthis (Piratenpartei), Politischer Geschäftsführer: https://instagram.com/ralistos/ 

Weitere Kommunalpolitiker auf Instagram:

Antonia Niecke (CDU), Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg- Altona: http://instagram.com/toniecke 
Torsten Schatz (CDU), Bezirksverordneter BVV Spandau: https://instagram.com/thorstenschatz 
Tim Schmuckall (CDU), Bezirksversammlung Hamburg-Altona: https://instagram.com/timschmuckall/
Alex Zeyer (CDU), Mitglied des Stadtrates St. Wendel: https://instagram.com/alexzeyer 
Jonas Reiter (CDU), Mitglied des Gemeinderates Nonnweiler: https://instagram.com/jonasreiter
Dennis Meisberger (CDU), Mitglied des Kreistages St. Wendel: https://instagram.com/dennis_307
Dennis Kern (CDU), Mitglied des Gemeinderates Nohfelden:https://instagram.com/kernsen
Eva Moutty (CDU), Mitglied des Gemeinderates Tholey: https://instagram.com/evamoutty
Kathrin Brandt (CDU), Mitglied des Stadtrates St. Wendel: https://instagram.com/kathrinbrandt 
Sönke Ehlers (CDU),Gemeindevertreter Bornhöved: https://instagram.com/soenkeehlers 
Jenny Groß (CDU), Mitglied des Kreistages Westerwaldkreis: https://instagram.com/herzoginamalia 
Cecile Bonnet (FDP), Mitglied der Schweriner Stadtvertretung: http://instagram.com/cecile_bonnet/
Torsten Leveringhaus (Grüne), Gemeindevertreter Seeheim-Jugenheim: https://instagram.com/karpfenpfeifer/
Boris Palmer (Grüne), Oberbürgermeister von Tübingen: https://instagram.com/boris.palmer/ 
Maurice Müller (Grüne), Stadtrat für Umwelt, Bremerhaven: https://instagram.com/mauricebmueller/
Denis Peisker (Grüne), Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt Jena: https://instagram.com/denispeisker 
Daniel Zimmermann (Peto), Bürgermeister von Monheim: https://instagram.com/daniel_zmm/
Sebastian Greiber (parteilos), Bürgermeister von Wadgassen: https://instagram.com/greiber


Habe ich noch Politiker übersehen und vergessen? Dann freue ich mich über Hinweise via Kommentarspalte, Facebook, Twitter oder Email.  Besten Dank vorab!

Update: Für wired.de habe ich zudem mal "Zehn Tipps für Politiker auf Instagram" zusammengetragen. Damit für Neueinsteiger auch garantiert nichts mehr schief gehen kann.