Donnerstag, 28. April 2011

Hamburgische Bürgerschaft - Twittercharts #1

Zu Beginn der Legislaturperiode der 20. Hamburgischen Bürgerschaft habe ich an dieser Stelle eine Bestandsaufnahme der Twitteraktivitäten der 121 Abgeordneten vorgenommen. 27 Parlamentarier haben einen Twitter-Account und 14 nutzen diesen auch einigermaßen aktiv zur Kommunikation mit ihren Followern.

Im monatlichen Rhythmus veröffentliche ich nun die Top 10 der Bürgerschafts-Twitterer.
Im April 2011 haben diese 10 Hamburger Politiker die meisten Follower. 


Mit weitem Abstand vorne: Der Sozialdemokrat Hansjörg Schmidt, danach folgen der medienpolitische Sprecher der GAL, Farid Müller und der neugewählte CDU-Abgeordnete Dennis Gladiator. Dahinter platziert sind dann Politiker aller im Parlament vertretenen Parteien. 

Den größten Follower-Zugewinn, im Vergleich zum Ranking im März, konnte die neugewählte Präsidentin der Bürgerschaft, Carola Veit (SPD) erzielen. Sie gewann in den vergangenen vier Wochen 25,5% neue Follower hinzu. Ebenfalls erfolgreich: Kersten Artus (Die LINKE.) freut sich über 11,8% und Dr. Walter Scheuerl (pl./CDU-Fraktion) über knapp 10% neue Abonnenten ihres Twitterkanals.     

Anmerkung: Robert Bläsing (FDP) hat nach meiner Analyse 50 Follower im Vergleich zum letzten Mal verloren. Dieser Schwund erscheint mir ziemlich hoch. Ich vermute technische Probleme hinter diesen Zahlenschwankungen. Deshalb habe ich den Zuwachs mit 0 angegeben. 

Aber reine Followerzahlen sagen nicht viel über die politische Aktivität des einzelenen Abgeordneten aus. Deshalb habe ich in diesem Monat zudem die Postings qualitativ ausgewertet. Wieviel Inhalt wird denn überhaupt gepostet und wie politisch ist dieser?





















Gezählt habe ich alle Postings, die seit der Konstituierung der Bürgerschaft am 07.03.2011 getwittert wurden. Bei der Abgrenzung politisch/nicht politische Inhalte habe ich mich teilweise schwer getan. Ein satirisches Video, dass sich über die Libyenpolitik der Bundesregierung lustig macht ist per se politischer Inhalt, hat aber wenig bis gar nichts mit der Tätigkeit eines Hamburger Landespolitikers zu tun. Trotzdem habe ich dies dann auch als (allgemein-)politischen Inhalt gewertet. Als nicht politisch habe ich Aussagen gezählt die sich auf private Ereignisse bezogen (z.B. Kinobesuch) oder für mich nicht erkenntlich auf eine politische Diskussion z.B. mit Follwern bezogen.

Auch bei den Postings ganz vorne: Hansjörg Schmidt (SPD). Überraschend die hohe Aktivität der linken Abgeordneten Kersten Artus, die im Vergleich nur sehr wenige Follower hat. Erfreulich ist die hohe Aktivität der Bürgerschafts-Präsidentin. Ein einziger Abgeordneter unter den Top 10 postet ausschliesslich politische Inhalte: Dr. Walter Scheuerl (pl./CDU-Fraktion).
 
Entäuschend das Abschneiden des neuen Shootingsstars der FDP. Katja Suding hat mit dem Wahltag alle ihre Twitteraktivitäten komplett eingestellt und verwendet diesen Kanal nicht mehr für den Austausch mit dem Bürger. 

Fazit: Im Hamburger Parlament gibt es eine Twitter-Zweilklassengesellschaft. Nur Einige wenige nutzen diesen Kanal zur Kommunikation sehr ausgiebig. Dabei werden nicht nur orginär politische Inhalte getwittert. Die Followerzahlen bleiben mit Abstand hinter den "Freunde"-Zahlen bei Facebook zurück. Die Hamburgische Bürgerschaft ist im Jahre 2011 noch Twitter-Entwicklungsland. 

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