Mittwoch, 12. September 2012

Interview: Wolfhard Ploog - Neuer Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft

Da waren es nur noch vier. Anfang September legte Viviane Spethmann, die rechtspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion nach 15 Jahren überraschend ihr Bürgerschaftsmandat nieder. Mit Eintritt von Dr. Friederike Föcking Anfang 2012 hatte sich die fraktionsinterne Frauenquote noch auf knapp 18% verbessert, nun fällt sie wieder auf 14%.    

Nachfolger in der Bürgerschaft wird ein Altbekannter: Wolfhard Ploog. Er saß bereits seit 1997 für die Christdemokraten im Hamburger Landesparlament und sogar einige Tage zu Beginn der aktuellen 20. Legislaturperiode. Mit der Wahl von Olaf Scholz zum neuen Ersten Bürgermeister musste er allerdings sein Amt an Christoph Ahlhaus abtreten, dessen Mandat bis dahin ruhte. 

Der ehemalige Vizepräsident ist der zweite CDU-Nachrücker in der laufenden Leguslaturperiode. Bei der Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft am 20. Februar 2011 erzielte Ploog 1787 Stimmen auf der Landesliste der Partei. 

Seit 03.09.2012 ist er nun wieder Abgeordneter und am 12. September absolviert er seine erste Bürgerschaftssitzung. 

Zeit, Wolfhard Ploog einmal genauer vorzustellen. Der HAMBURGER WAHLBEOBACHTER führte hierzu eines der ersten Interviews mit ihm als Bürgerschaftsmitglied.



Quelle: hamburgische-buergerschaft.de
Wolfhard Ploog
Alter: 69 Jahre (04. November 1942)
Beruf: Rechtspfleger (erlernt); zuletzt Referent für den Bevölkerungsschutz in der Innenbehörde, seit 2009 im Ruhestand.

Waren Sie überrascht, als Sie vor wenigen Tagen erfuhren, dass Sie für Ihre Parteifreundin Viviane Spethmann in die Bürgerschaft nachrücken werden?
Allerdings war ich sehr überrascht von dem Rückzug meiner Parteifreundin Viviane Spethmann.Damit hatte ich unter gar keinen Umständen gerechnet. Schade, dass sie nicht mehr dabei ist. Wir hatten viele Jahre toll zusammen gearbeitet. 

Wissen Sie schon ob und wie sich Ihr (Politiker-)Leben ändern wird?
Mein Leben in der Politik wird sich nachhaltig ändern. Nach meinem Ausscheiden aus dem Parlament hatte ich mich intensiv der Basisarbeit in der Partei und in meinem Ortsverband Altona der CDU gewidmet. Und ich war Deputierter in der Kulturbehörde. Dieses Mandat habe ich aufgegeben; die Arbeit in der Partei muss nun wieder stärker auf mehrere Schultern verteilt werden. Das habe ich bereits organisiert. Das Parlament erfordert mehr Präsenz im öffentlichen Raum; darauf freue ich mich, ebenso wie auf die Arbeit in den Ausschüssen.

Sie waren bereits 14 Jahre Abgeordneter der Bürgerschaft, auf was freuen Sie
sich im Parlament am meisten?
 

Im Parlament freue ich mich auf faire poltische Auseinandersetzungen und auf hoffentlich viele spannende Debatten, aber auch auf die Begegnung mit vielen guten "alten" Bekannten aus der eigenen und den anderen Fraktionen.


Was werden die inhaltlichen Schwerpunkte Ihrer Arbeit sein? In welchen Ausschüssen werden Sie sich engagieren?
Inhalliche Schwerpunkte werde ich in der Sport- und in der Kulturpoltik setzen wollen, darüber hinaus engagiere ich mich im Haushalt, in der Familien- und Gesundheitspoltik und im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss Elbphilharmonie (PUA).

Wo waren Sie bisher politisch aktiv und warum haben Sie bei der letzten Wahl für die Bürgerschaft kandidiert?
In den vielen Jahren zuvor war ich absolut engagiert im Eingabenausschuss, in der Ausländer- und Integrationspoltitik sowie im Sport und im Haushalt. Bei der letzten Wahl hatte ich erneut kandidiert, weil ich noch nicht alle mir gesetzten Aufgaben "erledigt" hatte. Das gilt insbesondere für den Sport und die Ausländerpolitik.

Die Bürgerschaft wird im Volksmund auch als "Freizeitparlament" bezeichnet. Was machen Sie außerhalb ihrer "Freizeit"? Bleibt neben der politischen Arbeit noch Zeit für Hobbies?
Die Bürgerschaft erfordert ein hohes zeitliches Engagement, dennoch bleibt Freizeit. Ich bin gern beim Sport, lese viel und habe keinen Mangel an Beschäftigung.

Wie viele Stunden pro Woche werden Sie in den kommenden vier Jahren in die Bürgerschaftsarbeit investieren?
Ich glaube, dass ich mich wohl mindestens 20 Stunden in der Woche der Parlamentsarbeit widmen muss; in den Sitzungswochen des Parlaments wird es mehr Zeit erfordern.

Bisher gibt es noch keine Webseite von Ihnen. Ist eine Webpräsenz geplant?
Eine Web-Präsenz ist auf jeden Fall geplant.

Werden Sie Social-Web-Angebote wie z.B. Facebook, Google+,Twitter oder YouTube nutzen, um Ihre Wähler über Ihre politische Arbeit zu informieren?
Facebook, Twitter und YouTube haben mich noch nicht überzeugt. Mal sehen, wie ich mich da "entwickeln" kann.

Wie können Sie die Bürger erreichen?
Wer möchte, erreicht mich telefonisch unter der Rufnummer 0178 - 82 45 219 oder per Mail unter wolfploog@aol.com.

Ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin einen erfolgreichen Start in das Mandat.

Weitere Informationen zu Wolfhard Ploog auf auf Wikipedia.de.

Nachtrag: Mit dem Wechsel erhöhte sich auch das Durchschnittsalter der CDU-Fraktion, von 44,07 Jahre auf 45,17 Jahre. 

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