Freitag, 8. Juni 2012

Die Parteien und die Euro 2012

Heute startet sie nun endlich die Euro 2012.

 

In einer Stadt in der der Präsident eines Bundesligavereins in der Bürgerschaft sitzt, vor großen Tunieren Fußball gerne zum Thema von Kleinen Anfragen gemacht wird und an Bundesligasspieltagen die Timeline vieler Abgeordneter vom Hashtag #nurderhsv bestimmt wird, kann man sagen es gibt eine enge Verbindung von Ballsport und Politik. 

Anlaß für mich einmal zu schauen, wie die Europameisterschaft von den Parteien als Thema für die politische Kommunikation genutzt wird.

Gibt es von den Parteien organisierte Public Viewings, Diskussionsrunden zu den Menschenrechtsverletztungen im Gastgeberland Ukraine, Flyer mit Fußballanleihen, Tippspiele für die Parteimitglieder oder extra Seiten auf den Webseiten der Parteien?

Doch dann das.
Nichts von dem. 

Bei der SPD nichts, bei der CDU nichts, bei den Grünen nichts, bei der FDP nichts und auch bei der Linken nichts?  

Weder auf den Webseiten noch auf den Social-Media-Präsenzen der Bürgerschaftsparteien gibt es bisher Hinweise darauf, dass die EM heute startet. Und auch meine direkte Anfrage bei den Hamburger Parteien blieb erfolglos.

Ist die EM denn kein Thema für die Hamburger Politik?

Doch dann stolperte ich über den offiziellen "CDU-Planer zur Fußball-EM Polen/Ukraine". (.pdf) Dieser wurde zwar von der Bundespartei aufgelegt, aber die Rückseite von jedem Landesverband individuell gestaltet.

Und dort findet sich in Hamburg folgende Mannschaftsaufstellung aus der Sicht der hanseatischen Christdemokraten 

  




































Toll! 

Die Bezirksversammlungen stehen hinter drin, die Ortsverbände grätschen alles weg, der Bundestag macht Druck nach vorne und im Sturm teilen sich Partei und Fraktion die Tore. 

Na dann kann die EM ja beginnen ;)

Nachtrag: Seit gestern schmückt auch ein Euro2012-Titelbild die Facebookseite der CDU Hamburg. Schön.










Kommentare:

  1. „Ist die EM denn kein Thema für die Hamburger Politik?“ – natürlich nicht! Warum auch?

    Sollen die Parteien etwa jedes mal ausflippen und alles stehen und liegen lassen, wenn mal wieder Kreisliga-Finale im Rasen-Wasserball ist oder der Deutsche Meister im Mülltonnenumschubsen gesucht wird?

    Ich wähle Parteien in Parlamente und nehme in Kauf, dass sie von Steuergeldern bezuschusst werden, damit sie wenn nötig das Zusammenleben regeln und nicht jedem kommerziellen Medienhype hinterherhecheln.

    Als nächstes wird dann wohl erforscht, warum kein Fraktionsvorsitzender sich zu Kür von Germany's Next Topmodel geäußert hat ...

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  2. Lieber Anonym,
    Angst vor dem Klarnamen?

    Kurz zu Ihrer Anmerkung:
    Wie im Text beschrieben scheint das Thema Fußball für einen Großteil auch der Hamburger Politiker ein sehr essentielles Thema zu sein. Ebenso für viele Bürger und Wähler. Nicht für alle! D´accord.

    Aber da es sich bei der EM eben um ein gesellschaftliches Großereignis handelt, das man gut oder schlecht finden kann, und aktuell ja auch EM-nahe Themen die Diskussion bestimmen (wie z.B. Drogen im Profisport, Wettskandale, Glücksspiel, Menschenrechtsverletzungen am Austragungsort, Gaslieferungen usw...) könnte man die Veranstaltung ja zum Anlaß für Diskussion nehmen.

    Wie wir alle wissen benötigen Diskussionen immer auch Anlässe.

    Einem Hype nachrennen hat niemand gefordert ;)
    Kritische Auseinandersetzung gerne, auch mit dem Thema Hype ist gewünscht und wird auch in vielen Bundesländern so gehandhabt.

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