Montag, 28. April 2014

Warum die Kommunalpolitik ins Internet gehen sollte

Ein Blog goes Papier. Im Magazin "politik & kommunikation" gibts meine Postings auch als Kolumne und auf Totholz. In meiner siebten Kolumne  in der Ausgabe April/Mai 2014 gehe ich der Frage nach: Wie wichtig ist das Internet für die Kommunalpolitik?

Hier das Blog-Crossposting dieser Kolumne.

2014 ist ein Superwahljahr: In elf Bundesländern werden Kreistage, Städte- und Gemeinderäte, sowie Bürgermeister und Landräte gewählt. Wahlexperten gehen von über 100.000 zu besetzenden Mandaten mit weit über 250.000 Kandidaten aus.

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Logo Netzallianz des BMVI
Noch gehört das Internet nicht für jeden Bürger in jeder Gemeinde zum Alltag. Das soll sich mit der neuen Bundesregierung ändern: Sie hat den Breitbandausbau zu einer ihrer Hauptaufgaben gemacht. Spätestens mit der Verfügbarkeit von „schnellem Internet“ auf der Schwäbischen Alb und im wenig bevölkerten Mecklenburg-Vorpommern werden sich die Wähler künftig auch hier stärker im Internet politisch informieren. Schon heute gehört  das Internet zu den Hauptinformationsquellen der Wähler -  auch lokalen Bereich. 

Immer öfter höre ich deshalb die Frage: Wie wichtig ist eigentlich das Internet im Kommunalwahlkampf? Um es kurz zu machen: Es sollte schon heute fester Bestandteil in der Kommunalpolitik sein.

Sie sind schon drin

      

Hyperlokale Nachrichtenangebote
Logo Eimsbütteler Nachrichten
Dabei stellt sich diese Frage im Jahr 2014 eigentlich nicht mehr – auch wenn man als Kommunalpolitiker in den vergangenen Jahren ganz gut ohne Webseite, Twitter-Account und Wikipedia-Eintrag leben konnte. Denn: Ihre potentiellen Wähler sprechen ohnehin schon über Sie, Ihre Themen und Ihre Partei oder Wählervereinigung; und zwar in Foren, auf Facebook oder in den Kommentarspalten der Lokalzeitungen. Die Frage ist also viel mehr: Wollen Sie, dass nur über Sie und Ihre Politik diskutiert wird oder wollen Sie sich auch aktiv an der Diskussion beteiligen? Gehen Sie dahin wo die Diskussionen stattfinden und vertreten Sie Ihre Meinung aktiv: Im Wirtshaus, auf dem Marktplatz – und im Netz.

Verschaffen Sie sich einen Überblick 


Unabhängig vom Aktivitätsgrad sollten Sie sich einen umfassenden Überblick über das politische Geschehen in Ihrer Gemeinde im Netz verschaffen. Setzen Sie hierfür ein Social-Media- und Internetmonitoring auf. Neben dem klassischen Pressespiegel erhalten Sie so den ergänzenden Überblick, wer in Ihrer Kommune, wann, wo und über was online diskutiert. Leiten Sie daraus ab, welche Kanäle sinnvoll für Sie und Ihr begrenztes Zeitbudget sind. Das müssen nicht zwangsläufig Facebook, Twitter und YouTube sein. Oftmals haben sich lokale kleinere Netzwerke oder Blogs etabliert, die Sie im Blick haben sollten – weil hier analog zur Lokalzeitung Meinungen gemacht werden. 

Schaffen Sie Sichtbarkeit

 

Bürgermeister von Wennigsen
Bürgermeisterblog Christoph Meinecke, Wennigsen
Studien zeigen, dass nur die allerwenigsten Kommunalpolitiker eigene Webseiten betreiben. Das ist nachvollziehbar. Viele Mandatsträger sind ehrenamtlich aktiv, Zeit und IT-Know-How fehlen den meisten. „Politik machen“ steht oftmals im Vordergrund, nicht über Politik reden. In den Wochen vor Wahlen steigt das Informationsbedürfnis der Bürger rasant an. Sie und Ihre Themen sollten in der Zeit auffindbar sein. Am einfachsten geht das – auch ohne großes technisches Wissen – mit Profilen in sozialen Netzwerken oder mit einem Blog. Sie sind schnell eingerichtet, ermöglichen Ihnen, sich und Ihre Themen umfassend darzustellen und werden von Suchmaschinen gut gefunden und dargestellt.

Dies gilt ebenso für die Zeit nach den Wahlen. Lokalzeitungen und Amtsblätter werden immer weniger gelesen. Schaffen Sie einen eigenen Kommunikationskanal, um Ihre Politik direkt an die Bürger zu bringen. 

Seien Sie ansprechbar

 

Google Hangout
1. Online-Sprechstunde Dr. Torsten Fetzner
Kommunalpolitik lebt von Personen und viel stärker als Bundes- und Landespolitik vom persönlichen Kontakt zwischen Mandatsträger und Wähler.

Schaffen Sie Möglichkeiten, um auch im Internet persönlich ansprechbar zu sein. Veröffentlichen Sie Ihre Emailadresse und Telefonnummer, bieten Sie Kontaktformulare und Chats an und erstellen Sie Profile auf Facebook und Co. So erweitern Sie die Kontaktmöglichkeiten für Ihre Bürger. Nicht alle potentiellen Wähler haben die Zeit, die Motivation oder die Möglichkeit, Sie am Wahlkampfstand oder im Parteibüro anzusprechen. Ermöglichen Sie diesen Zielgruppen eine einfache Kontaktaufnahme im Netz.


Diese kurzen Ausführungen zeigen bereits, wie Sie mit einfachen und meist kostengünstigen Mitteln, Ihre bisherige analoge Kommunikation ohne großen Zeitaufwand erweitern können. Nutzen Sie die Möglichkeiten.

Kandidaten, die sich nicht im Netz zeigen, werden in absehbarer Zeit auch nicht in mehr in den Köpfen der Menschen präsent sein.  

Zusatz: Ein sehr gutes Interview zum Einsatz von Social Media in der Kommunalpolitik hat Christian Buggisch drüben auf seinem Blog mit dem neuen Erlanger Oberbürgermeister Dr. Florian Janik geführt.

17 Kommentare:

  1. Das wird ein kurzer Kommentar: Ja zu allem. Stimmt. Hast Recht.

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  2. Hier mal ein bisschen Eigenwerbung, weil es gut dazu passt: Zwar nicht "Social Media", aber trotzdem "Lokalpolitik im Internet": http://www.lokal-o-mat.de/
    Ein Informationstool vor Kommunalwahlen nach dem altbekannten Muster des Wahl-O-Mat. Nur die Themen sind halt irgendwie anders.

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