Mittwoch, 21. September 2016

Snapchat kann Politik! - Wie die CSU die App erfolgreich nutzt

Dies ist ein Gastbeitrag von Karsten Dietel. Er ist Head of Social Media bei der Christlich-Sozialen Union (CSU) und verantwortete auch die Einführung von Snapchat. Die CSU war die erste deutsche Partei die auf Snapchat aktiv wurde.

Logo der CSU
Parteien müssen dort sein, wo Menschen über Politik diskutieren. Das ist zwar eine abgegriffene Redensart, aber sie stimmt. Die CSU macht das bereits seit Jahrzehnten sehr erfolgreich. „Lufthoheit über den Stammtischen“ wurde das früher immer genannt. Wir im Social Media Team sind für die digitalen Stammtische, also für Facebook, Twitter, Instagram und seit nun einem Jahr auch für Snapchat zuständig.

CSU auf Snapchat
Es gibt immer wieder Netzwerke, die gehyped werden und nach ein paar Monaten wieder verschwinden. Snapchat hat sich allerdings etabliert: In den USA erreicht der Messenger schon 60% aller Smartphone-User. In Deutschland nutzen bereits über 3 Millionen Menschen den Messenger – Tendenz steigend. Snapchat ist global schon jetzt die Plattform mit den meisten Bilder- und Video-Uploads pro Tag (266k alle 30 Sekunden). Dass Instagram nun Snapchats Storyfunktion kopiert und in die eigene App integriert, zeigt wie erfolgreich und attraktiv Snapchat geworden ist.




Die CSU (@csu_de) ist die erste Partei in Deutschland, die sich auf Snapchat gewagt hat und wir haben es nicht bereut. Nach und nach legen sich nun auch die anderen Parteien Accounts an, ihre Sprache scheinen sie aber noch nicht wirklich gefunden zu haben. 

Snap-Code
Andreas Scheuer auf Snapchat
Seit dem Parteitag 2015 liefern wir unseren Followern über diesen Kanal einen ziemlich ungeschminkten Blick hinter die Kulissen, begleiten Großveranstaltungen oder Parteivorstandssitzungen und übersetzen komplexe politische Inhalte mit Emojis und allerhand Scribbles in kurzweilige Politikhäppchen. Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer (@AndreasScheuer) snappt seit Mai 2016 fleißig von Veranstaltungen.

Sowohl unsere Followerzahlen als auch Views und Screenshots steigen stetig an. Zwar hat Snapchat noch eine weitaus geringere Reichweite als unser Facebook- oder Twitter-Account, aber die Nähe vor allem zu unserer jüngeren Community ist wesentlich größer. Auf Facebook ist die stärkste Altersgruppe unserer Fans zwischen 25 und 44 Jahren alt. Auf Snapchat dürfte sie deutlich jünger sein. Außerdem ist die Snapchat-Community viel offener, wenn es darum geht Content zu erstellen und zu teilen. Uns erreichen täglich Snaps von Nutzern, mit tollen Bildern aus Bayern oder Fragen zu unserer Politik. Die App macht es Nutzern aber auch sehr einfach. 

Snap der CSU
Coole Snaps nehmen wir immer gerne in unsere Storys auf oder treten direkt in den Dialog. Uns kommt es auf einen guten Mix aus „harten“ und „weichen“ Inhalten und einen lockeren Ton an. Schließlich muss es sich auf Snapchat nicht immer nur um Klartext und um Gesetze drehen.

Die Interaktionen und das Feedback zeigen uns, dass die sehr junge Zielgruppe – 51% der User sind zwischen 16-24 Jahre alt – sehr wohl an politischen Inhalten interessiert ist. Auf Snapchat kann man keine Videos mit vielen Effekten oder hochauflösende Photoshop-Grafiken posten, das wird hier auch gar nicht erwartet. Man kann Politik aber sehr direkt vermitteln und Menschen einen Einblick in die Arbeit von Politikern geben, den sie sonst vielleicht nie hätten. Wer uns auf Snapchat folgt, ist bei allen spannenden Ereignissen rund um die CSU ganz vorne mit dabei.



Seehofer vor Journalisten
Snap der CSU




Gute Storys sind durchaus zeitaufwändig. Wer glaubt, Snapchat könne der Praktikant in der Online-Redaktion mal nebenbei miterledigen, der liegt falsch. Wer Snapchat richtig betreiben will, braucht Zeit und Kreativität. Eine einzelne Person kann zum Beispiel auf einem Event nicht parallel Facebook, Instagram und Snapchat bedienen. Denn die Nutzer wollen spannende Storys und erwarten Antworten auf Fragen. Das kostet viel Zeit, aber gerade diese one-to-one-Kommunikation macht den Messenger für uns so wertvoll und wir lernen täglich dazu.

Wenn man einen Blick nach Amerika wirft, wo Snapchat im Campaigning bereits eine größere Rolle spielt, kann man erahnen, wohin die Reise im digitalen Wahlkampf geht.

Wir freuen uns bei dieser Entwicklung vorne mit dabei zu sein, denn Politik und Snapchat: das passt einfach zusammen. Und jetzt sind wir auf eure Snaps gespannt – einfach an @csu_de!

Anmerkung Einen Überblick über alle snappenden deutschen Politiker, Parteien, Parlamente & Regierungsinstitutionen gibts hier.



Autor

Karsten Dietel
Karsten Dietel (31) ist Head of Social Media bei der Christlich-Sozialen Union. Er kümmert sich mit seinem #löwenstarken Team um die digitalen Stammtische









 

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